Dow Jones stürzt ab: Ölpreis durch Iran-Eskalation über 100-Dollar-Marke
Es ist einer dieser Montage, an denen der Kaffee einfach extra stark sein muss. Wenn Sie ein Portfolio haben, in dem etwas auf dem Spiel steht, starren Sie wahrscheinlich auf die Bildschirme und fragen sich, was da gerade los ist. Die Futures auf den Dow Jones Industrial Average gaben vorbörslich deutlich nach, und der Grund liegt auf der Hand: Die Ölpreise sind durch die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar pro Barrel gebrochen und steigen weiter.
Der Auslöser? Die Eskalation im Iran-Konflikt über das Wochenende hält alle in Atem. Hier geht es nicht um eine kleine Delle; das ist ein geopolitischer Erdstoß, der die Risikobereitschaft der gesamten US-Aktienmärkte infrage stellt. Und wenn selbst der S&P 500 ins Schwitzen kommt, weiß man, dass es ernst ist.
Ich habe heute Morgen einige Einschätzungen von Technischen Analysten eingeholt. Clive Lambert, der schon einige dieser Zyklen miterlebt hat, wies darauf hin, dass die technischen Unterstützungsniveaus des Dow nun ernsthaft bedroht sind. "Wir haben einige wichtige gleitende Durchschnitte durchbrochen", würde er argumentieren, "und wenn wir nicht bald eine Erholung sehen, könnte das nächste Unterstützungsniveau deutlich tiefer liegen." Das ist nicht nur Chart-Gerede – wenn jemand wie Lambert den Verkaufsdruck thematisiert, sollte man hinhören.
Und dann ist da noch der langfristige Blick. J. Anthony Boeckh, dessen Arbeiten über Finanzzyklen für jeden, der ernsthaft Geld verwaltet, Pflichtlektüre sind, würde uns daran erinnern, dass solche Momente oft die Spreu vom Weizen trennen. Er hat ausführlich darüber geschrieben, wie Märkte derartige Schocks verarbeiten, und der entscheidende Punkt ist, ob die zugrundeliegende Wirtschaft eine längere Phase hoher Energiepreise verkraften kann. Der Markt sagt gerade: "Nein."
Das Ganze ist nicht nur ein nordamerikanisches Phänomen. Auch der EURO STOXX 50 wurde im frühen Handel durchgeschüttelt. Die europäischen Märkte reagieren noch empfindlicher auf Energieschocks, und angesichts der Gefahr von Lieferkettenunterbrechungen durch die Lage im Nahen Osten war der Ausverkauf breit angelegt. Besonders stark traf es die energieintensiven Sektoren wie Auto- und Chemiewerte.
- Dow-Futures: Über 500 Punkte im Minus, was auf einen verheerenden Start für den 30-Werte-Index hindeutet.
- Öl: West Texas Intermediate erreichte kurzzeitig 105 Dollar pro Barrel – ein Niveau, das seit Jahren nicht mehr gesehen wurde.
- Sichere Häfen: Gold und der US-Dollar sind gefragt, da Anleger nach Deckung suchen.
- TSX: Kanada bleibt nicht verschont – unser energie lastiger Index könnte zwar vom Ölpreis profitieren, der globale Ausverkauf bei Aktien lastet jedoch schwer auf ihm.
Wie geht es also weiter? Die nächsten Stunden sind entscheidend. Wenn der Dow Jones Industrial Average keinen Halt findet und einen Teil der Verluste nicht wettmachen kann, könnte das eine raue Woche werden. Die alten Hasen im Handel – ja, es gibt sie noch – würden sagen, dass man in Momenten wie diesen die Spreu vom Weizen trennt. Im Moment ist das Signal laut und deutlich: Niemand will sich vor diesen Güterzug stellen.
Behalten Sie die Öl-Futures im Auge, verfolgen Sie die Schlagzeilen aus dem Nahen Osten, und halten Sie sich vielleicht mit großen Entscheidungen zurück, bis sich die Lage beruhigt hat. Dieser Markt ist heute nichts für Zartbesaitete.