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Bob Mortimer: Vom Long Shoe bis Last One Laughing – Der Nationalheld legt nach

Unterhaltung ✍️ Clive Jameson 🕒 2026-03-17 15:01 🔥 Aufrufe: 3
Bob Mortimer, wie man ihn kennt: schelmisch

Es gibt Gesichter, bei denen man einfach automatisch lächeln muss. Bob Mortimers gehört definitiv dazu. Der Mann ist ein echter Nationalheld – einen Status, den er nicht etwa durch einen ausgeklügelten Plan erreicht hat, sondern einfach dadurch, dass er auf eine vollkommen brillante und oft verblüffende Weise er selbst ist. Ob er in Gone Fishing von einer Begegnung mit einem wilden Fasan erzählt oder einen völlig ausdruckslosen One-Liner vom Stapel lässt, dessen ganze Tragweite einem erst drei Tage später dämmert – Mortimer bewegt sich in seiner ganz eigenen Comedy-Sphäre. Und gerade jetzt ist er überall – und das im besten Sinne des Wortes.

Die Freude an neuem Bob-Stoff: Drei Geschichten, die begeistern

Für alle, die nicht genug von seiner ganz speziellen Art von Schrulligkeit bekommen können, waren die letzten Jahre ein wahres Fest. Sein Ausflug in die Belletristik war schlichtweg entzückend. Es begann mit The Satsuma Complex, einem Roman, der sich anfühlt, als würde man in eine warme, leicht surreale Decke gehüllt. Dann kam The Lost Library, das er zusammen mit dem ebenso brillanten Tom Adams schrieb und das sein Talent, aus alltäglichen Dingen kleine Rätsel zu spinnen, noch einmal unterstrich. Das sind keine schnellen Promi-Bücher, die nur schnell Kasse machen sollen; es sind richtige Pageturner, voller schräger Figuren, wie man sie eben im Kopf eines Mannes vermutet, der einst eine ganze Nation davon überzeugte, er sei von einer "rattenfressenden Möwe" angegriffen worden.

Jetzt, direkt im Anschluss an diese Erfolge, erscheint The Hotel Avocado. Ohne zu viel verraten zu wollen: Es ist eine Rückkehr in die Welt seines Debütromans – und es ist klassischer Mortimer. Da ist das gewohnte Chaos, ein Protagonist, den man einfach ins Herz schließen muss, und Sätze, die plötzlich in einer Hecke herrlicher Absurdität landen. Und wie immer irgendwo im Hintergrund lauert der mythische Long Shoe. Dieser Begriff taucht immer wieder auf, eine Art Running Gag, der sich sowohl zutiefst persönlich als auch völlig universell anfühlt – ein perfektes Beispiel dafür, wie Bob aus einer zufälligen Ansammlung von Wörtern so etwas wie einen Geheimcode zwischen sich und seinem Publikum machen kann.

Last One Laughing: Eine Meisterklasse von Mortimer

Natürlich bekommen wir den Mann auch in seinem natürlichen Lebensraum zu sehen: im Fernsehen, wo er Chaos stiftet. Die zweite Staffel von Last One Laughing UK ist gerade bei Amazon Prime gestartet, und sie ist eine Meisterklasse in Mortimers einzigartigem Können. Das Prinzip ist einfach: Eine Gruppe Comedians wird in einem Raum eingeschlossen. Wer lacht, fliegt raus. Eine echte Comedy-Druckkammer – und Bob dabei zuzusehen, wie er sich darin bewegt, ist einfach wunderbar.

Während Leute wie Jimmy Carr und Roisin Conaty damit beschäftigt sind, sich mit ausgefeilten Gags gegenseitig zum Lachen zu bringen, agiert Mortimer auf einer völlig anderen Frequenz. Er starrt einfach ins Leere, oder fängt an, über die seltsame Angewohnheit seines Nachbarn zu reden, seine Gartenzwerge zu bemalen – und die reine Seltsamkeit des Ganzen ist einfach ansteckend. Er muss nicht mal einen Witz erzählen; sein Gesicht, eine Leinwand aus sanfter Verwirrung und unterdrückter Belustigung, macht die ganze Arbeit. Es ist eine Erinnerung daran, dass es in einer Welt voller glattgebügelter Comedy-Nummern immer noch einen Platz für das herrlich Bizarre gibt.

  • The Satsuma Complex: Gary Thorns Reise durch ein südostlondones Mysterium, inklusive eines sprechenden Eichhörnchens. Absolute Leseempfehlung.
  • The Lost Library: Eine charmante Gaunergeschichte um einen toten Autor und ein verschollenes Manuskript. Reine Eskapismus-Lektüre.
  • The Hotel Avocado: Die lang ersehnte Fortsetzung. Erwarten Sie das Unerwartete.

Ich glaube, was Bob Mortimer so beliebt macht, ist, dass es keine erkennbare Kluft zwischen dem Menschen und dem Performer gibt. Er spielt keine Rolle; er hat nur die Lautstärke seiner eigenen herrlichen Eigenart aufgedreht. Ob er Exemplare von The Hotel Avocado signiert oder bei Last One Laughing schweigend versucht, nicht loszuprusten – er ist immer unverkennbar, wunderbar Bob. Und Gott sei Dank dafür.