Petter Rudi: Vom Chef am Platz zum Kampf gegen ALS – So stehen wir zu unserem alten Helden
Es ist surreal. Die Gerüchte machten die Runde, aber niemand wollte sie glauben. Dann kam die Bestätigung – und sie hat mich mit voller Wucht getroffen. Petter Rudi. Einer von uns. Er, der das Mittelfeld im Aker Stadion regierte, als würde ihm jeder einzelne Grashalm gehören, muss nun in den schwersten Kampf seines Lebens ziehen. ALS.
Als es Wirklichkeit wurde
Es gibt Momente, an die man sich genau erinnert. Bei mir war es auf dem Heimweg von der Arbeit. Das Handy glühte. Die Nachrichten trudelten ein: "Hast du schon von Petter gehört?" Ich verstand nur Bahnhof. Ich verfolge ihn, seit er ein schmächtiger junger Kerl war, der das Zentrum an sich riss. Er war nie der Lauteste, aber wenn er sprach, hörte jeder zu. Dieser Mann schien alles zu ertragen. Aber diese Diagnose kennt keine Gnade.
Die ganze Stadt hält zusammen
Aber dann passiert etwas. Etwas typisch Molde, eigentlich. Bevor man sich versieht, geht ein Solidaritätsbeschluss durch alle Kanäle. Der Verein gibt eine offizielle Unterstützungserklärung ab, die mich mit Stolz erfüllt. Es geht nicht mehr um Spiele oder Punkte. Es geht darum, einem Denkmal zu huldigen. Ich erinnere mich noch, als er aus dem Ausland zurückkam, diese Ruhe, die er ausstrahlte. Er konnte ein ganzes Spiel mit einem einzigen Pass drehen. Das war Hans Petter Rudi in einer Nussschale.
Die vertraute Stimme
Hab gestern den neuesten Podcast gehört. Der Titel sagt alles: FMT Episode 147: A Message To You (Petter) Rudi. Da sitzen die Jungs zusammen, plaudern über alte Zeiten, und man spürt die Wärme durch den Lautsprecher. Sie sprechen über die Rudimar Petter-Anspielung, die nur wir wirklich verstehen, die mit ihm aufgewachsen sind. Es geht nicht darum, cool zu wirken. Es geht darum zu zeigen, dass sein Vermächtnis weiterlebt. In diesen ungezwungenen Gesprächen, den Insider-Witzen aus der Kabine, wird klar, was er uns eigentlich bedeutet hat.
Eines verspreche ich euch: Dieser Mann hat niemals einen Ball aufgegeben, der verloren schien. Er hat gearbeitet. Er hat gekämpft. Er hat gewonnen. Das nehme ich mir jetzt mit.
Warum wir zusammenstehen
Es gibt keine Blaupause, wie man mit so etwas umgeht. Aber in den Vereinsräumen, auf dem Trainingsplatz, in der Schlange beim Supermarkt – man spürt es. Diesen Zusammenhalt. Für uns, die wir gesehen haben, wie er die Abwehr von Lillestrøm durchbrochen hat, die gejubelt haben, als er das Nationaltrikot anzog, ist das unsere Art, etwas zurückzugeben.
- Die unverwüstliche Arbeitsmoral: Petter Rudi war einer der Ersten, der kam, und einer der Letzten, der ging. Er verlangte von sich selbst genauso viel wie von anderen.
- Der Blick für den Mitspieler: Er war ein Stratege, weil er das sah, was keiner sonst sah. Ein Pass, der drei Sekunden früher kam, als man wusste, dass man ihn brauchte.
- Die Loyalität zur MFK: Selbst nachdem er die Schuhe an den Nagel gehängt hat, war er ein Rückgrat. Einer, der weiß, dass das hier mehr ist als nur ein Verein.
Jetzt geht es darum, ihn ein letztes Mal über die Ziellinie zu jubeln. Es wird hart. Das wissen wir. Aber wenn einer dagegenhalten kann, dann ein Mittelfeldgeneral aus Molde. Geht ins Stadion, wenn sich die Gelegenheit bietet. Tragt das Schal. Zeigt, dass wir da sind. Denn Petter Rudi hat uns alles gegeben. Jetzt sind wir an der Reihe.