Ortona zwischen Unwetter, Geschichte und Sport: Schulen geschlossen, Gas unterbrochen – und die Kraft der Pallavolo Impavida
Wer sagt denn, dass die Küste der Abruzzen nur aus Sonne und Strand besteht? Wir hier in Ortona wissen es besser: Wenn der Wind umschlägt, wird der Himmel bleigrau, und das Unwetter bricht mit einer Wucht über die Küste herein, mit der man nicht rechnet. In diesen ersten Apriltagen hat die Stadt die Türen geschlossen und die Zähne zusammengebissen. Der 1. April? Schulen zu, höchste Unwetterwarnung. Die Kinder zu Hause, leere Straßen, und die Lokalbetreiber an der Uferpromenade haben Herzklopfen. Dann gestern, am 2. April, der kalte Schauer (buchstäblich) für Viertel wie Feudo, Lazzaretto, Savini und Foro. Kein Gas. Nicht mal eine Flamme, um eine Portion Pasta zu kochen oder eine warme Dusche zu nehmen, nachdem man die Jacke nass geworden ist. Die Schäden des Gewitters haben die Leitungen lahmgelegt, und der Ärger bei den Leuten sitzt tief.
Aber wenn ich eines gelernt habe, seit ich hier lebe, dann das: Ortona ist keine Stadt, die aufgibt. Das hat sie 1943 nicht getan, als Häuser zu Schützengräben wurden und jede Ecke ein Schlachtfeld war. Die Schlacht von Ortona, ausgetragen zwischen deutschen Fallschirmjägern und kanadischen Infanteristen, gehörte zu den blutigsten des Italienfeldzugs. Straße für Straße, Haus für Haus, während Pioniere tragende Wände sprengten. Man nannte es das „kleine Stalingrad“. Und heute, wenn du an der Promenade entlanggehst oder dich im Café auf der Piazza Trento e Trieste niederlässt, denkst du vielleicht nicht daran. Aber der Kanadische Soldatenfriedhof von Ortona auf jener grünen Anhöhe mit Blick aufs Meer erinnert dich jeden Tag daran. Mehr als tausend weiße Gräber, aufgereiht wie Soldaten beim Appell. Eine Stille, die schwer lastet, aber auch eine Lehre ist.
Deshalb lasse ich mich nicht in Panik versetzen, wenn der Regen kommt oder der Wind die Gaszähler ausschaltet. Die Pallavolo Impavida Ortona zeigt, wie es geht. Kennt ihr das? Diese Mannschaft, die niemals einen Satz aufgibt, verlorene Bälle zurückholt und das Spiel in den letzten Ballwechseln noch dreht? Genau, aus dem gleichen Holz sind wir geschnitzt. Die Impavida ist das pulsierende Herz dieser Gemeinschaft: Jugendliche, die in der Halle schwitzen, Eltern, die das PalaBianchini füllen, und diese Mentalität: „Wer stehen bleibt, ist verloren.“ Während draußen dieser verdammte Aprilwind blies, herrschte in der Halle Aufbruchstimmung. Und das ist keine Metapher.
Fassen wir mal ganz einfach zusammen, was dieses Unwetter hinterlassen hat:
- Schulen geschlossen am 1. April: eine Sicherheitsmaßnahme, weil Böen Äste heruntergerissen und die Wege gefährlich gemacht haben. Die Kinder freuen sich, die Eltern weniger – aber lieber ein Tag zu Hause als ein Unfall.
- Beeinträchtigungen in Feudo, Lazzaretto, Savini und Foro: Gasunterbrechung wegen Sturmschäden an den Leitungen. Kein Herd, keine Heizung. Die Techniker sind am Werk, aber die Geduld ist am Ende.
- Soforthilfe: Die Gemeinde hat bereits Mittel bereitgestellt, um die schlimmsten Schäden zu reparieren. Es geht um Zehntausende Euro, aber die Bürokratie ist langsam – und wer in diesen Gegenden wohnt, weiß das besser als ich.
Jetzt scheint der Regen aufgehört zu haben, auf die Dächer zu trommeln, und die Warnung ist aufgehoben. Aber das Thermometer für den Willen, wieder loszulegen, steht schon hoch. Denn Ortona ist so: Nach der Schlacht baut man auf, nach dem Unwetter fegt man die faulen Blätter weg, nach einem verlorenen Satz geht man wieder ans Netz und greift noch härter an. Und während ich das schreibe, denke ich an die Jungs der Pallavolo Impavida Ortona, an jene Spieler, die ich mit Namen kenne, an die Gesichter, denen ich im Supermarkt begegne. Sie machen nicht halt. Wir auch nicht.
Wenn ihr zufällig in diese Ecke kommt, macht einen Abstecher zum Kanadischen Soldatenfriedhof von Ortona. Bringt eine Blume, einen Gedanken, auch nur eine Minute Stille. Und dann schaut euch ein Spiel der Impavida an. Ihr werdet genau dasselbe spüren: das Geräusch einer Gemeinschaft, die nicht verlieren kann. Auch nicht, wenn der Himmel sie ohrfeigt.