Das antike Rom kommt: Warum das Melbourne Museum diesen Herbst ein Muss ist
Wenn du diese Woche am Royal Exhibition Building vorbeigekommen bist und eine Schlange um die Ecke bemerkt hast – keine Sorge, das ist nicht schon wieder ein ausverkauftes Konzert im Forum. Die Aufregung kommt von nebenan, aus dem Melbourne Museum. Was seit Monaten gemunkelt wurde, ist jetzt Realität: Eine riesige Sammlung antiker römischer Artefakte ist in den Carlton Gardens gelandet. Und ganz ehrlich? Genau so einen kulturellen Volltreffer liebt diese Stadt.
Ich war heute Morgen dort und hab mir das Ganze angesehen – und der Hype ist absolut berechtigt. Hier reden wir nicht über ein paar staubige Scherben in einer Nische. Das ist eine große Ausstellung, die in jeden Lonely Planet Experience East Coast Australia-Reiseführer gehören würde. So etwas würde man sonst quer durchs Land fahren, und jetzt haben wir es praktisch vor der Haustür.
Eintauchen ins Imperium
Für alle, die vom antiken Rom nicht genug kriegen können – und mal ehrlich, wen fasziniert diese Mischung aus Größenwahn, Intrigen und architektonischem Genie nicht? – ist diese Schau ein echter Schatz. Die Ausstellung zeigt Skulpturen, die genauso gut noch immer im Forum stehen könnten, kunstvolle Mosaike und persönliche Gegenstände, die die 2.000 Jahre zwischen uns und den Römern wie im Nu überbrücken. Da ist zum Beispiel dieser Bronzekopf einer Gottheit – bei dem blieb mir fast die Spucke weg. Die Handwerkskunst ist so fein, dass man fast meint, die Fingerabdrücke des Künstlers zu sehen.
Das Team von Museums Victoria hat das wirklich brillant gemacht. Es ist ihnen gelungen, die Größe des "Imperiums" – denken wir an diese monumentalen Marmorbüsten – mit den ganz persönlichen Geschichten der Menschen in Einklang zu bringen. Wenn man die Ausstellung verlässt, hat man das Gefühl, die Menschen hinter der Macht wirklich verstanden zu haben, nicht nur die Kaiser.
Mehr als nur Marmor und Mosaike
Natürlich geht es heute bei einem Museumsbesuch längst nicht mehr nur um die Haupthalle. Wenn du dir einen ganzen Tag Zeit nehmen willst (und das solltest du auch), hast du viele Möglichkeiten. Direkt nebenan ist das IMAX Melbourne, wo gerade einige Naturdokus und Blockbuster laufen, die auf dieser riesigen Leinwand unglaublich aussehen. Es hat schon was Surreales, erst durch einen ruhigen Ausstellungsraum mit 2.000 Jahre alten Artefakten zu schlendern und eine halbe Stunde später auf der drittgrößten Kinoleinwand der Welt in ein Tiefseeabenteuer einzutauchen.
Und wenn du zu den Leuten gehörst, die sich vorher gerne in die Geschichten dahinter vertiefen, hab ich ein paar Themen für dich. Da wäre zum einen Jess McGeachin. Wenn du Kinder hast (oder einfach wunderschöne Illustrationen magst), dann sind seine Bücher der perfekte Zugang zu den naturkundlichen Sammlungen des Museums. Seine Werke sind wie eine Schatzkarte durch die Archive.
Aber für die True-Crime-Fans unter uns: Ihr müsst unbedingt The Butterfly Thief: Adventure, Empire, and Australia’s Greatest Museum Heist lesen. Ich weiß, der Titel klingt, als wäre er für eine Netflix-Serie gemacht. Es geht um einen unglaublichen Abschnitt der lokalen Geschichte, der völlig absurd klingt – gestohlene Exemplare und ein Drama voller Spannungen, das sich direkt in den Museumswänden abspielte. Wenn du das vor deinem Ausstellungsbesuch liest, bekommt alles eine ganz besondere Note. Auf einmal betrachtet man die Vitrinen mit ganz anderen Augen und fragt sich, welche Reise jedes einzelne Objekt hierher zurückgelegt hat.
Dein Besuch – ganz entspannt
Egal, ob du ein Einheimischer bist oder den Lonely Planet Experience East Coast Australia-Reiseführer abarbeitest: Mit diesen Tipps wird dein Besuch im Melbourne Museum jetzt perfekt:
- Früh kommen oder später gehen: Die Römer-Ausstellung zieht viele Besucher an. Am besten wählst du die erste Session am Morgen oder den letzten Einlass am Nachmittag, um den größten Ansturm am Mittag zu vermeiden.
- Kombi-Ticket: Frag an der Kasse nach einem Kombi-Ticket für Museums Victoria + IMAX Melbourne. Das ist günstiger und du sparst dir das zweimalige Anstehen.
- Einen Kaffee holen: Das Museumscafé ist überraschend gut. Hol dir einen Flat White und setz dich auf den Platz davor, um das Treiben zu beobachten – ein perfekter Ort für ein bisschen People-Watching.
- Schon mal reinlesen: Tu dir selbst einen Gefallen und schau dir Jess McGeachins illustrierte Führer an, bevor du mit den Kindern kommst, oder lad dir eine Leseprobe von The Butterfly Thief herunter. Das macht aus einem tollen Tag einen großartigen.
Schau, der Winter in Melbourne kann schon ziemlich ungemütlich sein – der Wind pfeift durch die Stadt und man zählt eigentlich nur die Minuten, bis man wieder in einer geheizten Kneipe sitzt. Aber genau jetzt ist das Museumsviertel der Ort, an dem man sein muss. Es ist warm, es ist kulturell ein Volltreffer, und die nächsten Monate kommst du einem Ausflug ins Kolosseum so nah, wie es ohne Flugzeug möglich ist. Also hin da, bevor die großen Schulferien losgehen und das Geheimnis endgültig gelüftet ist.