Fat George Gasthaus in Wien: Nach der Insolvenz soll es weitergehen
Erst ein paar Tage ist es her, da hat es uns ganz schön umgehauen: Die Nachricht, dass das Fat George Gasthaus in Essling Insolvenz anmelden musste, machte die Runde wie ein Lauffeuer. Ein Lokal mit zwei Hauben, das so sehr für echte Wiener Gastlichkeit steht – und jetzt das. Aber wer den Wirt kennt, weiss: Der gibt nicht so schnell auf. Der Kampf ums Überleben läuft bereits auf Hochtouren.
Mehr als nur ein Haubenlokal
Das Fat George war nie eines dieser sterilen Edel-Restaurants, in dem man sich nicht wohlfühlt. Hier stimmte einfach das Gesamtpaket: bodenständige Küche, aber mit einer solchen Hingabe, dass selbst die Kritiker der grossen Restaurantführer nicht umhinkamen, gleich zwei Hauben zu verleihen. Die meisten von uns kennen das: Wenn man Gäste von ausserhalb beeindrucken will oder einfach mal wieder richtig gut essen möchte, geht's nach Essling. Ob der perfekt gegarte Zander, der klassische Tafelspitz oder die Wildgerichte im Herbst – hier hat einfach jeder Bissen gepasst.
Die Insolvenz und der Kampf ums Überleben
Die Pleite traf die Stammgäste völlig unerwartet. Dahinter steckt aber kein Missmanagement, sondern ein ganzes Bündel von Gründen, die der Branche seit Monaten zu schaffen machen: explodierende Energiepreise, teurere Lebensmittel und die ewige Personalsuche. Der Betreiber will aber nicht klein beigeben. Intern wird fieberhaft an einem Plan gearbeitet, es wird mit Gläubigern und potenziellen Geldgebern verhandelt. Das Ziel ist klar: das Fat George Gasthaus soll in seiner gewohnten Form erhalten bleiben.
Was das Fat George so besonders macht
- Die Küche: Zwei Hauben zu Preisen, die man sonst nur im einfachen Wirtshaus zahlt – das ist in Wien eine echte Rarität. Hier wird Tradition nicht konserviert, sondern lebendig gehalten.
- Der Gastgarten: Einer der schönsten Plätze im 22. Bezirk. Im Sommer unter alten Bäumen sitzen, einen Wein trinken und die hausgemachte Bratwurst geniessen – da vergisst man, dass man in der Grossstadt ist.
- Die Stimmung: Hier kennt man sich. Der Wirt persönlich kommt an den Tisch, erkundigt sich, ob alles in Ordnung war, und hat immer einen lockeren Spruch auf Lager. Keine steife Bedienung, sondern echte, ungekünstelte Gastfreundschaft, wie man sie sich wünscht.
Ein Stück Esslinger Identität
Für uns hier im Grätzl ist das Fat George Gasthaus mehr als nur ein Ort zum Essen. Es ist ein Treffpunkt, ein Stück Heimat. Viele haben hier gefeiert – Hochzeiten, runde Geburtstage oder einfach nur gemütliche Sonntage mit der Familie. Deswegen hängen so viele Herzen an diesem Lokal. Im Viertel sammeln sich bereits die ersten Unterstützer, und in den sozialen Medien ist die Anteilnahme riesig.
Jetzt heisst es Daumen drücken, dass die Rettung gelingt. Die Wirtschaftskammer und die Bezirkspolitik haben bereits ihre Unterstützung signalisiert. Wenn es jemand schaffen kann, dann die Mannschaft vom Fat George. Ich werde in den nächsten Wochen bestimmt öfter in Essling vorbeischauen – nicht nur, um zu helfen, sondern auch, weil ich mir den besten Zander der Stadt nicht entgehen lassen will. Also dann, hoffentlich auf bald im Fat George!