Newcastle gegen Man Utd: Carricks Reds wollen Festung St. James' erobern
Aus dem Nordosten Englands weht heute Abend ein seltsamer Duft herüber – und es sind nicht die Greggs-Pasteten. Der St. James' Park war einst eine Festung, in der Teams blutige Nasen und einen Reality-Check bekamen. Doch jetzt, zum ersten Mal seit den dunklen Tagen von Steve Bruce, hakt es bei Newcastle United ausgerechnet zu Hause gewaltig. Die letzten drei Heimspiele in der Liga wurden allesamt verloren. Und wer kommt nun in die Stadt, um das Elend zu vergrößern? Manchester United, das unter dem verlorenen Sohn Michael Carrick plötzlich nicht mehr aufzuhalten ist.
Geordie-Tief vs. Carrick-Karneval
Seien wir ehrlich: Hätte man einem Manchester-United-Fan im Januar, als Rúben Amorim über die Planke gehen musste, einen Platz unter den ersten drei angeboten, er hätte sofort zugegriffen. Aber jetzt, im März, sitzen die Red Devils prächtig da. Carrick hat nicht nur das Schiff stabilisiert, er hat es in ein Schnellboot verwandelt. Jetzt schon elf Ligaspiele ungeschlagen, sechs Siege aus den letzten sieben Spielen, seit er den Interimsposten fest übernommen hat. Sie holen Punkte wie am Fließband – kein Team hat 2026 mehr Punkte nach Rückständen aufgeholt als United.
Auf der anderen Seite sieht die Sache anders aus. Eddie Howe wirkt wie ein Mann, dem man erzählt hat, sein Bier wäre warm. Die Magpies haben fünf ihrer letzten sechs Premier-League-Spiele verloren. Sie stehen auf Platz 13, näher an der Abstiegszone als an den Champions-League-Plätzen, mit denen sie vor nicht allzu langer Zeit noch auf Tuchfühlung waren. Die 2:3-Niederlage gegen Everton am Wochenende war ein klassischer Fall von 'Typisch Newcastle' – zweimal ausgleichen, dann zwei Minuten später wieder ein Gegentor kassieren. Howe nannte das "inakzeptabel", und er hat recht.
Aufstellungsprobleme und eine Magen-Darm-Grippe
Man sollte meinen, die Aufstellung für ein Mittelfeldteam wäre einfach, aber Howe hat eine Krise am Hals. Im Trainingsgelände grassiert eine Magen-Darm-Grippe. Nick Woltemade, der große deutsche Stürmer, ist ein großer Fragezeichen, nachdem es ihn erwischt hat, während Jacob Ramsey die Sache wohl auskuriert hat. Um die Sache noch schlimmer zu machen: Bruno Guimarães, Lewis Miley und Fabian Schär sind alle verletzt. Das Herzstück des Mittelfelds und der Abwehrchef fehlen. Autsch.
Bei United muss Carrick vielleicht das Personal neu mischen. Harry Maguire und Luke Shaw mussten gegen Palace verletzt raus, aber aus dem Trainerumfeld hört man, es sei eher eine Krankheit als eine Verletzung, also könnten sie eine Option sein. Wenn nicht, könnte der junge Ayden Heaven wieder eine Chance bekommen. Im Sturm wäre es wahnsinnig, Benjamin Šeško draußen zu lassen. Sieben Tore in seinen letzten acht Spielen, darunter dieser Kopfball zum Sieg gegen Crystal Palace? Der Typ ist einfach nicht zu halten.
Warum die Toon Army immer noch hofft
Und jetzt kommt der Haken für die United-Fans. Der St. James' Park unter Flutlicht ist ein ganz anderes Kaliber. Und wenn diese Newcastle-Mannschaft in dieser Saison eines konstant gezeigt hat, dann ist es, gegen die Großen zu bestehen. Sie haben Manchester City zu Hause geschlagen, Chelsea Punkte abgeknöpft und nur späte Gegentore verhinderten Erfolgserlebnisse gegen Liverpool und Arsenal.
Hinzu kommt, dass die Geschichtsbücher grausam zu den Gästen sind. United wartet seit vier Auswärtsspielen in Tyneside auf einen Sieg und hat die letzten drei Premier-League-Partien dort verloren. Die 1:4-Klatsche im letzten April lässt Uniteds Verteidiger heute noch albträumen.
Die Schlüsselduelle
Wenn Joelinton fit genug ist, um mitzumischen, ist sein Duell mit Casemiro im Mittelfeldzentrum das Eintrittsgeld allein wert. Der brasilianische Bulldozer gegen den alten Fuchs – das ist Schwergewichtsklasse.
Außen wird sich Anthony Gordon die Finger lecken, wenn er auf Diogo Dalot trifft. Gordons Form in Europa war überragend, aber in der Liga war es etwas ruhiger um ihn. Wenn er zünden kann, hat Newcastle eine Chance. Bei United dreht sich alles um Bruno Fernandes. Der Kapitän jagt Beckhams Rekord von 15 Vorlagen in einer Saison (er steht bei 13), und wenn er Šeškos Kopf oder Matheus Cunhas Läufe findet, wird die Geordie-Abwehr eine lange Nacht haben.
Voraussichtliche Aufstellungen (laut Buchmacher-Geheimtipps)
Newcastle (4-3-3): Pope; Trippier, Thiaw, Botman, Hall; Joelinton, Tonali, Willock; Barnes, Woltemade (falls fit), Gordon.
Man Utd (4-2-3-1): Lammens; Dalot, Yoro, Maguire, Mazraoui; Casemiro, Mainoo; Mbeumo, Fernandes, Cunha; Šeško.
Die Prognose
Die Form spricht für United. Die Geschichte für Newcastle. Das Bauchgefühl sagt, das schreit nach einem 2:2. Aber Carricks Team hat mittlerweile die lästige Angewohnheit, einen Weg zum Sieg zu finden, selbst wenn sie nicht glänzen. Wenn Newcastles wacklige Abwehr – sie haben in dieser Saison bereits 42 Gegentore kassiert, eine Katastrophe für eine Mannschaft dieses Kalibers – für eine Sekunde unaufmerksam ist, bestrafen Šeško oder Fernandes sie.
Ich denke, das Heim-Publikum wird sie zurück ins Spiel peitschen, aber dieser Abwehr ist einfach nicht zu trauen. Newcastle 1, Manchester United 2. Die Flitterwochen in Manchester gehen weiter.
Übertragung in Australien
Für die Australier, die das Glück haben, am Donnerstagmorgen frei zu haben: Ihr könnt die gesamte Action live und exklusiv auf Optus Sport verfolgen. Anpfiff ist um die zivile Uhrzeit von 7:15 Uhr AEDT. Stellt schon mal den Wasserkocher an.
- Begegnung: Newcastle United vs Manchester United
- Datum: Donnerstag, 5. März (AEDT)
- Anpfiff: 7:15 Uhr (AEDT)
- Stadion: St. James' Park
- TV-Übertragung: Optus Sport