Bucks vs Hawks: Die schwarze Nacht von Milwaukee und die Alexander-Walker-Show – Doc Rivers am Pranger
Es war einmal ein Team namens Milwaukee Bucks, das die Eastern Conference das Fürchten lehrte. Das ist gerade mal drei Wochen her. Jetzt, nach der vierten Niederlage in Serie – diesmal eine 112-106-Heimpleite gegen die Atlanta Hawks im Fiserv Forum – ist das Wort "Krise" keine Übertreibung mehr. Und im Auge des Wirbelsturms steht, wie könnte es anders sein, Doc Rivers. Aber ich werde euch nicht nur das Endergebnis erzählen; lasst uns diese schwarze Nacht sezieren, mit dem Skalpell eines alten Journalisten, der schon so manchen Riesen fallen sah.
Der unerwartete Gast: Nickeil Alexander-Walker
Wenn jemand Trae Young als den Vollstrecker erwartet hat, der hat sich getäuscht. Den Dolch stieß Nickeil Alexander-Walker. Der Shooting Guard kam auf 23 Punkte mit chirurgischer Effizienz und nutzte jede Lücke in einer Abwehr der Hausherren, die wie Seidenpapier wirkte. Als es im letzten Viertel eng wurde, war es er, der Verantwortung übernahm – nicht die Stars. Das ist in der NBA eine klare Botschaft: Die Hawks haben eine Bank, und die Bucks sind verloren.
Milwaukee: Ein Schiff, das leck schlägt
Es ist nicht nur das Verlieren. Es ist wie sie verlieren. Gegen Atlanta kehrten die alten Geister zurück:
- Festgefahrene Angriffe: Zu viel Giannis, zu wenig Bewegung. Wenn der Grieche die Mauer nicht durchbrechen kann, verheddert sich das Team in erzwungenen Dreiern.
- Defensive Umstellungen: Die Hawks ließen den Ball laufen, wie sie wollten. Alexander-Walker und Co. fanden immer den freien Mann.
- Mangel an Charakter: In den letzten fünf Minuten wirkten die Bucks wie ein Team ohne Anführer auf dem Platz. Und da schaut man zur Bank.
Übrigens, für alle, die sehen wollen, was in der Kabine wirklich abgeht, wenn der Karren im Dreck steckt: In der neuesten Folge der Doku über die Saison, die den Alltag des Teams begleitet, gibt es Einblicke. In Kapitel 54, das direkt nach dieser Niederlage in Milwaukee aufgezeichnet wurde, sieht man den Coach in Reinkultur: weder härter noch weicher als andere, aber mit dieser Mischung aus Routine und Frustration, die sich nur Trainer mit einem Meisterring leisten können. Hinter den Kulissen ist das Bild nicht schön.
Die fünf Schlüsselmomente einer Nacht zum Vergessen (in Grün)
Kommen wir zum Punkt, so wie ich es mag. Das hier ist, was das Bucks-Hawks-Spiel uns hinterlassen hat, die Zusammenfassung einer schwarzen Nacht:
- Alexander-Walker, der X-Faktor: Seine 23 Punkte fielen in den entscheidenden Momenten. Immer wenn Milwaukee verkürzte, hatte er die Antwort.
- Giannis, zu sehr auf sich allein gestellt: 31 Punkte und 12 Rebounds, aber mit einem -11 im +/-. Brutal.
- Die Bank von Atlanta: Sie übertraf die der Gastgeber bei Weitem. Hier wurde das Spiel gewonnen.
- Doc Rivers, am Pranger: Vier Pleiten in Folge und die Kabine steht unter Wasser. Seine Botschaften kommen nicht mehr an. Kapitel 54 der Doku ist der Beweis: Man sieht ihn ernst, fast abwesend, in den Gesprächen in der Kabine.
- Der Osten rückt zusammen: Die Hawks atmen auf, während die Bucks auf den siebten Platz durchgereicht werden. Vorsicht, das ist eine Lawine.
Am Ende ist das Besorgniserregendste für Milwaukee nicht die Niederlage an sich, sondern die Eindrücke. Man hat das Gefühl, dass niemand den Zauberstab hat. Weder Lillard, der sehr fehlerbehaftet war, noch ein Middleton, der immer noch weit von seiner Topform entfernt ist. Und Rivers sieht von der Seitenlinie aus, wie sich sein Team verausgabt, ohne die rettende Lösung zu finden.
Die Kabine lügt nicht
Wir, die wir schon in Umkleidekabinen waren, wissen: Wenn ein Team vier Mal hintereinander verliert, fängt der Trainer an, mit einem offenen Auge zu schlafen. In den Bildern der Doku sieht man Doc Rivers, wie er versucht, ruhig zu bleiben, aber mit Gesten, die die Anspannung verraten: Blicke zu Boden, knappe Antworten und hier und da eine Tür, die im Hintergrund zuknallt. Es ist kein zerbrochenes Team, aber es humpelt. Und in den Playoffs bedeutet Humpeln das Aus.
Die Fans in Milwaukee, die die Halle füllten, gingen mit einem unbehaglichen Schweigen nach Hause. Sie wissen, dass die Zeit läuft und der Osten keine Gnade kennt. Unterdessen feiert Atlanta, wie nebenbei, aber mit dem Lächeln dessen, der weiß, dass er ein Ausrufezeichen gesetzt hat. Die reguläre Saison ist lang, aber diese Spiele im März riechen bereits nach Postseason.
Kurzum, eine Nacht der Gegensätze: das Wiedererstarken eines jungen Teams (Hawks) und die Krise eines Anwärters (Bucks). Und mittendrin ein Trainer, der nach Antworten sucht... Hoffentlich findet er sie, bevor es zu spät ist.