Spritpreis Österreich aktuell: Wegen Iran-Konflikt steigen die Benzinpreise – Das rät der ÖAMTC
Wer in diesen Tagen zur Tankstelle fährt, spürt es direkt im Geldbörsel: Der Spritpreis in Österreich ist wieder auf dem Vormarsch. Was viele Autofahrer bereits an der Zapfsäule merken, hat einen handfesten politischen Hintergrund. Die Eskalation im Nahen Osten und die damit verbundene Blockade der Straße von Hormus treiben die Ölpreise weltweit in die Höhe – und das macht auch vor Österreich nicht Halt.
Darum wird das Tanken jetzt teurer
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Über sie wird etwa ein Fünftel des globalen Ölhandels abgewickelt. Die jüngsten Kampfhandlungen und die Ankündigungen aus Teheran haben die Lieferketten massiv verunsichert. Die Folge: Der Rohölpreis ist innerhalb weniger Tage regelrecht explodiert. Auch wenn das Benzin, das wir heute tanken, vor Wochen gekauft und raffiniert wurde, geben die Importeure die gestiegenen Beschaffungskosten mit einer gewissen Verzögerung an uns Konsumenten weiter. Es ist also weniger "Abzocke", wie mancher Fahrer an der Kassa murmelt, sondern schlicht die Nachwirkung der internationalen Märkte. Die erste Welle hat uns bereits Ende Februar erwischt, und es wird nicht die letzte gewesen sein.
Zwei-Euro-Marke in Sichtweite?
Die großen Fragen, die sich jetzt alle stellen: Wie hoch geht der Benzinpreis Österreich noch? Die Experten vom Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) rechnen damit, dass wir bald die Marke von zwei Euro pro Liter wieder sehen könnten. Roland Bilang, der Geschäftsführer des Verbands, warnt davor, dass die Preise in den kommenden Tagen und Wochen weiter anziehen werden. Das letzte Mal, dass wir solche Niveaus sahen, war während der Energiekrise nach dem Ukraine-Krieg, als der Preis zwischenzeitlich auf über 2,20 Euro schoss. Damals wie heute gilt: Geopolitische Krisen lassen die Kassen der Mineralölkonzerne klingeln – und die Autofahrer zahlen drauf. Der "Preismonitor" der Bundeswettbewerbsbehörde kann da nur hilflos zusehen, denn es fehlen die rechtlichen Mittel, um gegen diese "opportunistischen" Preissprünge vorzugehen. Nicolas Pages, ein unabhängiger Energieökonom, sieht ebenfalls schwarz: "Die Unsicherheit bleibt der größte Preistreiber – und die Märkte reagieren darauf wie ein Monster, das kaum zu bändigen ist."
Der ÖAMTC als Navigator im Preischaos
Doch so hilflos, wie es sich anhört, sind wir nicht. Der ÖAMTC bietet mit seinem Spritpreisrechner ein hervorragendes Werkzeug, um Schnäppchen zu jagen. Denn eines ist klar: Der Durchblicker Spritpreisvergleich (und ähnliche Vergleicher) zeigen immer wieder, dass die Unterschiede enorm sind. Wer einfach an die nächste Autobahnraststätte fährt, wird abkassiert. Wer aber ein bisserl sucht, kann richtig sparen. Hier ein paar Strategien, wie Sie dem Wahnsinn trotzen:
- Meiden Sie die Autobahn: Tankstellen entlang der Autobahnen sind traditionell die teuersten. Die Preise können hier problemlos über zwei Euro liegen, während es im Dorf nebenan deutlich günstiger ist.
- Nutzen Sie Vergleichs-Apps: Ob über den ÖAMTC-Rechner oder Dienste wie Cheap Fuel Prices — Fillzz – ein kurzer Blick aufs Handy vor der Abfahrt kann richtig Geld sparen. Gerade in Grenznähe oder in Regionen mit vielen Anbietern lohnt sich der Vergleich.
- Bundesländer-Vergleich spart Geld: Die Analysen zeigen, dass man in Niederösterreich und im Burgenland oft am günstigsten Super und Super Plus tankt. Teuer wird es dagegen in Tirol oder Vorarlberg. Und wer wirklich sparen will, fährt nach Kleinwalsertal – dank Zollausschlussgebiet ist der Sprit dort unschlagbar günstig.
- Wundern Sie sich nicht über regionale Unterschiede: Die Preispolitik ist oft intransparent. Während die eine Kette die Preiserhöhungen bereits offen kommuniziert, geben sich andere zugeknöpft und verweisen auf die regionalen Genossenschaften, die selbst entscheiden.
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen
Um das Ganze etwas greifbarer zu machen: Noch Anfang Februar lag der Durchschnittspreis für einen Liter Super bei rund 1,67 Euro. Diese Zeiten sind vorerst vorbei. Viele Tankstellen haben bereits auf 1,75 Euro aufgeschlagen. Und es wird weitergehen. Ich tippe darauf, dass wir in den nächsten zwei Wochen vielerorts die Zwei vor dem Komma sehen werden. Die Lage ist dynamisch, und die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Konflikts ist leider verflogen. Die Unsicherheit bleibt der größte Preistreiber.
Bleiben Sie also wachsam, vergleichen Sie die Preise – vielleicht entdecken Sie ja sogar die eine oder andere Tankstelle, die noch nicht nachgezogen hat. In Zeiten wie diesen wird der Tankvorgang zur strategischen Aufgabe.