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Paul McCartney: Die Legende, das neue Projekt und der Mythos, der einfach nicht sterben will

Kultur ✍️ Jean-Baptiste Lefèvre 🕒 2026-03-27 09:07 🔥 Aufrufe: 1

Paul McCartney

Er ist gerade 83 geworden, hat immer noch dieses Funkeln in den Augen, und offenbar hat der Gedanke an den Ruhestand nie seinen Geist gestreift. Paul McCartney kommt mit “Days We Left Behind” um die Ecke – ein Projekt, das so intim wie verstörend ist und uns zurück in die aufregenden Sechziger katapultiert. Und wie jedes Mal, wenn der Name des Beatles-Bassisten mit solcher Wucht wieder auftaucht, erwacht ein alter Geist. Nein, ich rede nicht von John. Ich rede von jener urbanen Legende, die an ihm klebt wie ein melodischer Bass: Was wäre, wenn er schon 1966 gestorben wäre?

Das Rätsel “Paul is dead”: Wenn der Mythos stärker wird als die Realität

Sie haben diese Geschichte sicher schon gehört. Für alle, die sie verpasst haben, hier der Kern: 1966 soll Paul McCartney bei einem Autounfall ums Leben gekommen sein. Die offizielle Version? Ein einfach schlechter Tag. Die Version der paranormalsten Fans? Die Beatles hätten ihren Kameraden durch einen Doppelgänger ersetzt, einen gewissen William Campbell, um die Herzen der ganzen Welt nicht zu brechen. Alles gespickt mit “Hinweisen” auf Plattencovern, “Rückwärtsspuren” in Songs (Strawberry Fields Forever rückwärts abgespielt, erinnern Sie sich?) und jener ikonischen Szene auf Abbey Road, wo Paul barfuß geht, aus einem Trauerzug heraus.

Das ist nicht einfach nur ein Gerücht. Es ist das The Paul McCartney Project avant la lettre, eine kollektive Dekonstruktion des Mythos, bei der tausende Menschen Nächte durchmachten, um jede Note zu sezieren. Heute, mit der Veröffentlichung dieses neuen Albums, das nach dem Liverpool der 60er riecht, kommt die Geschichte wieder hoch. Als ob Paul, indem er seine Vergangenheit neu aufrollt, unbewusst die Büchse der Pandora öffnet.

“Days We Left Behind”: Ein Tauchgang in Erinnerungen, nicht ins Grab

Denn seien wir klar: Nein, Paul McCartney ist nicht tot. Er ist sogar aktiver denn je. “Days We Left Behind” ist kein trauriges Album, es ist ein Zeugnisalbum. In diesen Stücken steckt der Geruch des Dungeon Lane, dieser kleinen Straße in Liverpool, wo alles begann. Man findet darin diese Verbundenheit mit George, diese kreative Spannung mit John und diese totale Freiheit, die sie eroberten. Es ist sozusagen das musikalische Pendant zu seinem Buch Paul McCartney: Many Years From Now. Die Beatles, die Sechziger und ich, das vor einigen Jahren erschien, aber in einer Live-Version, roher.

Was faszinierend ist: Je mehr er seine Geschichte erzählt, desto mehr scheint der Doppelgänger-Mythos eine fast poetische Dimension anzunehmen. In der Dokumentation, die das Projekt begleitet, sieht man ihn in Notizbüchern blättern, auf der Gitarre seines Vaters spielen und über den “anderen Paul” lachen. Es gibt sogar einen Moment, wo er in die Kamera schaut und sagt: “Wenn ich ein Doppelgänger wäre, glaube ich, ich hätte längst eine Gehaltserhöhung verlangt.”

Das letzte Testament von George Harrison und die Suche nach Wahrheit

Für Puristen weckt dieses neue Kapitel auch die Erinnerung an ein Kultbuch der 90er: Paul McCartney Really Is Dead: The Last Testament of George Harrison. Dieses Buch, das Harrison zu Lebzeiten nie offiziell anerkannte, trieb die Logik bis auf die Spitze und bot eine “Ermittlung” wie aus einem Krimi. Auch darüber macht sich McCartney keine Gedanken. Er hatte immer diese Eleganz: das Spielzeug niemals zu zerstören. Er legt lieber noch Holz ins Kaminfeuer des Geheimnisses.

Wenn ich zusammenfassen sollte, was dieses neue Werk erzählt, dann wäre es das:

  • Eine Hommage an die verlorenen Freunde: John, George und all jene aus Liverpool, die an sie glaubten.
  • Eine implizite Antwort auf die Theorien: Man muss nicht beweisen, dass man lebt, es reicht zu schaffen.
  • Eine Rückkehr zu den Wurzeln: Fernab von Stadien trifft man wieder den Jungen aus der englischen Vorstadt.

Ist Paul McCartney also wirklich Paul McCartney? Diese Frage hat nach über sechzig Jahren Karriere nicht mehr wirklich eine Bedeutung. Was zählt, ist, dass dieser Typ uns weiterhin Momente der Gnade schenkt, während ihm die Legende herzlich egal ist. Erst vor ein paar Tagen postete er ein Video in den sozialen Medien, wo man ihn barfuß durch sein Studio laufen sieht. Die Legende wird niemals sterben. Er hingegen scheint fest entschlossen, uns alle zu überleben.