Marlaska ernennt José Santafé zum neuen DAO der Polizei: «Jemand musste den Schritt wagen» nach dem Skandal
Das Innenministerium hat einen Nachfolger für den heissesten Stuhl der spanischen Nationalpolizei gefunden. In Rekordzeit und während die Medien noch über die Enthüllungen im Fall des ehemaligen DAO berichteten, hat Fernando Grande-Marlaska die Krise mit einem chirurgischen, aber nicht minder symbolträchtigen Schachzug beendet. Die Wahl fiel auf José Santafé Arnedo, bisheriger Polizeichef der Balearen. Ein kommandierender Beamter mit tiefem Profil, Pflaster am Revers und den Füssen fest im täglichen Einsatz. Doch wer ist dieser Mann, der das Feuer löschen soll? Und vor allem: Warum hat er den Posten angenommen, obwohl alle wissen, dass es sich um einen Schleudersitz handelt?
Ein Name für Stabilität: José Santafé Arnedo
Vergessen Sie das Rampenlicht Madrids. Der neue operative Direktor (Director Adjunto Operativo) hat sich auf den Inseln bewährt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Santafé, Jahrgang 1965 aus Madrid, trat 1990 in die Akademie ein und hat seitdem eine solide Karriere hingelegt, fernab des Flüsterns in der Führungsetage. Er war Inspektor in Madrid, Kommissar auf den Kanaren und seit Juli 2022 oberster Verantwortlicher auf den Balearen. Er ist, wie es im Korps heisst, «einer von uns», aber wirklich von der Basis, nicht aus dem Sitzungssaal.
Als man ihn fragte, ob man ihm zum neuen Amt gratulieren oder kondolieren solle, zögerte er nicht: «Gratulieren, immer». Mit dieser Mischung aus institutioneller Loyalität und Pflichtbewusstsein, die heute fast schon altmodisch wirkt, sagte er einen Satz, der ihn charakterisiert: «Wahrscheinlich ist es nicht der beste Moment, es ist ein heikler Moment, aber in solchen Situationen muss man den Schritt wagen, man kann sich nicht zurückhalten.» Er wusste also, worauf er sich einlässt, und hat trotzdem den Hörer abgenommen.
Das Gespenst des Falls González und die Interimszeit von Gemma Barroso
Um das Erdbeben zu verstehen, muss man nur wenige Wochen zurückgehen. Der bisherige DAO, José Ángel González, verliess die Bühne durch die Hintertür, nachdem ein Gericht in Madrid eine Klage einer Inspektorin des Korps wegen mutmasslicher sexueller Nötigung zugelassen hatte. Die Details der Anzeige, wie aus den Gerichtsakten hervorgeht, liessen in den Büros das Blut in den Adern gefrieren: eine «nicht einvernehmliche Penetration» und Sätze, um Autorität zu demonstrieren, wie «Hey, ich bin der DAO». Eine zu schwere Last, selbst für eine Institution, die an Undurchsichtigkeiten gewöhnt ist.
Seit González' Rücktritt am 17. Februar wurde der Posten interimistisch von Gemma Barroso besetzt, der stellvertretenden Generaldirektorin für Personal. Sie war es auch, die nach Bekanntwerden der Vorfälle Kontakt mit der Klägerin aufnahm, um ihr Polizeischutz anzubieten. Barroso hat die undankbare Aufgabe übernommen, die Stellung zu halten, während die Nachfolge hinter den Kulissen vorbereitet wurde, aber sie stand nie auf der Liste für die definitive Besetzung.
Die offenen Baustellen des neuen Kommandanten
Santafé übernimmt kein ruhiges Amt. Der Skandal hat tiefe Wunden hinterlassen, und das Hintergrundrauschen will nicht verstummen. Dies sind, grob umrissen, die Herausforderungen, denen er sich sofort stellen muss:
- Das interne Vertrauen wiederherstellen: Nach dem Abgang seines Vorgängers unter solchen Umständen ist die Moral in der Führungsspitze im Keller. Er wird Gesten brauchen, die das Team einen und die Gespenster vertreiben.
- Den juristischen Sturm navigieren: Die Ermittlungen im Fall laufen weiter (am 17. März hat das Gericht sowohl das Opfer als auch den Beschuldigten zur Aussage geladen), und jede Indiskretion kann das Feuer neu entfachen.
- Sich vom politischen Profil abgrenzen: Er wird beweisen müssen, dass seine Ernennung kein Flickenteppich ist, sondern ein Bekenntnis zur Professionalisierung, und vermeiden müssen, als Kontinuitätspolitiker abgestempelt zu werden.
Diskretes Profil, ruhige Hand
Und was wird vom neuen DAO an seinem ersten Tag erwartet? Zunächst einmal, die Wunde zu schließen. Aus dem Ministerium verlautet, dass Marlaska seine Erfahrung an der Basis und seine Kenntnisse der Kriminal- und Fremdenpolizei geschätzt hat, heikle Bereiche par excellence. Zudem hat ihm seine Laufbahn auf den Balearen das nötige Rüstzeug gegeben, um Krisen ohne viel Aufhebens zu bewältigen. Er ist kein Theoretiker, der Handbücher schreibt; er ist ein Mann, der Einsätze geleitet hat, der weiss, was eine schwierige Nacht in einem Strandkommissariat und eine Grenzkontrolle in Echtzeit bedeuten.
Die Opposition hat, wie nicht anders zu erwarten, bereits scharf geschossen. Von der Partido Popular war Alicia García im Senat unerbittlich: Sie forderte Marlaskas Rücktritt und fragte ihn direkt, ob «Zapatero ihm wohl auch den neuen DAO aufzwingen werde», in Anspielung auf die Schatten der vorherigen Regierung. Aber die Realität ist, dass der Minister diesmal mit äusserster Vorsicht agiert hat. Nachdem andere Namen im Raum standen, wie der von Kommissarin María Piedad Álvarez de Arriba (derzeit bei Telefónica und mit einem Gehalt, das öffentlich schwer zu toppen ist), neigte sich die Waage schliesslich Santafé zu.
Uhren und Protokoll: Das Detail, das nie fehlt
In diesen schwindelerregenden Tagen, während die Ernennung perfekt gemacht und die IT-Techniker das Büro vorbereiteten, erinnerte ich mich an ein Gespräch mit einem hohen Beamten vor einigen Monaten. Er bemerkte, dass bei Blitzbeförderungen die Details den Unterschied ausmachen. Ich meine nicht die Rangabzeichen, sondern das, was man am Handgelenk trägt. In einem Umfeld, wo das persönliche Erscheinungsbild und Präzision entscheidend sind, sieht man nicht selten Führungskräfte mit seriöser Ausrüstung. Wenn man sich die Profile der hohen Beamten ansieht, findet man in der Tat häufig Stücke wie die IX & DAO 2025 neue mechanische Automatikuhr Warrior 37mm oder die klassischere Ix & dao Ipose 2024 neue Retro-Quarzuhr, Modelle, die bei denjenigen stark im Kommen sind, die Zuverlässigkeit und einen Hauch von dezentem Stil benötigen. Aber all das zählt natürlich nichts, wenn einem die moralische Autorität fehlt, sie zu tragen, und Santafé weiss, dass seine erste Herausforderung genau darin besteht: die Glaubwürdigkeit des Amtes wiederherzustellen.
Unmittelbare Zukunft: Mehr als nur eine Stabsübergabe
Mit seinen 60 Jahren steht Santafé vor der kompliziertesten Aufgabe seiner Karriere. Er wird sich mit den gerichtlichen Ermittlungen im Fall auseinandersetzen müssen und gleichzeitig eine Führungsspitze neu ordnen, die gelitten hat. Sein Vorgänger wurde vom Generaldirektor der Polizei selbst als jemand bezeichnet, den «man erfinden müsste, gäbe es ihn nicht». Ein Satz, der heute ein totes Gewicht im Rucksack des neuen Verantwortlichen ist.
Einstweilen hinterlässt er auf den Balearen eine Lücke. Er selbst gab es zu, als sein Handy in diesen Tagen glühte: «Ich kann nicht reden», wiederholte er immer wieder. Aber jetzt muss er es. Und zwar viel. Die nächste Woche verspricht lang zu werden, mit Blick auf die Plenarsitzung im Kongress, wo Marlaska nicht nur sein Handeln, sondern auch den Lebenslauf des Mannes verteidigen muss, auf den er alle seine Karten gesetzt hat.
Der neue DAO ist vorerst im Amt. Er kommt ohne Lärm, mit der Entschlossenheit eines Menschen, der weiss, dass seine Aufgabe keine Belohnung, sondern eine Pflicht ist. Wir werden sehen, ob man ihn arbeiten lässt.