Liverpool vs Tottenham: Premier League-Duell in Anfield – Reds empfangen Spurs zum Kampf um die Champions-League-Plätze

In Anfield weht dieser Tage mal wieder ein besonderer Wind, und dieses Wochenende gibt Tottenham Hotspur seine Visitenkarte ab. Die einen wollen Jürgen Klopp einen würdigen Abschied bereiten, die anderen kämpfen um den begehrten vierten Platz und das Ticket für die Königsklasse. Beide werden offensiv ausgerichtet sein – Langeweile ist da nicht zu erwarten. Als alter Hase, der das Spiel von der Insel bis ins Mark verfolgt, sag ich euch: Das ist echter Fußball.
Verletzungssorgen bei Liverpool vorbei – Klopps letzter Tanz
Beginnen wir mit den Gastgebern, dem FC Liverpool. Seit Jürgen Klopp seinen Abschied zum Saisonende bekannt gegeben hat, wirkt das Team wie aufgedreht und behandelt jedes Spiel wie ein Endspiel. Vor der Partie gab es positive Nachrichten: Trent Alexander-Arnold hat wieder mittrainiert und wirkt in bestechender Form. Seine Flanken von der rechten Seite sind eine entscheidende Waffe der Reds, um dichte Abwehrreihen zu knacken. Auch Innenverteidiger-Partner Ibrahima Konaté ist wieder im Team und wird voraussichtlich neben Virgil van Dijk das Abwehrzentrum bilden. In puncto Kreativität im Mittelfeld fehlt allerdings Thiago Alcântara schmerzlich; Klopp wird wohl auf den laufstarken Curtis Jones setzen oder auf den vorstoßenden Ryan Gravenberch hoffen.
In der vordersten Linie ruhen die Hoffnungen natürlich auf Mohamed Salah, Darwin Núñez und Luis Díaz. Salah ist gegen Tottenham besonders gefährlich, und Núñez ist eine Art wandelnde Zeitbombe – man weiß nie, wie er das gegnerische Gehäuse in Schutt und Asche legt. Allein der Gedanke an diese Offensive lässt Tottenhams Abwehrreihe schaudern.
Tottenham: Starke Offensive, schwache Defensive – Son in Topform
Die Gäste von Tottenham Hotspur unter Trainer Ange Postecoglou spielen seit Saisonbeginn ihren offensiven Fußball – und das werden sie auch in Anfield nicht ablegen. Laut Informationen aus dem Verein ist Kapitän Son Heung-min wieder voll im Training und in blendender Verfassung. Mit vier Toren in den letzten fünf Ligaspielen ist er derzeit nicht zu bremsen. Sein Sturmpartner Richarlison hat seine Verletzung zwar auskuriert und ist noch nicht wieder auf dem Höchststand, aber seine körperliche und ungestüme Art im Strafraum ist ebenfalls lästig genug für jede Abwehr.
Die Zuspiele von Mittelfeldregisseur James Maddison sind das Lebenselixier von Tottenham. Sein Zusammenspiel mit Son und Dejan Kulusevski kann in Eins-gegen-Eins-Situationen jede Defensive auseinandernehmen. Das große Problem bleibt jedoch die Abwehr. Micky van de Ven und Cristian Romero – der eine schnell, aber nicht immer sattelfest, der andere zweikampfstark, aber oft mit Aussetzern. In Anfield müssen sie den anfänglichen Sturmlauf der Reds in den ersten 15 Minuten überstehen, sonst ist jede Hilfe zu spät.
Mehrere Schlüsselfaktoren werden den Ausgang dieser Partie bestimmen. Darauf sollten Fans besonders achten:
- Salah vs. Udogie: Tottenhams Linksverteidiger Destiny Udogie hat sich diese Saison etabliert, doch gegen einen Weltklassespieler wie Salah steht ihm die bisher größte Bewährungsprobe bevor. Salah zieht gerne nach innen und zielt aufs lange Eck – Udogie muss seinen linken Fuß konsequent blocken, sonst ist das ein gefundenes Fressen.
- Van Dijk vs. Son: Sons größte Stärke ist es, die Lücken zwischen Innenverteidiger und Außenverteidiger zu finden. Van Dijk ist zwar abgeklärt, aber bei der Aufnahme des Sprints einen Tick zu langsam. Verliert er das Duell um eine Zehntelsekunde, steht Son direkt allein vor dem Tor.
- Maddison vs. Endo: Falls Wataru Endo im Mittelfeld beginnt, wird seine Balleroberungsquote direkten Einfluss darauf haben, wie oft Maddison an den Ball kommt. Dieses Mittelfeld ist die Schaltzentrale – wer hier die Oberhand gewinnt, kontrolliert das Spieltempo.
Die Geschichte lehrt: Anfield ist ein Hexenkessel
Fußballkenner wissen: Liverpool braucht zuhause gegen Tottenham keine extra Motivation. Von den letzten zehn Duellen in Anfield gewannen die Reds sieben, darunter das legendäre 4:3 vor zwei Jahren. Tottenhams letzter Liga-Sieg in Liverpool datiert aus dem Jahr 2011 – damals noch mit Luka Modrić und Rafael van der Vaart. Aber Statistiken sind das eine, diese Tottenham-Mannschaft hat den Mut, offensiv mitzuhalten – das könnte erneut ein Torefestival werden.
In Fachkreisen wird heftig darüber spekuliert, wer diesmal die Oberhand behält. Ich persönlich sehe Liverpool aufgrund des Heimvorteils und dieser Aufbruchstimmung in Klopps letzter Saison einen Tick vorne. Aber Tottenhams Offensivpower ist so stark, dass beide Teams treffen werden. Mein Tipp geht zu einem knappen Sieg für Liverpool, aber das Spiel wird garantiert die Gemüter erhitzen.
Kurzum: Dieses Duell in Anfield zwischen den Reds und Tottenham ist das Nonplusultra abseits des Meisterschaftskampfes. Wer behauptet, der Kampf um Platz vier sei nicht attraktiv? Das hier ist der erbarmungsloseste und echteste Krieg.