Barcelona gegen Sevilla: Revanche im Camp Nou mit Blick auf die Champions League – So meistert Barça die Hürde
Der Scheinwerfer im Camp Nou galt heute Abend zwei Dingen: Zum einen wollte der FC Barcelona Revanche für die demütigende 1:4-Hinspielniederlage gegen Sevilla, zum anderen das richtungsweisende Champions-League-Rückspiel im Achtelfinale gegen Newcastle United in drei Tagen. Vor diesem Hintergrund war diese Partie des 28. Spieltags der LaLiga um 23:15 Uhr unserer Zeit für Trainer Hansi Flick und sein Team eine echte Bewährungsprobe, die taktisches Geschick und Kaderbreite erforderte.
Die clevere Rotation von Flick
Das hart erkämpfte Unentschieden unter der Woche im St. James‘ Park forderte seinen Tribut – die Mannschaft war am absoluten Limit. Man sah es deutlich: Pedri und Marc Bernal kämpften mit Krämpfen, Lamine Yamal fehlte sogar wegen kleinerer Beschwerden im Training. Flick schaltete schnell: Da er im Heimspiel gegen Sevilla volles Vertrauen in sein Team hat, schien es sinnvoll, den Fokus auf die Champions League zu legen.Und siehe da: Als die Startelf bekannt gegeben wurde, fehlten Pau Cubarsí, Lamine Yamal und Pedri – sie wurden geschont. Dafür rückten Dani Olmo etwas tiefer und bildete neben Marc Casadó die Doppelsechs. Im Sturmzentrum startete Ferran Torres, unterstützt von Marcus Rashford und Raphinha auf den Flügeln. Die größte Überraschung gab es auf der rechten Abwehrseite: Nach seinem Debüt in der Champions League feierte Youngster Savi Espígol hier sein erstes Profi-Spiel von Beginn an. Die Verletztenliste mit Christensen, Koundé, Balde und Frenkie de Jong war zwar immer noch lang, aber die Rückkehr von Gavi auf die Bank gab dem Mittelfeld zumindest etwas mehr Optionen.
Sevilla mit zu wenig Durchschlagskraft, auswärts weiter schwach
Vor dem Spiel rangierte Sevilla auf Platz 14. Zwar war man fünf LaLiga-Partien in Folge ungeschlagen, jedoch mit vielen Unentschieden. Von der alten Durchschlagskraft ist das Team von heute weit entfernt. Trainer García Pimenta gab vor dem Spiel fast schon kleinlaut zu, dass man auf ein Wunder hoffen müsse – ein klares Indiz dafür, dass man sich tief in die eigene Hälfte zurückziehen und auf Konter lauern würde. Personell war die Lage angespannt: Djibril Sow und Marcão fielen aus. Zwar kehrte Routinier Jesús Navas rechtzeitig zurück, um die Abwehr zu verstärken, doch gegen die Wucht der jungen Katalanen wirkte Sevilla überfordert.
- Barcelonas Heimstärke: 13 Heimsiege in Folge in dieser Liga-Saison, 41 Tore erzielt. Die letzte Niederlage im Camp Nou datiert aus dem Jahr 2002.
- Sevillas Auswärtsschwäche: Gegen Teams aus den Top Acht der Liga wartet man noch auf den ersten Sieg. Nur eines der letzten neun Auswärtsspiele in der Liga wurde gewonnen.
- Bilanz spricht für Barça: 5 Siege aus den letzten 6 Duellen. Die einzige Niederlage war das besagte 1:4 im Hinspiel.
Spielanalyse: Youngster fighten, die Revanche gelingt als Teamleistung
Zurück zum Spiel: Barcelona startete trotz der Rotation mit dieser "Camp Nou-Dominanz". Sie hielten den Ballbesitz bei 60-70% und drängten Sevilla in die eigene Hälfte. Es brauchte jedoch einen Standard, um den Bann zu brechen: Pau Cubarsí köpfte nach einer Ecke zur Führung ein. Sevilla wollte tief stehen und auf Unentschieden spielen, aber nach vorne ging praktisch nichts – insgesamt nur zwei, drei harmlose Torschüsse.
Nach der Pause kontrollierte Barcelona das Geschehen weiter, und Flick begann, seine Stars eine nach dem anderen vom Feld zu nehmen, um sie für die Englische Woche zu schonen. Zwar gelang Sevilla durch einen Konter von Aleix Sánchez tatsächlich der überraschende Ausgleich, doch Barcelona schlug postwendend zurück: Der eingewechselte Fermín López traf per satten Distanzschuss zur erneuten Führung. Am Ende hieß es 2:1, der FC Barcelona hatte erfolgreich Revanche genommen, die Tabellenführung gefestigt und den Vorsprung auf Verfolger Real Madrid (der ein Spiel weniger hat) auf vier Punkte ausgebaut.
Zahlen, die für sich sprechen
Mit diesem Sieg baute Barça seine Heimserie auf 14 aufeinanderfolgende Liga-Siege im Camp Nou aus – eine beeindruckende Bilanz. Flick bewies mit seiner Rotation ein glückliches Händchen. Die zweite Garde und die Youngster, allen voran Savi Espígol, überzeugten und demonstrierten eindrucksvoll die Kadertiefe, um in zwei Wettbewerben zu bestehen. Für Sevilla war die Niederlage keine Überraschung, bedenklicher war die fehlende Gegenwehr. Der Kampf um den Klassenerhalt bleibt für sie eine zittrige Angelegenheit.
Nach dem Abpfiff richtet sich der Blick der Fans sofort gen Norden nach Newcastle. Ob Barças Youngster dem berüchtigten Hexenkessel im St. James‘ Park standhalten, ist die große Frage der Woche. Aber heute Abend haben sie im Camp Nou erfolgreich ihre Hausaufgaben gemacht: Drei Punkte eingefahren und gleichzeitig den Stars eine Pause verschafft – ein gutes Geschäft.
| Kategorie | FC Barcelona | FC Sevilla |
|---|---|---|
| Endresultat | 2 | 1 |
| Liga-Position (vor dem Spiel) | 1. (67 Punkte) | 14. (31 Punkte) |
| Heim-/Auswärtsbilanz | 14 Heimsiege in Folge | Nur 1 Sieg aus den letzten 9 Auswärtsspielen |