Startseite > Unterhaltung > Artikel

米津玄師: Auch 2026 unaufhaltsam! Von «KICK BACK» und «Kanden» bis «Gikyoku» – diese Juwelene unter seinen Hits will man in der Karaoke-Box unbedingt mitsingen.

Unterhaltung ✍️ 音楽ジャーナリスト 佐藤 純 🕒 2026-03-26 13:46 🔥 Aufrufe: 2
米津玄師

Im Frühling 2026 liegt ein Aufbruch in der Luft, doch in der Musikszene bleibt Kenshi Yonezu die unerschütterliche Konstante. Man hat fast den Eindruck, dass seit Jahresbeginn kaum ein Tag vergeht, an dem seine Songs nicht irgendwo zu hören sind. Gerade jetzt, wo viele am Beginn eines neuen Lebensabschnitts stehen, treffen seine Lieder wieder ganz besonders ins Herz.

Neulich war ich mit Freunden in einer Karaoke-Box, zum ersten Mal seit Langem. Auf dem Auswahlbildschirm entschieden wir uns für die «Originalversion ohne Führungsmelodie» – und dann ging die Diskussion los, wer was singen sollte. Ganz oben auf der Liste stand «Kanden». Man kennt es: dieser treibende Puls, diese einzigartige Welt. Wenn man diesen Song singt, will man nicht nur die Töne treffen, sondern gleich die ganze Atmosphäre der Dramaserie «MIU404» heraufbeschwören. Dieses Gefühl der Erleichterung am Ende sucht seinesgleichen. Auch in den anderen Räumen sah ich viele, die «KICK BACK» wählten – offenbar um sich mit der Power von «Chainsaw Man» so richtig auszupowern. Das scheint inzwischen fast schon normal.

Natürlich ist auch der Evergreen «Lemon» nach wie vor ein Pflichtprogramm in jeder Karaoke-Runde. Bei jedem Mal aufs Neue fordert man sich selbst heraus, diese Melancholie perfekt rüberzubringen. Besonders der lange, eindringliche Refrain – wie weit schafft man es ohne Atemholen? Das wird dann gleich mit den anderen bewertet. Wie alle Songs von Yonezu ist auch dieser: Man kann ihn einfach nur hören und ist schon bedient, aber wenn man ihn selbst singt, spürt man erst, wie tief er wirklich geht.

Und seit Kurzem gibt es noch eine neue Facette, um seine Musik zu erleben. Denn seit letztem Monat ist die Karaoke-Version von «Gikyoku», dem Titelsong des neuen Studio-Ghibli-Films «Wie der Wind sich hebt», auf den verschiedenen Plattformen verfügbar. Offiziell heisst es «Gikyoku (Karaoke) [Originalinterpret: Kenshi Yonezu]». Und das, muss ich sagen, ist nochmal eine ganz eigene Liga.

Bei diesem Stück wird einem erst richtig bewusst, wie wichtig es ist, seinen ganz eigenen Ausdruck zu finden für die monumentale und doch so vertraut warme Stimmung des Originals. Die Bilder des Films hat man natürlich im Kopf, aber jede Textzeile wirkt, als erzähle sie einem etwas über den eigenen Lebensweg. Es geht hier nicht nur darum, «gut zu singen», sondern darum, wie man seine Gefühle einfliessen lässt – das ist plötzlich das Kriterium. Ich bin sicher, dass viele Menschen diesen Song künftig nutzen werden, um genau das auszudrücken: sich selbst.

Über alle Zeiten und Generationen hinweg

Was Kenshi Yonezu als Künstler so aussergewöhnlich macht, ist, dass jeder seiner Songs wie eine eigene Filmsequenz wirkt, jede mit einem völlig eigenen Charakter.

  • «Kanden»: Die rasante Geschwindigkeit der modernen Grossstadt gepaart mit der fast schon unheimlichen Abgründigkeit menschlicher Gefühle.
  • «KICK BACK»: Diese unbändige, glühende Energie, die auch mal zerstörerisch wirken kann, wie man sie aus Manga für Jugendliche kennt.
  • «Lemon»: Die stille Stärke, sich dem Gefühl des unwiederbringlichen Verlusts zu stellen, das wohl jeder schon einmal erlebt hat.
  • «Gikyoku»: Die Last des Lebens und die universelle Hoffnung, trotz allem weiterzugehen.

Immer wieder bin ich aufs Neue fasziniert, dass ein und derselbe Mensch all das erschaffen hat. Und seine Werke bleiben weit mehr als nur «erfolgreiche Hits». Sein Auftritt am Jahresende beim traditionellen Kohaku-Musikfestival ist mittlerweile schon fast Kunst. Und dann gibt es noch «Tsuki wo Miteita», das in Kollaboration mit einem grossen Videospiel entstand – wieder ein ganz anderer Aspekt seines Schaffens.

Seit Jahresbeginn sind viele seiner älteren Stücke wieder häufiger in den Charts vertaucht. Ohne dass es eine besondere Aktion gab, finden sie ganz von selbst ihren Weg zurück zu den Menschen. Das kann nur daran liegen, dass sie einen genau im richtigen Moment des eigenen Lebens abholen. Für alle, die im neuen Lebensabschnitt unsicher sind, ist es «Lemon»; für die, die voller Energie auf ein neues Ziel zusteuern, ist es «KICK BACK». Diese Lieder geben einem einen sanften Schubs – oder sagen einem, dass es in Ordnung ist, auch mal innezuhalten.

Sicher, mit Freunden in die Karaoke-Box zu gehen und gemeinsam Spass zu haben, ist toll. Aber in letzter Zeit ist es bei mir fast schon ein kleines, geheimes Hobby, «Gikyoku» allein zu üben. Der Song ist wirklich schwierig zu meistern. Aber genau das macht es ja so reizvoll, es immer wieder zu versuchen. Während ich jede Textzeile auf mich wirken lasse, zeichne ich mit meiner eigenen Stimme eine Welt. Ich bin wirklich dankbar, dass Yonezu uns solche kostbaren Momente schenkt.

Wenn wir uns diesem Jahr wieder nähern, wird es vielleicht schon wieder etwas Neues von ihm geben. Seine Konzerttickets sind nach wie vor so gut wie unerreichbar. Aber seine Songs sind trotzdem immer ganz nah bei uns. Vielleicht ist das gerade die intensivste Art, Musik in Japan heute zu erleben. Also, wie wäre es, wenn auch du heute deine Gefühle beben lässt – mit «Kanden», mit «Gikyoku», ganz wie du magst.