Accra pulsiert: Vom Fussballfieber über Mikrofinanzierung bis zur neuen grünen Stadt
Wer glaubt, Accra sei nur ein politisches Zentrum, der irrt gewaltig. Diese Stadt pulsiert, und zwar so richtig. Ob Fussballfan, Feinschmecker oder einfach neugierig auf eine der dynamischsten Hauptstädte Westafrikas – Accra hat auch diese Wagain wieder ein paar Geschichten parat, die man nicht verpassen sollte. Ich lebe seit Jahren hier und die Stadt wird einfach nie langweilig. Von der Hochspannung im Accra Sports Stadium bis zu den Sitzungszimmern internationaler Player – das ist es, was hier gerade abgeht.
Kampf um die Krone: Hearts of Oak unter Beschuss
Fangen wir mit dem Wichtigsten an: Fussball. Der Accra Hearts of Oak Sporting Club, für Eingeweihte einfach Hearts oder Phobians, steckt in einer schwierigen Phase. Letzten Monat war ich erst wieder im Accra Sports Stadium, als sie gegen Bibiani Gold Stars antraten. Man konnte die Anspannung richtiggehend spüren. Sie retteten noch ein Unentschieden, aber die Frustration war greifbar. Die Lücke auf den Tabellenführer ist auf einen einzigen Punkt geschrumpft, wie ich von einem Insider im Verein gehört habe. Der Meisterschaftskampf ist zum Sprint geworden, und jeder Punktverlust ist einer zu viel. Für die Fans geht es um alles oder nichts. Die Stimmung auf den Rängen war extrem aufgeheizt, das kann ich euch sagen. Und dieses Spiel gegen Asante Kotoko im November? Diese 0:1-Heimniederlage sass bei vielen Anhängern noch tief, erzählte mir neulich ein Fan in einer Bar in Osu. Das Accra Sports Stadium ist an Spieltagen ein brodelnder Hexenkessel, und die kommenden Wochen werden entscheidend sein.
Globale Player und ein holländischer Touch in der Stadt
Aber Accra ist mehr als nur Fussball. Die Stadt zieht zunehmend internationale Aufmerksamkeit auf sich. Nehmen wir Opportunity International. Diese Organisation hat kürzlich hier ihr globales Boardmeeting abgehalten. Das klingt vielleicht nach einem langweiligen Meeting-Marathon, aber das Gegenteil war der Fall, wie mir ein guter Bekannter, der dabei war, versicherte. Es ging um Unternehmerinnen und Kleinbauern, das Rückgrat der ghanaischen Wirtschaft. Sie feierten nicht nur ihr dreissigjähriges Bestehen hier, sondern schmiedeten auch konkrete Pläne, um in den kommenden Jahren noch mehr Menschen mit Krediten und Sparprodukten zu unterstützen. Das Treffen fand im Mövenpick Hotel statt, aber wer die schönen Dinge des Lebens geniessen will, kommt am Golden Tulip Accra nicht vorbei. Dieses Hotel, ein Begriff für verwöhnte Reisende, hat kürzlich einen frischen Wind bekommen. Die französische Hotelkette hat das Management nämlich wieder selbst übernommen und hat grosse Pläne für ihre Häuser in Afrika, wie ich von jemandem aus der ghanaischen Hotellerie hörte. Man merkt es am Service und an der neuen Energie in der Lobby. Ein prima Ort, um dem täglichen Chaos der Stadt mit einem guten Glas Wein kurz zu entfliehen.
Grünes Licht für die Zukunft: Greater Accra wächst
Und dann gibt es da noch die grossen Neuigkeiten für die gesamte Region. Die Regierung hat bestätigt, dass die Pläne für die Green Digital City vorangetrieben werden. Ein Eingeweihter verriet mir, dass Präsident Mahama versprochen hat, Anfang dieses Jahres eine spezielle Taskforce einzusetzen, die den Bau dieser neuen Stadt begleiten soll. Und nein, zur Klarstellung: Accra bleibt natürlich die Hauptstadt. Aber diese neue Stadt, die sich über die Regionen Greater Accra, Eastern und Volta erstrecken soll, wird die überfüllte Hauptstadt entlasten. Regierungsdienste und wichtige Institutionen sollen dort ein neues Zuhause finden. Es ist ein gigantisches Projekt, das in den kommenden Jahrzehnten das Gesicht der Region komplett verändern wird, wie in politischen Kreisen in Accra gemunkelt wird.
Frauen am Steuer: Ein unvergesslicher Flug
Und schliesslich noch eine wunderbare Initiative, die in Accra Station machte. Ethiopian Airlines, die grösste Fluggesellschaft Afrikas, beschloss, den Internationalen Frauentag mit einer besonderen Geste zu feiern. Am 7. März starteten nicht weniger als acht Flüge zu verschiedenen Zielen, darunter Accra, die komplett von Frauen durchgeführt wurden. Von den Pilotinnen bis zum Bodenpersonal – es war ein beeindruckendes Bild und ein starkes Statement. Der Flug aus Addis Abeba landete mit einem Lächeln und einer Ladung Inspiration auf dem Kotoka International Airport. Es passt genau ins Bild einer Stadt und eines Landes, das Fortschritte macht, in dem Frauen anpacken und die Wirtschaft am Laufen halten. Ob es nun ist:
- Die Marktfrauen in Makola, die ihre Ware verkaufen.
- Die Unternehmerinnen, die Unterstützung von Organisationen wie Opportunity International erhalten.
- Oder die Pilotinnen, die in die Lüfte gehen.
Accra läuft dank ihrer Kraft.
Kurzum, Accra ist in Bewegung. Es ist eine Stadt der Gegensätze, in der uralte Traditionen Hand in Hand mit Zukunftsvisionen gehen. Vom heissen Atem im Nacken der Fussballclubs bis zum Bauplan einer brandneuen Stadt: Es ist ein Ort, den man ins Herz schliesst und der einen nie mehr loslässt. Und ich sage euch: Augen auf, denn das Beste kommt noch.