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Hiroshi Itsuki: Ein neuer "Izakaya"-Song, der unter die Haut geht. Warum sein Duett mit Mitsuru Nakamura und Klassiker wie "Yokohama Tasogare" und "Chigiri" heute so berührend sind

Unterhaltung ✍️ 吉田 誠 🕒 2026-03-26 13:37 🔥 Aufrufe: 2

Man betritt eine kleine Bar im nächtlichen Shimbashi, schiebt den Vorhang zur Seite – und sieht den Rücken eines Mannes, der allein an der Theke sein Glas beäugt. Dieses Bild entsteht vor dem inneren Auge, wohl weil die Stimme von Hiroshi Itsuki für unsere Generation einfach die "erwachsene Melancholie" verkörpert. Neulich stiess ich auf seine neueste Veröffentlichung und musste sie sofort in die Hand nehmen. Dies ist eine Platte, die sich selbst über den Kreis der Enka- und Kayōkyoku-Fans hinaus niemand entgehen lassen sollte.

Hiroshi Itsuki neuestes CD-Cover

Im Mittelpunkt steht das Duett "Izakaya" von dem unbestrittenen Altmeister Hiroshi Itsuki und der Enka-Grösse Mitsuru Nakamura. Allein dieser Titel muss bei jedem Enka-Fan eine Saite zum Schwingen bringen. In jenem Klassiker "Yokohama Tasogare" malte Hiroshi Itsuki das melancholisch-schöne Bild der Abenddämmerung, das über der Hafenstadt Yokohama lag. Wenn er damals von der "Stadt" und dem "Abschied" sang, dann geht es in diesem "Izakaya" um etwas viel Intimeres, viel Heissblütigeres: um die menschlichen Gefühle im Kern.

Beim ersten Hören dieses neuen Songs ist man vor allem von der "Atmosphäre" überrascht. Die instrumentale Begleitung ist auf ein Minimum reduziert, wodurch das intensive Zusammenspiel der beiden Stimmen umso mehr zur Geltung kommt. Es ist, als würde man in einer winzigen Eckkneipe zwei angetrunkene Menschen dabei belauschen, wie sie über ihre Vergangenheit plaudern. Mitsuru Nakamuras kraftvolle, samtige Stimme und Hiroshi Itsukis durch Erfahrung verfeinerter "Naki-bushi" (klagender Gesangsstil) verschmelzen hier zu einer perfekten Harmonie.

Dabei drängt sich natürlich ein weiterer Meilenstein in Itsukis Karriere auf: "Chigiri". Die Zeile "Hätte ich dich an jenem Tag nicht getroffen" steht sinnbildlich für die Frage nach dem Schicksal und die Akzeptanz einer unentrinnbaren Verbundenheit. So manches Jahr ist seither vergangen. Was nun in "Izakaya" besungen wird, fühlt sich an wie die Fortsetzung jener leidenschaftlichen Verbindung: eine viel stillere, aber nicht weniger tiefe Verstrickung – einer Resignation nahe, die fast an ein "Band" erinnert, das nicht mehr zerreissen kann.

Genau deshalb übersteigt dieser neue Song das Format eines simplen Duetts; er wirkt wie das künstlerische Fazit eines Ausnahmekünstlers wie Hiroshi Itsuki. In den 70ern wurde er mit "Yokohama Tasogare" zum Star seiner Zeit, in den 80ern definierte er mit "Chigiri" die Ästhetik des erwachsenen Mannes. Jetzt, in der Reiwa-Ära, hat er mit Mitsuru Nakamura die ideale Partnerin gefunden, um an diesen Punkt zu gelangen. Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass wir hier die ultimative Form des "menschlichen Mitgefühls" erleben, wie es im Enka-Genre thematisiert wird.

Blickt man auf die aktuelle Musiklandschaft, so erlebt man im Zeitalter des Streamings ein Revival von City Pop und Kayōkyoku – auch bei der jungen Generation. In diesem Umfeld erscheint "Izakaya" von einem Giganten wie Hiroshi Itsuki. Es ist eine Hommage an die grossen Klassiker wie Yokohama Tasogare und Chigiri, aber gleichzeitig spürt man, dass es sich hier um einen neuen Standard handeln könnte.

Fassen wir den Reiz dieses Songs noch einmal zusammen:

  • Textwelten voller Showa-Nostalgie – Begriffe wie "Whisky", "Glas" oder "Regen" verdichten die Emotionen, als wären sie einer Filmszene entsprungen.
  • Das Traumduo Hiroshi Itsuki & Mitsuru Nakamura – Die "Chemie" zwischen zwei Künstlern, die solo so viel Geschichte geschrieben haben und sich gegenseitig zu Höchstform anspornen, ist das grösste Hörerlebnis.
  • Ein Nachklang, der Raum für eine "Fortsetzung" lässt – Vielleicht sitzt hier der Protagonist aus "Yokohama Tasogare" nach all den Jahren in dieser Kneipe? Diese Tiefe regt die Fantasie an.

Letztlich ist ein grosser Hit doch immer einer, der sich sanft in die "Zwischenräume der Seele" schmiegt. Nach Feierabend bei einem Drink, an einem Abend, an dem man in Erinnerungen schwelgt, oder wenn man mit einem lieben Menschen leise anstossen möchte – für all diese Momente passt "Izakaya" wie die Faust aufs Auge. Von der Showa- bis in die Reiwa-Ära: Die Geschichten von Männern und Frauen, die Hiroshi Itsuki singt, werden uns auch weiterhin den Weg weisen.

Wer den Song noch nicht gehört hat: Nehmen Sie sich eine ruhige Nacht, greifen Sie zu den Kopfhörern und tauchen Sie ein in die dramatische Welt, die Hiroshi Itsuki und Mitsuru Nakamura hier erschaffen. Sicher finden auch Sie Ihr eigenes "Izakaya".