Aditya Dhars „Dhurandhar 2“: Der politische Sturm, die Beschwerde der Sikh-Gemeinschaft – und warum Ranveer Singh nicht zu stoppen ist
Wenn man hier in Toronto oder Vancouver durch den Feed scrollt, spürt man die Hitze, die bis aus Mumbai herüberweht. In aller Munde ist hier nicht einfach ein Filmstart – es geht um einen regelrechten Kultur-Sturm. Aditya Dhar, der visionäre Regisseur hinter Uri: The Surgical Strike, ist mit Dhurandhar 2 zurück. Und man kann sagen: Es ist ihm gelungen, was nur wenigen Filmemachern gelingt – Publikum und Kritiker in einen Zustand leidenschaftlicher, lautstarker Uneinigkeit zu versetzen. Und im Zentrum des Ganzen? Das Wirbelwind-Genie Ranveer Singh.
Wer sich schon so lange mit Bollywood beschäftigt, weiss: Wenn ein Film als «Thema nationaler Debatte» bezeichnet wird, ist das meist nur heisse PR-Luft. Aber das hier? Das ist handfest. Mehrere Handlungsstränge laufen parallel: eine Klage gegen den Hauptdarsteller, der emotionale Applaus eines Veteranen und ein tiefer Einblick in die politische Tonalität des Drehbuchs. Es ist das pure Chaos – und man fragt sich, wie Aditya Dhar hinter der Kamera nur so gelassen bleiben kann.
Die Beschwerde der Sikh-Gemeinschaft: Sturm im Wasserglas?
Der erste Aufschlag kam aus einer eher unerwarteten Ecke. Die Sikh-Gemeinschaft erstattete offiziell Anzeige gegen Ranveer Singh. Der Grund: Ein KI-generiertes Promo-Plakat zu Dhurandhar 2, das den Schauspieler angeblich in einer als respektlos empfundenen Pose zeigt. Ich habe das Plakat gesehen – und auch wenn die Absicht wohl reine Vermarktung war (um die «grösser-als-das-Leben»-Dimension des Einsatzes zu zeigen), darf man die Gefühle der Gemeinschaft nicht einfach ignorieren. In der heutigen Zeit, wo ein einziger Fehltritt monatelange Arbeit gefährden kann, war das ein riskanter Schachzug. Ranveer, bekannt für seinen ausgefallenen Stil und seine furchtlosen Entscheidungen, geriet ins Visier. Ob hier ein eigenmächtiges Marketing-Team am Werk war oder es ein Versehen am Set gab – es ist eine Erinnerung daran, dass in der Welt von Aditya Dhar die Einsätze nie nur filmischer Natur sind, sondern für das Publikum eine zutiefst persönliche Bedeutung haben.
Anupam Khers Salut: «Kaunsi Mitti Ke Bane Ho»
Aber während ein Teil der Öffentlichkeit Klage einreicht, erhebt sich ein anderer Teil zu Standing Ovations. Der Veteranen-Schauspieler Anupam Kher hielt mit seinem Lob nicht hinterm Berg, und seine Worte fassen die ideologische Spaltung um den Film ziemlich gut zusammen. Er pries Ranveer Singh und Aditya Dhar und fragte die Besetzung: «Kaunsi mitti ke bane ho» – sinngemäss: «Aus was für einem Holz seid ihr geschnitzt?»
Kher mochte den Film nicht einfach nur, er verteidigte ihn auch gegen jene, die ihm Propaganda vorwarfen. Sein Argument: Wenn man sich schäme, einen Film, der die Tapferkeit der eigenen Streitkräfte zeigt, «patriotisch» zu nennen, dann stimme etwas mit dem Diskurs nicht. Das ist ein starkes Indiz – vor allem, wenn es von einem Schauspieler seines Kalibers kommt. Es zeigt, dass das Team hinter Dhurandhar 2, insbesondere Aditya Dhar und sein Autorenteam (darunter Aditya Dharap und Aditya Dhariwal), einen Nerv getroffen haben, der die Leute zwingt, Stellung zu beziehen.
- Das Lob: Anupam Kher sieht den Film als notwendigen Schuss Realität und Mut, als Hommage an die Einsatzkräfte.
- Die Kontroverse: Die Beschwerde der Sikh-Gemeinschaft zeigt die schmale Grenze zwischen kreativer Freiheit und kultureller Sensibilität.
- Der Kern: Im Grunde zwingt Dhurandhar 2 zu einer Diskussion darüber, wie moderner indischer Patriotismus auf der Leinwand aussieht.
Anti-Terror, nicht Anti-Pakistan: Aditya Dhars Politik entschlüsseln
Hier wird es differenziert – und hier gebührt Aditya Dhar auch einiges an Anerkennung. In einer Zeit, in der Filme oft auf ein binäres «wir gegen sie»-Schema reduziert werden, deuten Branchen-Insider an, dass Dhurandhar 2 einen wesentlich komplexeren Pfad beschreitet. Das Gerücht hält sich, dass der Film entschieden Anti-Terror, nicht Anti-Pakistan sei. Das ist ein entscheidender Unterschied.
Wenn man sich an seine Arbeit bei Uri erinnert, hat Dhar das Talent, die Last einer Militäroperation spürbar zu machen, ohne gleich ein ganzes Volk zu pauschalisieren. Branchenkreise, die frühe Schnitte gesehen haben, bestätigen, dass dieser Film diese Philosophie noch unterstreicht. Es geht um die Ideologie des Terrors, um die Männer und Frauen, die ihn bekämpfen, und um das politische Schachspiel hinter verschlossenen Türen. Für die Diaspora hier in Kanada ist das eine Perspektive, die bei solchen Filmen im Ausland oft auf der Strecke bleibt. Wir bekommen nicht einfach nur einen Massen-Unterhalter – wir sehen einen Regisseur, der ein neues Genre des politischen Actionkinos zu definieren versucht.
Ranveer Singh trägt diese Bürde als Hauptdarsteller. Ob er sich nun mit dem juristischen Druck der Sikh-Gemeinschaft auseinandersetzt oder sich unter Anupam Khers Lob behauptet – er beweist, dass er nicht nur ein Star ist, der tanzen kann, sondern ein Schauspieler, der den Druck aushält, das Gesicht einer nationalen Diskussion zu sein.
Also, wenn Sie vorhaben, Dhurandhar 2 dieses Wochenende in einem der Cineplex-Kinos in Brampton oder Mississauga zu sehen, dann gehen Sie mit dem Wissen hinein: Sie schauen nicht einfach nur einen Film. Sie steigen mitten in eine Debatte. Und ehrlich gesagt: In einer Welt voller formelhafter Fortsetzungen – ist das nicht genau das Kino, über das wir reden sollten?