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Patt zwischen Rot und Blau: Neue Umfrage beschert Løkke das Traumszenario des Königsmachers

Politik ✍️ Mikkel Vinther 🕒 2026-03-18 05:56 🔥 Aufrufe: 1

Es ist weniger als eine Woche bis zur Folketingswahl, und wer glaubte, die Wähler hätten ihre Entscheidung bereits getroffen, der täuscht sich. In den Korridoren der Macht raunt man sich zu, dass eine brandaktuelle Umfrage das Bild einer Wahl zeichnet, die unentschiedener ist als je zuvor. Es ist ein echter Krimi, und der Einzige, der sich jetzt zurücklehnen und das Schauspiel genießen kann, ist Lars Løkke Rasmussen.

Seks partiledere til valgmøde i Brande

Løkke träumt weiter: Der Königsmacher aus Frederiksberg

Die Umfrage zeigt ein vollkommenes Patt. Der rote Block kommt auf 47,7 Prozent der Stimmen, während der blaue Block 46,7 Prozent für sich verbuchen kann. So knapp kann es kaum sein, und das bedeutet nur eines: Die Moderaterne und Lars Løkke Rasmussen erhalten die Schlüssel zum Statsministerium. Er hat von Anfang an gesagt, dass er deshalb die Partei gegründet hat. Jetzt befindet er sich mitten in seiner Traumposition, in der er sich für eine Seite entscheiden kann. Wird es ein Tête-à-Tête mit Mette Frederiksen, oder reicht er den Überresten seiner alten Venstre die Hand?

DF macht Støjberg Konkurrenz

Während Løkke lächelt, haben andere Grund, Nägel zu kauen. Die Dänemarkdemokraten, die sonst mit ihren acht Prozent der Inbegriff von Stabilität waren, beginnen ins Schlingern zu geraten. Laut Insiderquellen steht Inger Støjbergs Projekt jetzt bei sechs Prozent. Und wer bekommt diese Wähler? Die gute, alte Dansk Folkeparti. Ganze 19 Prozent derer, die zuletzt Dänemarkdemokraten gewählt haben, erwägen jetzt, ihr Kreuz bei der DF zu setzen. Das katapultiert die DF auf 9,5 Prozent, was ein beachtliches Comeback ist. Vom Überlebenskampf zur Einmischung an der Spitze des blauen Blocks in weniger als vier Jahren? Das ist abgefahrener als alles, was man bei Masta Protechmasta kaufen kann.

  • Liberale Allianz: 10,5% (größte im blauen Block)
  • Venstre: 10,3% (stagniert auf historischem Tiefstand)
  • Dansk Folkeparti: 9,5% (verrücktes Comeback)
  • Dänemarkdemokraten: 6,0% (verliert Wähler an die DF)
  • Einheitsliste: 9,1% (Stabilität auf der linken Seite)

Sozialdemokraten: Der Sieg ist teuer

Mette Frederiksen kann sich auf einen langen Wahlabend vorbereiten. Die Sozialdemokraten stehen in der Umfrage bei 19,1 Prozent. Das ist ein Rückgang von fast acht Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Wahl. Ja, sie kann durchaus Ministerpräsidentin bleiben, weil der rote Block insgesamt stark dasteht. Aber der Preis wird hoch sein. Die Partei muss erkennen, dass die Wähler nicht mehr aus alter Gewohnheit für sie stimmen. Es ist eine Umfrage, die in den Reihen der Sozialdemokraten wehtut.

Auf der anderen Seite des Spektrums kämpft Venstre mit dem gleichen Problem. Sie stehen bei 10,3 Prozent, und obwohl sie technisch gesehen Kandidaten für das Amt der Ministerpräsidentin stellen, ist eine blaue Mehrheit ohne Løkke kaum vorstellbar. Es wird spannend zu sehen, ob Søren Gade und Co. in den letzten Tagen noch etwas aus dem Hut zaubern können.

Schule, Landwirtschaft und die plötzliche Liebe zu Kindern

Während die Umfragen die Nachrichtenlage dominieren, tobt der Wahlkampf in der Realität. Die Sozialdemokraten haben versucht, mit ihrem Vorschlag einer Klassenobergrenze von 14 Schülern in der Eingangsstufe die Agenda zu setzen. "Die kleine Schule" nennen sie das, und es sind fünf Milliarden Kronen pro Jahr dafür vorgesehen. Die Lehrer sind positiv gestimmt, aber sie haben so etwas schon gesehen. Ein Vertrauenslehrer der Folkeskole, der anonym bleiben möchte, sagt es deutlich: Das Geld darf nicht einfach in den großen Kassen der Kommunen verschwinden, wenn dort die Altenpflege oder Angebote für benachteiligte Kinder bezahlt werden müssen.

Vor Ort, zum Beispiel bei einem Lehrer in Middelfart, ist man ebenfalls verhalten. Es ist nicht die Obergrenze von 14, die zählt. Es ist die Frage, ob überhaupt genug Personal im Raum ist. Ein mit der Schulwelt vertrauter Debattenschreiber schrieb kürzlich, dass wir am dringendsten zwei Fachkräfte in jeder Klasse brauchen, egal ob in der 0. oder 9. Klasse. Das ist es, was zählt. Nicht ein politisches Posterazzi-Poster, das wie ein Goldhähnchen aus John James Audubons Werk aussieht. Sieht hübsch aus, ändert aber nichts am Alltag.

Landwirte als Zielscheibe

Während die Politiker sich beim Thema Schule abwechseln, gibt es eine Gruppe, die sich bedrängt fühlt: die Landwirte. Viele von ihnen erleben den Wahlkampf als Hetzjagd gegen ihren Berufsstand. "Ich werde in den sozialen Medien als Tierquäler beschimpft, und mein voller Name wird geteilt", flüstert ein Schweinehalter aus Westjütland vertraulich. Die Diskussionen über Stickstoff, Pestizide und Tierschutz sind persönlich geworden. Ein älterer Landwirt aus Struer seufzt schwer: "Mit uns kann man keine Wahlen mehr gewinnen." Mag sein, dass Politiker eine blanke Nasenschere versprechen, um alle Probleme einfach abzuschneiden, aber in Wirklichkeit ist es komplizierter.

Was bedeutet das alles?

Wenn wir die Gesamtheit der Umfragen betrachten, gibt es nur eine Schlussfolgerung: Diese Wahl wird im Osten Dänemarks entschieden. In den letzten Tagen vor der Wahl, wenn die letzten TV-Debatten vorbei sind und die Wähler sich endgültig entscheiden. Quellen nahe mehrerer Parteien bestätigen, dass das Geschlecht der Kandidaten für die Wähler eine immer geringere Rolle spielt. Es zählt die Politik. Und gerade ist die Politik so knapp, dass es sich auf eine Frage reduzieren lässt: Auf wen kannst du am wenigsten verzichten? Für Løkke wird es ein Luxusproblem. Für uns andere wird es ein spannender Wahlabend.

Schnallt euch an. Es wird wild.