Zeitumstellung März 2026: Eine Stunde weg – und das vielleicht zum letzten Mal?
Diese Nacht wird uns allen ein Stückchen Zeit geklaut. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, genau um 2 Uhr früh, ist es plötzlich schon 3 Uhr. Die Sommerzeit beginnt. Für viele bedeutet das: Man wird am Sonntag vor dem Wecker stehen und sich ärgern, weil einem sechzig Minuten wertvoller Schlaf geraubt wurden. Eine wahre Inszenierung von Die Elenden in der Frühausgabe, inklusive schwarzem Kaffee und Augenringen.
Ich brauch' Ihnen nichts erzählen: Dieses große Uhrenkarussell kennen wir ja schon zur Genüge. Aber der März 2026 hat so einen Beigeschmack von "Ende Gelände". Die Debatte, die sich schon ewig dahinschleppt wie ein alter Groll, kommt plötzlich mit neuer Wucht hoch. Es ist in aller Mund – beim Kaffeeautomaten, beim Bäcker ums Eck, und vor allem bei den Bezirksversammlungen.
Eine Bürgerversammlung zum Niederknien
Ich hab den Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung im 2. Bezirk verbracht. Das offizielle Thema? "Die Zukunft der Wiener Zeitzone". Hinter diesem sperrigen Titel verbarg sich ein voller Saal, Leute jeden Alters, bereit für eine richtige Diskussion. Der zuständige Stadtrat hat zum Schluss ganz schön was zu hören bekommen. Als er eine mögliche Abschaffung der Zeitumstellung ab 2027 ansprach, rief eine Frau in der dritten Reihe mit einem Augenzwinkern: "Wir wissen ja schon bei den ÖBB-Streiks nie, wann was geht – und dann soll auch noch die Zeit immer gleich bleiben?" Ganz ehrlich, unrecht hatte sie nicht. Die Stimmung war geladen, aber mit dieser typisch wienerischen Grantigkeit, die man einfach lieben muss. Man spürt: Das ist keine reine Technokraten-Entscheidung aus Brüssel; das betrifft uns alle im Alltag, das abendliche Licht, die Müdigkeit der Kinder.
Warum uns diese Nacht vom 29. März so aus dem Takt bringt
Man soll die Wirkung dieser einen Umstellung nicht unterschätzen. Die Schlafmediziner, die ich nach der Versammlung noch bei einem Achterl getroffen hab, sagen: Unser Körper braucht manchmal eine Woche, bis er sich umgestellt hat. Ein Sprung von der Sonnenzeit auf die Zeit, zu der man sich erst viel später auf ein Radler treffen kann. Damit Sie den Schock besser wegstecken, ein paar Tipps von einem alten Hasen:
- Gehen Sie ab Freitag schon eine Viertelstunde früher schlafen. Ja, ist lästig, aber besser, als am Montag in der Arbeit auszuschaun wie ein Zombie.
- Am Samstag vor dem Schlafengehen gleich die Uhren vorstellen. Nix ist ärgerlicher, als am Sonntag mit einer Stunde Verspätung aufzuwachen und die frischen Semmeln zu verpassen.
- Gleich am Sonntag nach dem Aufstehen ins Tageslicht gehen. Ein kleiner Spaziergang, egal bei welchem Wetter, nur um dem Hirn zu sagen: "Komm, wir stellen uns jetzt um, Alter."
Und jetzt: wirklich Schluss damit?
Die Frage kommt mit jeder Umstellung: Hört der Zirkus endlich auf? Europa redet drüber, Österreich auch, aber wie schon der Dichter wusste: "Soll sich ändern nix, damit sich nix ändert." Die einen wollen das ganze Jahr die Sommerzeit, die anderen die Winterzeit. Ich persönlich wäre ja für die dauerhafte Achterl-Zeit, aber ich glaub, die Lobby der Frühaufsteher ist dagegen. Bis dahin gilt: Am Sonntag werden die Uhren vorgestellt. Und am Montag sind wir alle ein bisschen müder – haben dafür aber abends eine Stunde länger Licht. Auch ein Wahnsinnsfortschritt, oder?