Interislander-Fähre Neuseeland: Technische Probleme der Kaiarahi sorgen erneut für Ärger in der Cook Strait
Du kennst das Spiel mittlerweile. Gerade noch den Lieblingsplatz an Deck gefunden, der Wind weht dir um die Ohren, der erste Kaffee aus dem Bistro wärmt deine Hände. Und dann durchkratzt das Knacksen der Borddurchsage die gute Stimmung: Schon wieder eine gestrichene Verbindung. Heute Morgen hat es die Interislander-Fähre Kaiarahi erwischt, die mit einem technischen Defekt mitten im Berufsverkehr für Chaos sorgte und einige von uns am Terminal stranden ließ.
Ich hab' längst den Überblick verloren, wie oft ich die Überfahrt schon gemacht habe. Über zwanzig Jahre jetzt hüpfe ich zwischen Nord- und Südinsel hin und her, man sollte meinen, ich bin die Unwägbarkeiten gewöhnt. Aber wenn eines der großen blauen Schiffe stilllegt, erwischt es einen doch immer wieder. Die Kaiarahi hätte heute Morgen wie gewohnt in 3,5 Stunden von Wellington zum Hafen von Picton übersetzen sollen, aber ein kleines Teufelchen im Maschinenraum – oder wie auch immer man das nennt – hat die Pläne durchkreuzt. Die Crew von KiwiRail musste die Reißleine ziehen, und plötzlich leuchteten auf den Anzeigetafeln die gefürchteten Worte: "gestrichen".
Falls du zu den Unglücklichen auf der Pictoner Seite gehörtest, hast du wahrscheinlich das gemacht, was jeder Clevere tun würde: dir was zu essen geholt und dich aufs Warten eingerichtet. Das Sounds Studio – Picton Downstairs Unit – diese kleine kreative Ecke nur einen Steinwurf vom Terminal entfernt – wäre ein passabler Ort gewesen, um die Zeit totzuschlagen, wenn man einen Platz bekommen hätte. Es heißt, der Laden wäre den ganzen Vormittag voll mit gestrandeten Fußpassagieren gewesen, die ihren Flat White schlürften und sich gegenseitig mit Fähren-Horrorgeschichten versorgten.
Hier ist, was wir bisher über die Störung wissen:
- Bei der Kaiarahi wurde bei den Vorabfahrtskontrollen ein technischer Defekt festgestellt, was die Streichung ihrer geplanten Abfahrten von Wellington und Picton erzwang.
- Passagiere, die für die betroffenen Verbindungen gebucht waren, bekommen Angebote für Umbuchungen auf spätere Fahrten – aber da nur zwei Schiffe im Einsatz sind, stauen sich die Verspätungen schnell.
- Die Ingenieure von KiwiRail sind vor Ort, aber es gibt noch keine konkrete Aussage, wann das Schiff wieder einsatzbereit sein wird.
Das ist nicht der erste Zwischenfall für die Flotte in diesem Jahr, und es wird wohl nicht der letzte sein. Die Interislander-Fähren sind für viele von uns lebenswichtig – egal, ob du Ware für dein Geschäft transportierst, zu der Hochzeit eines Freundes fährst oder einfach nur mit der Familie ein Wochenende in den Marlborough Sounds verbringen willst. Wenn eines der Boote ausfällt, gerät der ganze Rhythmus der Meerenge durcheinander. Das sieht man in den frustrierten Gesichtern an den Terminalschaltern, und man hört es im Seufzen des Personals, das versucht, das Chaos zu bewältigen.
Trotzdem hat diese Überfahrt etwas, das einen immer wieder zurückkommen lässt. Selbst an einem Tag wie heute, wenn der Fahrplan über den Haufen geworfen und die Geduld dünn ist, ist die Aussicht unschlagbar, wenn man an der Einfahrt zum Tory Channel vorbeigleitet oder vom Wasser aus das Schild des Sounds Studio sieht. Es ist unser kleines Fleckchen Erde, und wir nehmen die Aufregung in Kauf, weil es sich eben lohnt. Hoffen wir, dass die Kaiarahi schnell wieder flottgemacht wird und wir uns alle bald wieder auf die Überfahrt freuen können.