Startseite > Nachrichten > Artikel

Accra pulsiert: Vom Fußballfieber und Mikrofinanzierung bis zur neuen grünen Stadt

Nachrichten ✍️ Bram de Wit 🕒 2026-03-11 16:44 🔥 Aufrufe: 1
Stimmungsbild von Accra, Ghana

Wer glaubt, Accra sei nur ein politisches Zentrum, der irrt gewaltig. Diese Stadt pulsiert, und zwar so richtig. Ob Fußballfan, Genießer der lokalen Küche oder einfach neugierig auf das Geschehen in einer der dynamischsten Hauptstädte Westafrikas – Accra hat auch diese Woche wieder ein paar Geschichten zu bieten, die man nicht verpassen sollte. Ich lebe seit Jahren hier und die Stadt wird einfach nie langweilig. Von der elektrisierenden Spannung im Accra Sports Stadium bis hin zu den Vorstandsetagen internationaler Akteure – das ist es, was hier gerade los ist.

Der Kampf um die Krone: Hearts of Oak unter Druck

Beginnen wir mit dem Wichtigsten: Fußball. Der Accra Hearts of Oak Sporting Club, für Eingeweihte einfach Hearts oder die Phobians, steckt in einer schwierigen Phase. Erst letzten Monat war ich dabei im Accra Sports Stadium, als sie gegen Bibiani Gold Stars antraten. Die Anspannung war zum Greifen. Sie retteten zwar noch ein Unentschieden, aber die Frustration war spürbar. Der Abstand zum Tabellenführer ist auf einen einzigen Punkt geschrumpft, wie ich von einem Insider im Verein gehört habe. Der Meisterschaftskampf ist zu einem wahren Sprint geworden, und jeder Punktverlust ist einer zu viel. Für die Fans geht es um alles oder nichts. Die Stimmung auf den Rängen war extrem aufgeheizt, das kann ich euch sagen. Und dieses Spiel gegen Asante Kotoko im November? Diese 0:1-Heimniederlage saß bei vielen Anhängern noch tief, erzählte mir neulich ein Fan in einer Bar in Osu. Das Accra Sports Stadium ist an Spieltagen ein kochender Hexenkessel, und die kommenden Wochen werden entscheidend sein.

Globale Player und ein Hauch von Internationalität in der Stadt

Aber Accra ist mehr als nur Fußball. Die Stadt zieht zunehmend internationale Aufmerksamkeit auf sich. Nehmen wir zum Beispiel Opportunity International. Die Organisation hat kürzlich hier ihre globale Vorstandssitzung abgehalten. Das klingt vielleicht nach einer staubigen Konferenz, aber das Gegenteil war der Fall, wie mir ein guter Bekannter, der dabei war, versicherte. Es ging um Unternehmerinnen und Kleinbauern, das Rückgrat der ghanaischen Wirtschaft. Sie feierten nicht nur ihr dreißigjähriges Bestehen hier, sondern schmiedeten auch konkrete Pläne, um in den kommenden Jahren noch mehr Menschen Zugang zu Krediten und Sparprodukten zu verschaffen. Dieses Treffen fand im Mövenpick Hotel statt, aber wer die schönen Dinge des Lebens genießen möchte, kommt am Golden Tulip Accra nicht vorbei. Dieses Hotel, ein Begriff für Reisende, die etwas mehr gewohnt sind, hat kürzlich frischen Wind bekommen. Das Management wurde nämlich von der französischen Kette selbst übernommen, die große Pläne für ihre Häuser in Afrika hat, wie ich von jemandem aus der ghanaischen Hotellerie hörte. Man merkt es am Service und der neuen Energie in der Lobby. Ein hervorragender Ort, um dem alltäglichen Trubel der Stadt für eine Weile zu entfliehen und ein gutes Glas Wein zu genießen.

Grünes Licht für die Zukunft: Greater Accra expandiert

Und dann gibt es noch die großen Neuigkeiten für die gesamte Region. Die Regierung hat bestätigt, dass die Pläne für die Green Digital City vorangetrieben werden. Ein Eingeweihter verriet mir, dass Präsident Mahama versprochen hat, Anfang des Jahres eine spezielle Taskforce einzusetzen, die den Aufbau dieser neuen Stadt begleiten soll. Und nein, zur Klarstellung: Accra bleibt weiterhin die Hauptstadt. Aber diese neue Stadt, die sich über die Regionen Greater Accra, Eastern und Volta erstrecken soll, wird die überfüllte Hauptstadt entlasten. Regierungsdienste und wichtige Institutionen sollen dort eine neue Heimat finden. Es ist ein gigantisches Projekt, das in den kommenden Jahrzehnten das Gesicht der Region völlig verändern wird, wie in politischen Kreisen in Accra gemunkelt wird.

Frauen am Steuer: Ein unvergesslicher Flug

Zum Schluss noch eine wunderbare Initiative, die Accra berührte. Ethiopian Airlines, die größte Fluggesellschaft Afrikas, beschloss, den Internationalen Frauentag mit einer besonderen Geste zu feiern. Am 7. März starteten nicht weniger als acht Flüge zu verschiedenen Zielen, darunter auch Accra, die komplett von Frauen geflogen und betreut wurden. Von den Pilotinnen bis zum Bodenpersonal – es war ein beeindruckendes Bild und ein starkes Statement. Der Flug aus Addis Abeba landete mit einem Lächeln und einer Menge Inspiration auf dem Kotoka International Airport. Es passt genau in das Bild einer Stadt und eines Landes, das Fortschritte macht, in dem Frauen anpacken und die Wirtschaft am Laufen halten. Ob es nun ist:

  • Die Marktfrauen in Makola, die ihre Waren verkaufen.
  • Die Unternehmerinnen, die Unterstützung von Organisationen wie Opportunity International erhalten.
  • Oder die Pilotinnen, die in die Lüfte gehen.

Accra lebt von ihrer Stärke.

Kurzum, Accra ist in Bewegung. Es ist eine Stadt der Gegensätze, in der uralte Traditionen Hand in Hand mit Zukunftsvisionen gehen. Vom heißen Atem im Nacken der Fußballclubs bis zum Bauplan einer brandneuen Stadt: Es ist ein Ort, der einen nicht mehr loslässt. Und ich sage nur: Augen auf, denn das Beste kommt noch.