Ross “The Boss” Friedmans Abschied: Eine Rocklegende hat nach dem Kampf gegen ALS leise die Gitarre aus der Hand gelegt
Ein stiller Tag in der Welt des Rock. Die Gitarrenlegende Ross “The Boss” Friedman ist im Alter von 72 Jahren von uns gegangen. Für alle, die den rohen Punk und Heavy Metal der 70er und 80er Jahre verfolgt haben, fühlt es sich an, als würde man ein Familienmitglied verlieren. Wir sprechen hier von einem Typen, der nicht nur die Riffs spielte – er war die Riffs selbst. Nach einem Kampf gegen die verdammte Krankheit amyotrophe Lateralsklerose, oder ALS, wie wir sie kennen, hat er nun leise und für immer die Gitarre aus der Hand gelegt. Nahestehende Personen machten die Nachricht bekannt, und es dauerte nicht lange, bis die Kondolenzbekundungen aus der ganzen Szene hereinstromten.
Von den CBGBs auf die Weltbühnen
Um zu verstehen, wie bedeutend Friedman war, müssen wir ganz am Anfang beginnen. Er war maßgeblich daran beteiligt, den Sound von The Dictators zu prägen, einer Band, die oft als “das fehlende Glied” zwischen stooge-haftem Garagenrock und der bevorstehenden Punk-Explosion bezeichnet wird. Während der Punk auf seinem Höhepunkt chaotisch war, zeigte Ross, dass man sowohl Haltung als auch unglaubliche technische Finesse haben konnte. Aber es war sein Wechsel zu Manowar, der ihn endgültig für eine ganz neue Generation von Metalfans unsterblich machte. Die Riffs auf “Battle Hymns”? Das ist Ross. Der ikonische Sound bei “Death Tone”? Ebenfalls Ross. Er war das eigentliche Fundament, auf dem die Band in ihren prägenden Jahren aufgebaut war.
Ich erinnere mich gut, als “Blitzkrieg” zum ersten Mal aus den Lautsprechern donnerte. Das war nicht nur Musik; das war eine Kampfansage. Er gab uns diese Art von Energie, bei der man am liebsten durch eine Wand rennen würde. Nach seiner Zeit bei Manowar blieb er eine unermüdliche Kraft, sowohl als Solokünstler als auch mit seiner späteren Band, und tourte unermüdlich, bis die Krankheit dem einen Riegel vorschob. Er war einer der wenigen, die sich “The Boss” nennen konnten, ohne dass jemand gelacht hätte – im Gegenteil, es war mit tiefem Respekt, dass wir diesem Namen zustimmten.
Ein stiller Kampf gegen ALS
Die Nachricht, dass Ross an amyotropher Lateralsklerose litt, kam für viele von uns wie ein Schock. ALS ist eine grausame Krankheit; sie entzieht einem nach und nach die Kontrolle über die Muskeln, lässt den Geist aber hell und klar. Für einen Mann, der davon lebte, die Vibrationen der Saiten unter seinen Fingern zu spüren, muss das ein unglaublich harter Kampf gewesen sein. Menschen aus seinem engsten Umfeld haben mitgeteilt, dass die Diagnose bereits vor einiger Zeit gestellt wurde, und es war berührend zu sehen, wie die Rockgemeinschaft zusammenrückte. Von alten Bandkollegen bis zu neuen jungen Helden – alle haben den Mann geehrt, der uns den Soundtrack für den Aufruhr lieferte.
Es ist leicht, sentimental zu werden, wenn wir einen der Großen verlieren. Aber um ehrlich zu sein, Ross “The Boss” war nicht der Typ, der gewollt hätte, dass wir in einer Ecke sitzen und schniefen. Er hätte gewollt, dass wir die Lautstärke aufdrehen. Er hätte gewollt, dass wir uns an die Momente auf der Bühne erinnern, an die ohrenbetäubenden Konzerte und an die pure Energie, die er jedes einzelne Mal ausstrahlte, wenn er eine Saite anschlug.
Das Vermächtnis eines Giganten
Was bleibt uns nun, wo er fort ist? Zurück bleibt eines der beeindruckendsten Werke in der Geschichte des Rock. Für alle, die noch nicht tief genug gegraben haben, hier sind drei Songs, die ihr heute unbedingt auflegen solltet, um The Boss zu ehren:
- The Dictators – “Next Big Thing”: Pure, kompromisslose Punk-Energie. Hört genau auf den Gitarrensound. Hier hat alles begonnen.
- Manowar – “Battle Hymns”: Das ganze Album ist ein Klassiker, aber der Titelsong zeigt, warum Ross der Meister des epischen Riffs war.
- Ross the Boss – “By Blood Sworn”: Aus seiner Solokarriere. Dieser Song erinnert uns daran, dass er nie den Faden verlor, selbst Jahrzehnte nach seinen Anfängen.
Neben der Musik hinterlässt er ein Vermächtnis als einer der zugänglichsten und bodenständigsten Stars. Es war keine Seltenheit, ihn nach einem Konzert backstage zu treffen; er stand immer da, nahm sich Zeit, mit Fans zu sprechen, signierte Platten und war einfach ein ganz normaler, netter Kerl, der zufällig einer der besten Gitarristen der Welt war. Seine Musik kannte keine Grenzen – sie gehörte der Welt.
Also dreht die Lautstärke auf, genießt die letzten Riffs und seid dankbar, dass wir einen wie Ross “The Boss” Friedman erleben durften. Ruhe in Frieden, Chef. Jetzt bist du endlich frei.