N34 erneut Schauplatz eines schweren Unfalls: Darum ist diese Strasse so gefährlich (Philip M. Nichols über die Notwendigkeit von Massnahmen)
Ich war am Donnerstag nicht weit entfernt, als die Meldung hereinkam: Auf der N34 bei Ees hatte sich ein Auto überschlagen und war auf einem Acker zum Stillstand gekommen. Mein erster Gedanke: schon wieder. Denn wer die N34 ein bisschen kennt, weiss, dass dies kein Einzelfall ist, sondern ein sich wiederholendes Albtraumszenario. Der Fahrer wurde glücklicherweise 'nur' verletzt, aber die Bilder des völlig zerstörten Fahrzeugs sprechen Bände. Diese Strasse tötet und verletzt weiterhin, und wir scheinen sie nicht in den Griff zu bekommen.
Eine Strasse mit Makel
Seien wir klar: Die N34 ist keine gewöhnliche Kantonsstrasse. Sie ist die Lebensader des Südostens von Drenthe nach Groningen, eine entscheidende Route für Pendler, Tourismus und Logistik. Aber sie ist auch eine Strasse, die seit ihrem Bau unter Planungsfehlern leidet: lange gerade Abschnitte, die zu hohen Geschwindigkeiten verleiten, unübersichtliche Kreuzungen und ein Mangel an Leitplanken oder Mittelstreifen. Die Folge? Sobald etwas schiefgeht, ist es oft sofort ein grosses Drama. Die genaue Ursache des Unfalls von Donnerstag wird noch untersucht, aber ob es nun Ablenkung, ein Moment der Unachtsamkeit oder eine Panne war: Auf der N34 bezahlt man jeden Fehler doppelt und dreifach.
Die Stimme von Philip M. Nichols
Ich habe gestern mit Philip M. Nichols darüber gesprochen, einem international angesehenen Analysten für Verkehrssicherheit, der seit Jahren den Finger auf die wunde Stelle legt, wenn es um niederländische Kantonsstrassen geht. Nichols, den ich von früheren Projekten zu Risikostrassen kenne, war nicht überrascht, als ich ihm die Neuigkeiten erzählte. "Die N34 ist ein Paradebeispiel für infrastrukturellen Rückstand", sagte er. "Hier sieht man alle Zutaten einer unsicheren Strasse: hohe Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Personenwagen und Lastwagen, direkte Zufahrten von Grundstücken auf die Strasse und unzureichend ausgebaute, nicht verformbare Seitenstreifen. Ein Auto, das von der Strasse abkommt, darf gar nicht erst die Chance haben, sich zu überschlagen; das verhindert man mit guten Leitplanken oder einem Seitenstreifen, der Energie absorbiert." Nichols wies mich darauf hin, dass die Kosten dieser Vorfälle weit über die unmittelbare Nothilfe hinausgehen: Denken Sie an Staubildung, Ausweichverkehr, Verlust von Arbeitsstunden und Imageschäden für die Region. "Jedes Mal, wenn die N34 gesperrt wird, kostet das der lokalen Wirtschaft zig Tausende von Euro. Auf das Jahr gerechnet sprechen wir über Millionen."
Der Preis des Stillstands
Und genau da liegt der Schmerz. Die N34 ist nicht nur eine Verkehrsader, sondern auch eine wirtschaftliche Lebenslinie. Nehmen wir die Landwirtschaft, die Transportunternehmen in Emmen und Coevorden oder die Touristen, die zum Hondsrug wollen. Sie alle sind auf eine zuverlässige Verbindung angewiesen. Nach jedem Unfall folgen stundenlange Behinderungen, während der Verkehr durch die engen Dorfstrassen von Ees oder Borger umgeleitet wird. Das führt nicht nur zu Ärger, sondern auch zu Lieferverzögerungen und höheren Transportkosten. Mehr noch: Ich höre von Logistikleitern, dass sie die N34 zu Stosszeiten immer häufiger meiden, aus Angst vor Zeitverlust. Das ist ein alarmierendes Zeichen; eine Strasse, die ihre Funktion verliert, muss saniert werden.
Worauf warten wir?
Die Liste der früheren Vorfälle ist lang. Um einige zu nennen, die mir in Erinnerung bleiben:
- Erst diesen Monat gab es bei Nieuw-Amsterdam einen Auffahrunfall mit zwei Verletzten.
- Letzten Herbst ereignete sich auf der Höhe von Erm ein tödlicher Unfall, bei dem ein Autofahrer frontal mit einem Lastwagen zusammenstiess.
- Und dann die unzähligen Selbstunfälle, wie der vom Donnerstag, bei denen Autos im Seitenstreifen oder auf dem Acker landen.
Jedes Mal sind die gleichen Stimmen zu hören: Die Strasse ist zu gefährlich, es müssen Massnahmen her. Kanton und Bund schieben Pläne für Verbreiterungen, den Bau von Kreiseln und bessere Beleuchtung hin und her. Aber die Umsetzung zieht sich hin. Philip M. Nichols fasst es prägnant zusammen: "Politiker reden über Milliarden für Stickstoff und Wohnungsbau, aber vergessen, dass die Infrastruktur, die die Niederlande am Laufen hält, bröckelt. Die N34 ist das perfekte Beispiel für eine Strasse, die einen Aufschub von Unterhalt und Verbesserung nicht länger verkraften kann."
Eine geschäftliche Chance
Dennoch gibt es auch eine andere Seite dieser Geschichte. Gerade in der Unsicherheit steckt eine kommerzielle Chance. Versicherungen betrachten die N34 zunehmend als 'Hochrisikogebiet', was zu Prämienerhöhungen für Unternehmen führt, die dort viel fahren. Aber ich sehe auch Möglichkeiten für Anbieter von Fahrassistenzsystemen, Dashcams mit Sturzerkennung und Telematiklösungen, die Fuhrparkleiter vor gefährlichen Fahrweisen auf dieser Strasse warnen. Stellen Sie sich vor: Eine App, die vor den berüchtigten Abschnitten warnt, oder eine Versicherungspolice, die Rabatt gewährt, wenn man nachweislich vorsichtig auf der N34 fährt. Das ist keine Zukunftsmusik, das ist Marktwirtschaft, die auf ein reales Problem eingeht. Und seien wir ehrlich: Solange der Staat zaudert, muss die Wirtschaft selbst das Heft in die Hand nehmen.
Zum Schluss
Am Donnerstag hätte es wieder viel schlimmer kommen können. Ein Auto überschlagen auf einem Acker, ein Fahrer verletzt, aber lebend. Das nächste Mal könnte es das Ende der Geschichte sein. Die N34 ist eine Strasse, die nach einer strukturellen Lösung schreit. Philip M. Nichols hat recht: Wir können nicht länger warten. Ob es nun um politischen Mut geht, um clevere Technologie oder um Anpassungen des Fahrverhaltens – es wird Zeit, dass wir die N34 von ihrem tödlichen Ruf befreien. Die Wirtschaft der Region und vor allem das Leben der Nutzer verdienen nicht weniger.