Ex-Ōzeki Tōchi über Tamanoi: «Die Rückkehr zum Ōzeki-Rang ist nur eine Frage der Zeit»
«Meine Jungs sind noch lange nicht reif. Besonders die da (die Sekitori) müssen sich über ihre eigene Position noch einmal gründlich Gedanken machen». Wenn er das sagt und dabei herzhaft lacht, erinnert das sofort an den „Kampfgeneral“ auf dem Sumo-Ring. Tamanoi-oyakata, der einst als Ōzeki Tōchi zahlreiche denkwürdige Kämpfe bestritt, richtet heute als Trainer seinen leidenschaftlichen Blick auf seine Schützlinge.
Seit seinem Rücktritt als aktiver Sumo-Ringer leitet er als Tamanoi-oyakata den Tamanoi-Stall – seit etwa 20 Jahren. In dieser Zeit hat der Stall viele Sekitori hervorgebracht und sich zu einem unbestrittenen Spitzenstall entwickelt. In einem kürzlichen Gespräch zeigte sich der Stallmeister zufrieden mit der Entwicklung seiner Schüler, betonte aber auch die Strenge, die nötig ist, um noch höhere Ziele zu erreichen. Besonders bemerkenswert ist das Ziel der Rückkehr zum „Ōzeki“-Rang, den er selbst einst innehatte.
«Rückkehr zum Ōzeki ist nur eine Frage der Zeit» – Was dahintersteckt
«Um ehrlich zu sein, wenn man ihr Potenzial betrachtet, ist der Ōzeki-Rang nur eine Durchgangsstation. Sie müssen das nur selbst erkennen und aus ihrem Schneckenhaus ausbrechen. Ihre Kraft hat sich eindeutig verbessert». Das sagt Tamanoi-oyakata mit Nachdruck. Obwohl er keine Namen nannte, spiegelte sein verklärtes Gesicht das tiefe Vertrauen in die Leitfiguren des Stalls wider, die in den letzten Jahren enorm zugelegt haben.
Für den Weg zurück zum Ōzeki-Rang nannte der Stallmeister folgende Punkte:
- «Die richtige Einstellung»: Verantwortungsbewusstsein und Bewusstsein, den Yokozuna anzustreben.
- «Konstanz»: Stärke ohne negative Serie, wie es dem Ōzeki-Rang gebührt.
- «Förderung von Auswärtstrainings»: Den Horizont erweitern durch den Austausch mit Ringern anderer Ställe.
Schüler, die die DNA des „Kampfgenerals“ Tōchi in sich tragen
Das Markenzeichen des heutigen Tamanoi-Stalls ist der wilde Schiebe- und Stoß-Sumo-Stil, der an die aktive Zeit des Stallmeisters erinnert. Mit einem nostalgischen Blick sagt er: «Die jungen Leute heute sind fleißig und absolvieren die vorgegebenen Trainingsprogramme gewissenhaft. Aber das allein reicht nicht. Als ich aktiv war, war ich, glaube ich, viel verbissener und habe ständig nach etwas gesucht, um mich zu verbessern».
Trotzdem: Der Blick, den seine Schützlinge im täglichen Training zeigen, ist definitiv von Kampfgeist erfüllt. «Zu sehen, wie weit sie sich entwickeln, ohne sich selbst Grenzen zu setzen, ist jetzt meine größte Freude». Als er das sagt, hat er nicht den Blick des „Kampfgenerals“, der im Ring seine Gegner anfunkelte, sondern den eines liebevollen „Ziehvaters“, der ihr Wachstum beobachtet.
Der Countdown für die Rückkehr zum Ōzeki-Rang hat bereits begonnen. Im Zentrum stehen zweifellos die Ringer des Tamanoi-Stalls, die die Seele des ehemaligen Ōzeki Tōchi geerbt haben. Man darf auf das zukünftige Sumo gespannt sein.