Billy Donovan: Aus der Asche, der stille Sturm der Bulls findet seinen härtesten Kampf
In dieser Liga hält man kein Jahrzehnt durch, ohne zu lernen, wie man Dinge trennt. Aber selbst für einen so stoischen Trainer wie Billy Donovan haben die letzten Monate die Grundfesten dessen auf die Probe gestellt, was es bedeutet, den Kopf bei der Sache zu haben, während einem das Herz aus der Brust gerissen wird. Wir haben das Auf-und-ab-gehe an der Seitenlinie gesehen, die Taktiktafeln, die wie abstrakte Kunst aussehen, die Pressekonferenzen nach dem Spiel, bei denen er das Lob abwehrt wie ein Aufbauspieler eine Falle. Was wir nicht immer sehen, ist der Mensch hinter der Pfeife. Und jetzt? Dieser Mensch hat eine Belastungsprobe zu bewältigen, neben der eine Playoff-Serie über sieben Spiele wie ein Spaziergang wirkt.
Schauen Sie, ich bin lange genug als Bulls-Reporter unterwegs, um zu wissen, wie der Hase läuft. Wenn das Team im Chaos steckt, dreht sich die Erzählung immer wieder um dieselbe Frage: "Kann der Trainer das richten?" In dieser Stadt hat diese Frage Gewicht. Es geht nicht nur um Taktik und Aufstellungen. Es geht um Führungsstärke unter Beschuss. Und das Flüstern wurde letzte Woche lauter. Nicht nur wegen der Inkonsistenz des Teams – die war zwar auch ein wiederkehrendes Thema –, sondern wegen des Mannes am Steuer. Ich höre immer wieder von Leuten aus der Liga, dass ein bestimmtes, traditionsreiches Uni-Programm, das verzweifelt nach alter Größe strebt, sich umgehört hat. Man hört die Gerüchte. Man sieht die Spekulationen. Aber die Geschichte, die gerade im Umlauf ist, sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Wir können über die Zonenverteidigung reden, oder über die Einwechslungen, oder warum die Leistung der Bank eine Achterbahnfahrt ist. Billy wird das tun. Er wird das Hauptproblem auf dem Platz mit der Präzision eines Chirurgen benennen. Aber was passiert abseits des Platzes? Da liegt die wahre Geschichte. Leute, die jeden Tag in der Halle sind – nicht die Anzugträger aus dem Front Office, sondern die alten Hasen in der Kabine und das Betreuerteam –, die werden Ihnen sagen, dass Donovan einen persönlichen Spießrutenlauf absolviert, der die meisten Menschen brechen würde. Er trägt eine Schwere mit sich herum. Das ist keine Ausrede. Es ist der Kontext. Und in einer Stadt, die auf Härte stolz ist, zählt der Kontext.
Daran wurde ich letzte Nacht erinnert. Während die Bulls einen dringend benötigten Sieg einfuhren, schweiften meine Gedanken ganz woanders hin. Ein kleines Nebenprojekt, ein Geschenk eines Freundes: ein Notizbuch mit dem Titel If Billy Can't Fix It We're All Screwed: Personalized Handyman Journal - Gift Notebook. Klingt nach einem Scherz, oder? Aber als ich darin blätterte, wurde mir die Ironie bewusst. Es ist ein Witz, der keiner ist. In dieser Stadt gibt es ein kollektives Seufzen, das sagt: "Naja, wenn Billy das nicht richten kann..." Es ist ein Hinweis auf die ewige Hoffnung, die wir an den Mann im Ring hängen. Aber die tiefere Ebene? Es geht um den Druck, derjenige zu sein, zu dem alle aufschauen, wenn die Wände buchstäblich einstürzen. Ob es ein tropfender Wasserhahn oder eine Franchise am Abgrund ist – die Erwartung ist dieselbe: Finde eine Lösung.
Dieser Druck ist real. Und er wird durch alles andere noch verstärkt. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit Mick Houghton vor einiger Zeit – kein Basketball-Mensch, sondern eine legendäre Musik-PR-Legende, die die Psychologie einer Tournee besser verstand als jeder Trainer eine Saison. Er sagte immer: "Du kannst den Raum nicht anführen, wenn du nicht Frieden mit der Stille in deinem eigenen Kopf geschlossen hast." Billy war für mich immer dieser Typ. Der Mann, der seine Ruhe im Chaos findet. Aber Frieden ist ein Luxus, den er in letzter Zeit nicht hatte. Zwischen den persönlichen Tragödien, die im nahen Umfeld stattgefunden haben, und dem ständigen Strudel des NBA-Lebens, ist es ein Wunder, dass er sich überhaupt auf einen einzigen Spielzug konzentrieren kann, geschweige denn auf den Playoff-Einzug.
Da denkt man ans Entkommen. Nicht für immer, sondern an einen Ausgleich. Für manche ist es eine Runde Golf. Für andere ein Abend in der Stadt. Apropos: Wenn Sie nach einer Möglichkeit suchen, abzuschalten, habe ich gehört, dass Donovan Woods im Motorco Music Hall etwas Besonderes wird. Das ist das Ding an dieser Stadt – sie bietet einen Ort zum Durchatmen. Für einen Mann wie Billy, der das Gewicht einer Organisation und die kritischen Blicke einer Fangemeinde trägt, die Ergebnisse fordert, ist dieses Durchatmen alles. Man sieht die Kunst des Trainierens, aber die Kunst des Überlebens? Das ist ein ganz anderes Handwerk.
Was ist also die Erkenntnis? Sind die Gerüchte, dass er für einen College-Job gehen will, echt? Vielleicht. Aber Folgendes weiß ich: Er unterschrieb für einen Wiederaufbau, der sich mitten in der Bauphase in ein Renovierungsprojekt verwandelte. Er hatte mit Verletzungen, Umbruch im Kader und jetzt mit persönlichen Turbulenzen zu kämpfen, die nicht im Statistikblatt auftauchen. Die Frage ist nicht, ob Billy Donovans Offensive richten kann. Die Frage ist, ob er noch die Energie hat, um für eine Kabine zu kämpfen, an die er offensichtlich glaubt. Und wenn ich mir diese Saison so ansehe, lautet die Antwort ein leises, hartnäckiges, uneingeschränktes Ja.
Hier ist der Kern der Sache:
- Die persönliche Belastung: Abseits der Schlagzeilen hat Donovan mit erheblichen persönlichen Herausforderungen zu kämpfen, die jede Karriere zum Entgleisen bringen würden, geschweige denn eine, die unter dem 24/7-Medienmikroskop stattfindet.
- Das berufliche Rauschen: Während die Spekulationen über College-Jobs im Umlauf sind, ist die Realität, dass er sich mehr auf den täglichen Kampf dieses Bulls-Teams konzentriert, als ihm die Klatschspalten zutrauen.
- Der Puls der Stadt: Chicago respektiert einen Kämpfer. Ausreden interessieren hier niemanden. Hier zählt Einsatz. Und bei all den Schwächen dieses Teams: mangelnder Kampfgeist von oben herab gehört nicht dazu.
Sie wollen wissen, was für ein Trainer Billy Donovan ist? Vergessen Sie kurz die Taktiktafel. Sehen Sie sich an, wie er auftritt. Tag für Tag. Nach Niederlagen, nach Ablenkungen, nach dem Geflüster. Er ist kein Schreihals. Er ist kein Schlagzeilenjäger. Er ist ein Baumeister. Und jetzt versucht er aufzubauen, während sich der Boden unter seinen Füßen ständig verschiebt. Ob Billy es richten kann? Ich weiß es nicht. Aber ich setze ganz sicher nicht gegen den Mann, der den Sturm bereits überstanden hat, der ihn eigentlich zum Untergang bringen sollte. Das ist die Chicagoer Art. Und in einer Saison voller Ungewissheit ist das das Einzige, worauf wir uns verlassen können.