Droht Eduardo Rodriguez das WBC-Finale zu verpassen? Das US-Pitching-Ensemble steht vor einer großen Bewährungsprobe
Unter dem nächtlichen Himmel von Miami ist die Meisterschaftstrophäe der World Baseball Classic nur noch einen Schritt entfernt. Doch ausgerechnet jetzt liegt eine ungewöhnliche Anspannung über dem Bereich des Titelverteidigers. Insidern ist klar: Diese gedrückte Stimmung hat nur einen Grund – die Unwägbarkeiten auf dem Mound.
Alle fragen sich: Wird der erfahrene Linkshänder Eduardo Rodriguez am Dienstag (Ortszeit) wirklich im Finale gegen Venezuela auf dem Mound stehen können, so wie ursprünglich geplant?
Das große "Lalo"-Problem der US-Auswahl
In der Fangemeinde nennen sie ihn liebevoll "Lalo". Der in Venezuela geborene Werfer, der für die USA aufläuft, war für das Trainerteam während des gesamten Turniers der Fels in der Brandung. Seine Leistungen bei den Detroit Tigers sind unbestritten, und auch bei seinen vorherigen Einsätzen in diesem Classic zeigte er sich als kompletter Pitcher mit beeindruckenden Pitches und sicherer Kontrolle.
Doch nun sickern beunruhigende Nachrichten aus dem Bullpen durch. Offenbar hat Eduardo Rodriguez gesundheitliche Probleme. Die Teamverantwortlichen halten sich zwar bedeckt, aber ein Blick auf sein heutiges Wurf-Training und die sorgenvollen Gesichter des Trainerstabs während der Besprechungen lassen wenig Raum für Optimismus.
Das wäre ein schwerer Schlag. Das Pitching-Aufgebot der USA wirkt auf dem Papier zwar hochkarätig, doch in der Praxis fehlte es oft an der nötigen Stabilität. Falls Rodriguez ausfällt – und sei es nur für einen kurzen Relief-Einsatz – fehlt dem Team sein erfahrenster Playoff-Kämpfer, der genau weiß, wie man mit Drucksituationen umgeht.
Nicht nur der Starter, auch die Abwehr gerät ins Straucheln
Was die Fans zusätzlich beunruhigt: Offenbar greifen die Probleme um sich. Neben der Ungewissheit um Eduardo Rodriguez kursieren im Umfeld Gerüchte, dass auch die beiden als Sieggaranten gehandelten Relief-Pitcher – Oakland's Mason Miller und David Bednar von den Pirates – möglicherweise nicht für das Finale zur Verfügung stehen.
Man stelle sich vor: Millers Dreiziffern-Schnellball und Bednars unschlagbarer Splitter – beides sind die ultimativen Waffen der USA, um Spiele in den späten Innings für sich zu entscheiden. Wenn nun diese drei Trumpfkarten (Starter Lalo, Reliever Miller und Bednar) ausfallen, ist das nicht nur eine Störung der Planung, das ist, als würde man das gesamte Taktikbuch des Trainers verbrennen.
Wirft man einen Blick auf die Liste der potenziell ausfallenden Schlüsselwerfer, wird die Brisanz deutlich:
- Starting Pitcher (Links): Eduardo Rodriguez (Lalo) — Gesundheitliches Problem, Einsatz im Finale mehr als fraglich.
- Top-Candidate für den Closer-Job: Mason Miller — Anhaltende Arm-Ermüdung, Einsatz unwahrscheinlich.
- Setup-Mann: David Bednar — Ebenfalls angeschlagen, die sonst so sichere achte Runde könnte einbrechen.
Das ist keine optimale Vorbereitung auf ein Finale – das ist ein Kampf gegen Widerstände.
Der Gegner Venezuela wird keine Gnade kennen
Während die USA mit Sorgen kämpfen, wird der Gegner kein Mitleid haben. Venezuela tritt selbstbewusst an, mit einer Aufstellung, die von Jose Altuve über Luis Arraez bis zu Salvador Perez reicht – alles erfahrene, gefährliche Schlagmänner.
Wenn sie sehen, dass das Pitching der USA möglicherweise stark dezimiert ist, werden sie sich ins Fäustchen lachen. Die ohnehin schon schwer zu bändigende venezolanische Offensive trifft womöglich auf ein zusammengewürfeltes US-Pitching-Ensemble. Für sie wäre das ein riesiger Vorteil.
Man stelle sich vor: Fehlt Rodriguez als Spezialist gegen Linkshänder, könnten Venezuelas Linkshänder noch unbekümmerter auftreten. Und ohne Miller und Bednar in den letzten Innings – wer soll für die USA dann in der entscheidenden Phase einen knappen Vorsprung verteidigen?
Wer springt in die Bresche?
Der gesamte Druck lastet nun auf Chef-Trainer Mark DeRosa. Ihm bleiben weniger als 24 Stunden, um den schlimmsten Fall zu durchdenken und die besten Lösungen zu finden. Setzt er andere Starter wie Merrill Kelly oder Kyle Gibson entgegen der Planung ein? Oder startet er einen Bullpen-Tag mit einem "Opener"?
Selbst die ursprünglich für die Mittelinnings vorgesehenen Reliever, wie der erfahrene Adam Wainwright, müssen sich darauf einstellen, mehr Innings zu werfen. Das ist dann nicht mehr die hohe Schule der Taktik – das ist Baseball in seiner ursprünglichsten Form: Wer kann ran, wer traut sich zu werfen, der wird zum Helden.
Man kann nur sagen: Dieses Finale des Classics ist noch vor dem ersten Pitch eine dramatische Angelegenheit. Ob die USA diese plötzliche "Pitcher-Flaute" überstehen, wird nicht nur eine Frage des Könnens sein, sondern eine des Teamgeistes. Und der Name, der immer wieder genannt wird, Eduardo Rodríguez, ist und bleibt, ob er nun spielt oder nicht, der größte Unwägbarkeitsfaktor in diesem Duell der Giganten.
Also, holt euch die Snacks und kühlt die Getränke – dieses Spiel morgen Früh verspricht Hochspannung pur.