Barcelona gegen Sevilla: Revanche im Camp Nou mit einem Auge auf die Champions League – So meisterten die Katalanen die Doppelbelastung
Die Scheinwerfer im Camp Nou waren an diesem Abend auf zwei Dinge gerichtet: Die Revolution für die demütigende 1:4-Hinspielniederlage gegen den FC Sevilla und das richtungsweisende Champions-League-Achtelfinal-Rückspiel unter der Woche in Newcastle. Vor diesem Hintergrund war das Spiel der 28. Runde der LaLiga für Trainer Hansi Flick und sein Team eine echte Bewährungsprobe, die taktisches Geschick und Kader-Management erforderte.
Rotations-Wirbel mit Bedacht: Flicks Rechnung ging auf
Unter der Woche erkämpfte man sich im St. James' Park ein wertvolles Unentschieden, der Preis dafür war jedoch der Kräfteverschleiß im Team. Pedri und Marc Bernal liefen auf dem Zahnfleisch, Lamine Yamal fehlte sogar wegen leichter Beschwerden im Training. Flick dachte sich: Das Heimspiel gegen Sevilla sollte machbar sein, also lieber die ganze Power für die Königsklasse aufsparen.
Und siehe da, als die Startelf bekannt gegeben wurde, saß man mit Ronald Araújo, Lamine Yamal und Pedri zunächst auf der Bank. Dafür rückten Dani Olmo ins Zentrum und bildete mit Marc Casadó eine Doppelsechs. Im Sturmzentrum startete Ferran Torres, unterstützt von Marcus Rashford links und Raphinha rechts. Die größte Überraschung: Auf der Rechtsverteidiger-Position feierte der Youngster Sergi Domínguez nach seinem Champions-League-Debüt sein erstes Spiel in der Anfangsformation. Zwar fehlten weiterhin Christensen, Koundé, Balde und De Jong verletzt, aber mit Gavi auf der Bank hatte man zumindest wieder eine Option fürs zentrale Mittelfeld.
Sevillas Machtlosigkeit: Auswärtsschwäche einmal mehr
Der FC Sevilla ging als Tabellen-14. ins Spiel. Zwar war man seit fünf LaLiga-Partien ungeschlagen, aber die vielen Unentschieden zeigten, dass man nicht mehr die Bissigkeit hatte wie vor ein paar Jahren. Trainer García Pimenta meinte vor dem Spiel, man müsse "beten, hoffen und glauben" – das klang fast schon nach einer Bankrotterklärung. Die Taktik war klar: Hinten rein stellen und auf Konter lauern. Personell war der Kader stark dezimiert: Kike Salas und Marcão fehlten verletzt. Zwar kehrte der alte Haudegen César Azpilicueta zurück, aber gegen die jungen Wilden von Barça war er sichtlich überfordert.
- Barça-Heimstärke: In dieser Saison gab's 13 Heimsiege in Folge, 41 Tore geschossen. Die letzte Pleite im Camp Nou? Die liegt gefühlt eine Ewigkeit zurück (2002).
- Sevillas Auswärts-Misere: Gegen die Top 8 der Liga hat man in dieser Saison noch nie gewonnen. Von den letzten neun Auswärtsspielen in der Liga konnte man gerade mal eines für sich entscheiden.
- Bilanz spricht Bände: Von den letzten sechs Duellen gingen fünf an Barcelona. Die einzige Niederlage war das besagte 1:4 aus dem Hinspiel.
Spielverlauf: Youngster fighten, Revanche als Kollektivleistung
Kommen wir zum Spiel. Trotz der Rotation zeigte Barça von der ersten Minute an, wer Herr im Haus ist. Ballbesitzanteile von 60, 70 Prozent waren Standard, Sevilla wurde tief in die eigene Hälfte gedrängt. Es war eine Standardsituation, die den Bann brach: Pau Cubarsí köpfte eine Ecke zum 1:0 ein. Sevilla wollte sich ins Spiel retten, aber nach vorne ging so gut wie nichts – insgesamt nur zwei, drei harmlose Torschüsse.
Nach der Pause wechselte Flick nach und nach die Stars, um sie für Newcastle zu schonen. Sevilla kam durch einen Konter von Alejo Veliz tatsächlich zum 1:1-Ausgleich, doch Barcelona schlug postwendend zurück. Der eingewechselte Fermín López zimmerte das Leder aus der Distanz sehenswert zum 2:1 in die Maschen. Das war der Deckel drauf. Der FC Barcelona feierte eine gelungene Revanche und hält damit die Tabellenführung mit vier Punkten Vorsprung auf Real Madrid (die ein Spiel weniger haben).
Die Zahlen lügen nicht: Heim-Imperium ausgebaut
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Barcelona hat seinen Heimrekord in der Liga auf 14 Siege in Folge ausgebaut – diese Wucht im eigenen Stadion ist beeindruckend. Flick schonte seine Stars, aber die zweite Reihe und die Youngster wie Sergi Domínguez überzeugten auf ganzer Linie. Das zeigt, dass der Kader breit genug aufgestellt ist, um in zwei Wettbewerben zu bestehen. Für Sevilla hingegen war die Niederlage absehbar – viel besorgniserregender war die Art und Weise, die fehlende Gegenwehr. Der Kampf um den Klassenerhalt bleibt für sie ein echter Krampf.
Nach dem Abpfiff richtete sich der Blick der Fans sofort nach Newcastle. Ob die jungen Wilden von Barça dem Höllenlärm im St. James' Park standhalten, wird das große Thema der Woche. Aber eines ist klar: Heute Abend im Camp Nou haben sie ihr Ziel erreicht – drei Punkte eingefahren und den Stars eine Pause verschafft. Ein durch und durch gelungener Abend.
| Kategorie | FC Barcelona | FC Sevilla |
|---|---|---|
| Endresultat | 2 | 1 |
| Tabellenplatz (vor dem Spiel) | 1. (67 Punkte) | 14. (31 Punkte) |
| Heim-/Auswärtsbilanz | 14 Heimsiege in Folge | Nur 1 Sieg aus den letzten 9 Auswärtsspielen |