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Wayne Rooneys neuestes Urteil: Die Roy-Keane-Debatte, Gerrard & die «kompletten Mittelfeldspieler»

Sport ✍️ Paul Brennan 🕒 2026-03-21 12:41 🔥 Aufrufe: 3

Es hat etwas an sich, diese ruhige Länderspielpause, da lassen die alten Haudraufs die Muskeln spielen, nicht wahr? Gerade wenn man meint, die Diskussion darüber, wer der härteste und kompletteste Mittelfeldspieler in der Geschichte der Premier League war, sei endlich zu den Akten gelegt – oder zumindest auf einen nächtlichen Streit im «Dog and Duck» reduziert –, kommt Wayne Rooney und schürt das Feuer neu.

Wayne Rooney in einer Expertenrolle

Alles dreht sich um The Wayne Rooney Show. Und mal ehrlich: Wenn Wazza spricht, hört man zu. Nicht nur, weil er der Rekordtorschütze von Manchester United und England ist, sondern weil der Typ einfach weiss, wovon er redet. Er teilte sich die Kabine mit einigen der Namen, die er jetzt auseinandernimmt. In einer aktuellen Folge hat er die alte Debatte um Roy Keane versus Steven Gerrard nicht nur angerissen – er packte sie beim Schopf.

«Die Leute fragen mich, wer der Beste war, mit dem ich gespielt oder gegen den ich gespielt habe», sagte Rooney und lehnte sich mit diesem wissenden Blick zurück. «Für mich beginnt und endet die Diskussion bei Roy in dieser defensiven Rolle. Aber Stevie? Der konnte ein Spiel aus dem Mittelfeld heraus im Alleingang entscheiden. Sie waren unterschiedliche Typen, aber sie dominierten auf eine Art, wie wir sie heute nicht mehr sehen.»

Das ist eine klassische Kneipendebatte, aber der Kontext macht sie so faszinierend. Jahrelang haben Liverpool-Fans auf Gerrards Fähigkeit verwiesen, ein Team durch ein Champions-League-Finale zu ziehen, während United-Fans – und der Rest Irlands, seien wir ehrlich – Keanes Einfluss als den ultimativen Feldherrn verteidigen. Rooney scheint sich darauf festzulegen, dass es keine richtige Antwort gibt, aber einen exklusiven Club. Einen Club, der seiner Meinung nach nur fünf Mitglieder hat.

Und hier kommt die Wayne Rooney's Street Striker-Mentalität ins Spiel – dieser Instinkt, rohe, unbestreitbare Qualität zu erkennen. Er argumentierte, dass es in der Geschichte der Premier League nur fünf «komplette Mittelfeldspieler» gegeben habe. Er nannte Keane und Gerrard, klar. Aber dann kam ein überraschender Name, bei dem Arsenal-Fans zustimmend nickten.

Laut Rooney gehört auch Patrick Vieira dazu. Kein Schocker, oder? Die Duelle zwischen Keane und Vieira im Highbury sind legendär. Aber er ging noch weiter und nannte einen speziellen Gunner, der seiner Meinung nach das «komplette» Paket war. Auch wenn er nicht die ganze Elf aufzählte, die Botschaft ist klar: Mittelfeldspieler, die verteidigen, angreifen, führen und einschüchtern konnten – alles in einem –, sind vom Aussterben bedroht.

Da muss ich an diese Ära zurückdenken. Die Intensität kam nicht nur vom Können; es ging um Präsenz. Wenn man sich das moderne Spiel anschaut, sieht man Spezialisten. Aber damals gab es diese Typen, die dir die Eier durch die Beine gespielt und dich zwei Minuten später in die Werbebande gesetzt haben. Rooneys Liste der «kompletten» Spieler dreht sich nicht nur um Titel. Es geht um eine bestimmte DNA.

So würde ich aufschlüsseln, was diese Liste ausmacht – und warum Rooneys Punkt jeden trifft, der in den 2000ern mit der Premier League aufgewachsen ist:

  • Der Keane-Massstab: Er war der Herzschlag. Egal ob an einem verregneten Mittwoch in Bradford oder im Champions-League-Halbfinale in Turin. Sein Niveau sank nie. Taktisch war er ein Genie ohne Ball.
  • Der Gerrard-Faktor: Diese Fähigkeit, ein Spiel an sich zu reissen. Ein Last-Minute-Kracher, ein Tackling, das einen sicheren Treffer verhindert, ein 60-Meter-Pass. Er war eine Ein-Mann-Armee.
  • Die Vieira-Präsenz: Lange Beine, noch längerer Zündstoff. Er verband die Eleganz eines Ballkünstlers mit dem Biss eines Strassenkämpfers. Wenn er den Platz betrat, liess er den Gegner kleiner wirken.
  • Das Scholes-Paradox: Rooney erwähnt ihn immer wieder. Der Ruhige, der nicht tackelte, aber irgendwie jedes Spiel bestimmte, in dem er spielte. Das Metronom.

Was ich an Wayne Rooney Live mag, ist, dass er nicht einfach nur höflich dasitzt. Er gibt die ungefilterte Version. Er kennt den modernen Spieler, er kennt die Geschichte, und er weiss: Wenn man einen Keane oder Vieira in ihren besten Jahren ins heutige Mittelfeld stellen würde, sähe die Diskussion über «taktisches Foulspiel» ganz anders aus.

Natürlich beherrscht der Name Rooney nicht nur die Ätherwellen. Da kommt eine neue Generation nach. Ich halte Kai Wayne Rooney im Auge, der in den Nachwuchsklassen erste Wellen schlägt. Der Name hat Gewicht, und man sieht das technische Können. Diese tiefe Körperschwerpunkt, dieser natürliche Blick fürs Tor, wie wir ihn von seinem alten Herrn vor all den Jahren im Goodison Park gesehen haben. Es erinnert daran, dass das Vermächtnis nicht nur in den Debatten im Fernsehen liegt – es findet jetzt auf den Plätzen an der Basis statt.

Am Ende des Tages, egal ob man Gerrard besser fand als Keane oder ob Vieira über beiden steht – was Rooney mit seinem neuesten Auftritt geschafft hat, ist uns daran zu erinnern, warum wir diesen Sport lieben. Es sind die Diskussionen. Es ist die Nostalgie. Es ist die pure Kühnheit zu sagen, dass es nur fünf gab, die es richtig gemacht haben.

Und seien wir ehrlich: Wenn du dieses Wochenende in einer Kneipe in Dublin oder Cork sitzt, wirst du versuchen, den fünften Spieler zu benennen, an den Rooney dachte, bevor er sein Bier austrinkt. Das ist das Schöne an The Wayne Rooney Show – sie bringt die Debatte zurück zu den Leuten.