Itami heute: vertraut und doch unbekannt. Vom Bus ab Kobe Sannomiya, die Schlangen vor Namba – und dieser Käsekuchen.
In letzter Zeit merke ich immer wieder: Wenn es um das Lufttor nach Kansai geht, führt eigentlich kein Weg am Flughafen Itami vorbei. Offiziell heißt er zwar Flughafen Osaka-Itami, aber wir Einheimischen nennen ihn einfach „Itami“. Früher wurde hier mal „die meisten Starts und Landungen in ganz Japan“ abgewickelt, heute ist es etwas ruhiger geworden. Aber genau das macht ihn für mich aus: Er ist ein Flughafen, der irgendwie ein Gesicht hat.
Eine Frage der Zeit: Der Bus ab Kobe Sannomiya
Neulich hatte ich zum Beispiel einen Termin in Kobe und bin von dort direkt nach Itami gefahren. In Sannomiya steige ich oft am Bussteig für die Direktverbindung „Kobe Sannomiya Station (Limousinenbus Flughafen Itami/Kansai International)“ ein. Einfach genial, weil ich mir den ganzen Umstieg-Stress mit der Bahn spare. Kein Gepäck durch Bahnhöfe schleppen, kein Hetzen zwischen Hankyū- und JR-Bahnsteigen. Stattdessen entspannt im Bus sitzen und durchatmen. Ob geschäftlich oder privat – diese Qualität der Reisezeit ist für mich unbezahlbar. Von Sannomiya nach Itami sind es knapp 40 Minuten. Und ehe man sich’s versieht, ist man da, nach einem kurzen Stück Lesen oder einfach beim Blick aus dem Fenster.
Nicht nur im Flughafen, sondern auch drumherum gibt’s Geheimtipps
Das Tolle an Itami ist aber nicht nur das, was auf dem Vorfeld oder in den Terminals passiert. Wenn man ein paar Schritte weitergeht, ist man schon in Toyonaka, und da gibt es das „Hotel Fine Garden Toyonaka (Flughafen Itami)“. Ein Ort, bei dem sich die Einheimischen in „Kenner“ und „Ahnungslose“ aufteilen. Perfekt, wenn man am Abend vor dem Flug noch etwas Ruhe haben will oder spät nachts ankommt und einfach richtig ausschlafen möchte. Es gibt sogar einen kostenlosen Shuttlebus zum Flughafen, selbst für den ersten Morgenflug ist das total entspannt. Es ist, als hätte man eine private Erweiterung des Flughafens.
Was der Bahnhofsvorplatz Namba und Itami gemeinsam haben
Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich, dass der Flughafen Itami dem „Bahnhofsvorplatz Namba“ ziemlich ähnelt. Dieses lebendige Durcheinander in Namba, diese Energie von Menschen, die kommen und gehen. Beide sind Durchgangsorte – und doch auch ein Ziel für sich. Dabei ist Namba sogar perfekt an Itami angebunden: Die Limousinenbusse von Nankai Bus oder Osaka Airport Transport fahren regelmäßig. Man steht im Gewusel von Namba, und nach gut 30 Minuten ist man in einer komplett anderen Welt, der Flughafenhalle. Diese Nähe zum Tor in eine andere Welt – das ist es, was Osaka so besonders macht und Itami so stark.
- Warum der „Rikuro’s Shop“ am Flughafen so beliebt ist
- Abseits des Trubels der Hauptfiliale in Namba: Perfekt gelegen für einen entspannten Besuch vor dem Abflug.
- Viele kaufen hier Mitbringsel; die besondere Stimmung im Laden kommt von der Freude an der Auswahl.
- Den fluffigen, frisch gebackenen Käsekuchen auch zuhause nochmal so genießen? Der Geheimtipp (10 Sekunden in der Mikrowelle) ist längst zum Insiderwissen geworden.
Und zu guter Letzt darf auch der Gourmet in mir nicht zu kurz kommen. Im Terminal des Flughafens Itami gibt es den „Rikuro’s Shop Osaka Itami Airport“. Muss ich mehr sagen? Dieser unglaublich fluffige, frisch gebackene Käsekuchen. Man sieht die Geschäftsleute auf dem Rückweg von einer Dienstreise, die sich denken: „Den nehm ich mit.“ Oder die Touristen am Ende ihrer Reise, die in den Auslagen stöbern und sagen: „Das ist das perfekte Mitbringsel!“ Und plötzlich bildet sich eine Schlange. Am Flughafen will eben niemand auf die letzte Kleinigkeit verzichten – und das ist so typisch für Kansai.
Dass ein Flughafen nur ein Ort ist, „wo man auf etwas wartet“? Das ist vielleicht ein altes Bild. Der Flughafen Itami ist eher eine besondere kleine Stadt, in der die Geschichten derer, die warten, die abreisen, die zurückkehren und die jemanden abholen, sich kreuzen. Man entspannt im Bus ab Kobe Sannomiya, tankt Kraft im Hotel in Toyonaka, lässt den Trubel vom Bahnhof Namba Revue passieren – und greift am Ende nach diesem einen Käsekuchen. Auf diese typische Art, Kansai zu genießen, ist man hier genau richtig.