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Stephen Graham ist überall: Vom Psychothriller in «Heel» bis zum Horror-Meister Stephen Graham Jones

Unterhaltung ✍️ Marius Solheim 🕒 2026-03-10 01:00 🔥 Aufrufe: 1
Stephen Graham im Film Heel - Offizielles Plakatbild

Momentan kommt man am Namen Stephen Graham nicht vorbei – und das ist auch verdammt gut so. Während wir ihn im Kino in einer seiner unangenehmsten Rollen überhaupt sehen, mischt ein anderer Stephen Graham Jones die Bestsellerlisten mit einem der originellsten Vampirromane seit Jahrzehnten auf. Verwirrt? Dann bleiben Sie dran, denn hier bringen wir Ordnung in das Schaffen zweier Künstler, die denselben Namen teilen, aber jeweils auf ihrem eigenen Gebiet zur absoluten Spitzenklasse gehören.

Ein Familienvater in der Hölle: «Heel» ist genau so düster, wie Sie es sich erhoffen

Zuerst müssen wir über den Film sprechen, der am 6. März in die Kinos kam. Stephen Graham («Adolescence», «Boiling Point») ist zurück, und dieses Mal ist er unheimlicher denn je. In «Heel» (der Film hiess während des Filmfestivals von Toronto im letzten Herbst ursprünglich «Good Boy») spielt er Chris, einen Familienvater, der in einem scheinbar friedlichen Vorstadthaus lebt. Zusammen mit seiner Frau Kathryn (eine beängstigend gute Andrea Riseborough) entführt er den jungen, gewalttätigen 19-jährigen Tommy (Anson Boon). Das Ziel? Ihn im Keller anketten und ihm die Gewalt «aberziehen».

Dies ist nicht euer üblicher Rachethriller. Regisseur Jan Komasa («Corpus Christi») erschafft ein klaustrophobisches Psychodrama, in dem die Grenzen zwischen Opfer und Henker verschwimmen. Für diejenigen unter uns, die Graham seit «This Is England» verfolgen, ist es faszinierend zu sehen, wie er seine Fähigkeit, Verletzlichkeit darzustellen – dieselbe Verletzlichkeit, die ihm im Januar einen wohlverdienten Golden Globe für «Adolescence» einbrachte – nutzt, um etwas zutiefst Beunruhigendes zu schaffen. Man hasst Chris, aber man kann nicht anders, als hinzusehen. Die Kritiker sind sich einig in ihrem Lob für die Chemie zwischen Graham und Riseborough. Dieser Film setzt sich einem ins Mark.

Von der Leinwand aufs Papier: Eine ganz andere Art von Horror

Während Sie «Heel» verdauen, ist es der perfekte Zeitpunkt, in die Literatur einzutauchen. Wer sich auf die Suche nach Stephen Graham Jones (ja, mit Nachnamen) begibt, dem winkt eine ganz andere, aber ebenso intensive Erfahrung.

Sein neuster Roman, «The Buffalo Hunter Hunter», erschien im letzten Jahr und wurde bereits als Meisterwerk abgestempelt. Er wird als «Moby-Dick des Horrors» bezeichnet, und es ist nicht schwer zu verstehen, warum. Jones, Professor und Mitglied der Blackfeet-Nation, liefert eine vielschichtige Geschichte. Über ein Tagebuch aus dem Jahr 1912 lernen wir Good Stab kennen, einen Blackfoot-Indianer, der einem Priester in seinem Beichtgeständnis von seinem Leben erzählt – und davon, wie er zu etwas wurde, das nicht mehr menschlich war. Es ist eine Erzählung über Kolonialismus, Rache und Blut, und es ist vielleicht die intelligenteste Vampirgeschichte seit «Interview with the Vampire».

Jones spielt mit dem Format auf eine Weise, die einem eine Gänsehaut verschafft. Er hat selbst in einem Interview gesagt, dass er jedem Erzähler seine eigenen «Schreibregeln» gab – der eine verwendet Semikola, der andere lange Gedankenstriche – um die Stimmen auseinanderzuhalten. Es ist diese handwerkliche Meisterschaft, die das Buch gleichzeitig episch und persönlich wirken lässt.

Zwei Künstler, ein roter Faden

Es ist eigentlich ziemlich berührend zu sehen, wie beide Stephen Grahams mit ihren Wurzeln arbeiten. Der Schauspieler, der aus Kirkby in Liverpool stammt und in seiner Emmy-Dankesrede sagte: «So was passiert einem Kind wie mir nicht», fand über eine lokale Videothek den Weg zur Filmbranche. Er war stets volksnah, bodenständig, und in «Heel» stellt er das Heimische komplett auf den Kopf.

Der Autor Jones nutzt seine Erfahrungen aus dem Blackfeet-Reservat, um eine Welt zu erschaffen, in der übernatürliche Wesen nicht einfach nur Monster sind, sondern Träger von Geschichte und Traumata. Das ist eine Tiefe, die einen das Buch noch lange nach dem Zuklappen nicht vergessen lässt.

Wenn Sie Ihre Kunst gerne mit roher Nervenkraft und echten Emotionen serviert bekommen, dann erleben wir gerade wahre Goldgräberstimmung.

Zusammengefasst: Was müssen Sie sich reinziehen?

  • Im Kino: «Heel» mit Stephen Graham. Nehmen Sie jemanden an die Hand, das wird ein intensiver Kinobesuch.
  • Im Bücherregal: «The Buffalo Hunter Hunter» von Stephen Graham Jones. Perfekt für alle, die historische Epen mit einer vampirischen Wendung lieben.
  • Bonus: Noch nicht «Adolescence» auf Netflix gesehen? Dann wird's Zeit. Sehen Sie, wie Graham sich sowohl als Autor als auch als Schauspieler einen Emmy erspielt hat. Das ist die perfekte Einstimmung auf «Heel».

Ob Sie nun Fan von unbehaglichen Filmen oder literarischem Horror sind, der Name Graham liefert im Frühjahr 2026 die volle Packung. Hinlaufen, nicht gehen.