Hochi Tokio: Ein Leben voller Dramen – «Aishū Hoteru» lässt ihn als Sänger neu durchstarten
Es ist schon eine Weile her, seit der Vorfall, der die Unterhaltungswelt erschütterte. Jeder wird wohl etwas anderes mit dem Namen Hochi Tokio verbinden. Die einen, die stark an seine Rollen in Dramen wie «Shonan Bakusozoku» oder «Yonige-ya Hompo» denken, und viele andere, die ihn in den letzten Jahren eher als «Sinnbild für einen Neuanfang» sehen, wenn er in Talkshows offen über seine Vergangenheit spricht. Doch heute wird er von einer unerwarteten Seite wieder ins Rampenlicht gerückt. Genau, von der Karaoke-Bar.
Denn, was kaum jemand weiss: Hochi Tokios Version von «Aishū Hoteru» (Das Hotel der Wehmut) findet still, aber sicher ihren Weg in die Herzen der Menschen. Vor allem bei den über Dreissig- und Vierzigjährigen, die mit der Musik vom Ende der Showa- bis in die frühe Heisei-Zeit grossgeworden sind, wird dieser Song langsam zu einem Statussymbol in der Karaoke-Bar.
Eigentlich hat er den Song schon vor längerer Zeit veröffentlicht. Damals war er neben seiner Schauspielkarriere auch als Sänger der Rockband «ZIGGY» bekannt. Mit «Aishū Hoteru», das er als Solokünstler herausbrachte, schuf er einen sehr erwachsenen Titel mit einem Hauch von Enka. Damals passte der Begriff «Wehmut» aber noch nicht wirklich zu seiner eigenen Lebensgeschichte. Doch heute, nach all den Irrwegen und nachdem er seine Fehler offen eingestanden hat, wirkt der «schmerzliche Abschied» und die «Ausweglosigkeit eines Mannes», die in diesem Lied mitschwingen, so echt, als kämen sie direkt aus seinem eigenen Innersten.
«Weisst du, ich bin gerade voll auf diesen Song von Hochi Tokio, 'Aishū Hoteru', hängen geblieben.» Solche Gespräche sollen angeblich zwischen den Stammgästen in angesagten kleinen Bars und unter Arbeitskollegen nach Feierabend geführt werden. Tatsächlich verzeichnet der Suchbegriff «Hochi Tokio Aishū Hoteru Karaoke» laut Branchenkennern in den letzten Monaten einen deutlichen Aufwärtstrend. Aber warum gerade jetzt?
Die Gründe sind vielschichtig:
- Die neue Authentizität: Er hat seine Fehler eingestanden, spricht offen über seinen Weg aus der Drogenabhängigkeit und zeigt in Vorträgen seine Verletzlichkeit. Diese Haltung passt perfekt zur Weltanschauung des Songs, die man fast als «Ästhetik des Verlierers» bezeichnen könnte.
- Ein starker TV-Auftritt: In einer kürzlich ausgestrahlten Musikshow präsentierte er den Song nach langer Zeit wieder in voller Länge. Die Szene, in der einige Zuschauer im mittleren Alter im Studio von seiner emotionalen Darbietung so ergriffen waren, dass sie zu Tränen gerührt waren, sorgte für viel Gesprächsstoff.
- Mehr Lust auf «erwachsenes» Karaoke: Es geht nicht mehr nur um Songs mit grosser stimmlicher Bandbreite. Die Generation, die nach Ausdruck sucht, der ohne gelebte Erfahrung nicht zu erreichen ist, hat sich an der Popmusik der Jüngeren sattgesehen und entdeckt solche Schätze der populären Musik neu.
Vielleicht erleben wir also gerade den Moment, in dem Hochi Tokio endlich als Sänger erblüht – nicht als Schauspieler, sondern als einer, der das Leben besingt.
Blickt man auf seinen Werdegang zurück, war dieser alles andere als ein Spaziergang. Die Verhaftung wegen eines Drogendelikts, Scheidung und Wiederheirat, und der harte Weg der Genesung an der Seite seiner jetzigen Frau Mami. Ein Mann, der im oft so oberflächlichen Showgeschäft mehr Abgründe gesehen hat als die meisten, steht heute am Mikrofon. Und jede Zeile, die er in «Aishū Hoteru» singt, ist mehr als nur der Vortrag eines Textes – sie trägt eine erlebte, echte Schwere in sich.
«Damals habe ich wohl noch nicht wirklich verstanden, was dieses Lied bedeutet.» Sicher erinnern sich einige an diesen Satz aus einem Interview. Er meinte, als junger Mann habe er den Song eher stilvoll und mit einer gewissen Coolness gesungen, heute aber fühle er sich an, als wäre er genau für ihn geschrieben.
Ob Hochi Tokio in Zukunft wieder voll in die Schauspielerei einsteigt oder sich ganz auf seine Karriere als Sänger konzentrieren wird, weiss noch niemand. Aber eines steht fest: Irgendwo in einer Karaoke-Bar wird heute Abend wieder ein Mann mittleren Alters nach der Arbeit den Stress des Tages vergessen wollen. Er wird auf den Monitor im Dunst des Zigarettenrauchs starren, tief durchatmen und diesen Song singen.
«Ich will dich vergessen, doch kann ich nicht, all das an dir...» Wenn er diese Zeilen in Hochis Stimme – oder in seiner eigenen – singt, kann er vielleicht zumindest das Gefühlschaos des Tages in einem Hotelzimmer zurücklassen. Diese besondere, schwer zu beschreibende Art von Trost bietet wohl nur der einzigartige Hauch von Wehmut, den nur der heutige Hochi Tokio verkörpert.