Das „Wunder von der Lower North Stand“: Aston Villas große Rückkehr auf der europäischen Bühne
Das ist Wahnsinn. Ehrlich gesagt, wenn man verfolgt, was Aston Villa zuletzt abgeliefert hat, fragt man sich mehr als einmal: „Ist das wirklich wahr?“. Als sie zu Hause Juventus, den Inbegriff eines Champions-League-Klassikers, vom Platz gefegt haben, dachten viele Fans noch an einen glücklichen Ausreißer. Aber damit nicht genug. Der souveräne Auftritt beim Auswärtssieg gegen die Young Boys in der Schweiz hat es endgültig klar gemacht: Dieser Verein hat sich echt verändert.
Der „Großklub“ Juventus kapituliert im Villa Park
Der letzte große Aufschlag war zweifellos die Partie Aston Villa gegen Juventus Turin. Gegen den Vertreter italienischer Abwehrkunst zeigte sich Aston Villa überhaupt nicht eingeschüchtert. Im Gegenteil, sie übernahmen die Kontrolle und setzten den Gegner derart unter Druck, dass man sich fragte: „Ist das wirklich die Leistung eines Teams aus dem Mittelfeld der Premier League?“. Wie aus dem Verein zu hören ist, war die klare Ansage im Teammeeting vor dem Spiel entscheidend: „Wir sind hier der Chef im Haus.“ Am Ende stand ein souveräner 2:0-Sieg. Besonders die Treffer in der zweiten Hälfte versetzten die ausverkaufte Arena im Villa Park in einen wahren Ausnahmezustand.
Auf europäischer Bühne: Der Name Villa ist jetzt Programm
Eigentlich war Villas Weg in Europa ja schon die ganze Saison über konstant. Schon im Spiel Aston Villa gegen Maccabi Tel Aviv zeigte die Mannschaft taktisch eine überragende Reife und sicherte sich frühzeitig den Gruppensieg. Der mentale Druck einer Auswärtsreise nach Israel und der enge Spielplan? Für Aston Villa waren das keine Hindernisse. Das ist der beste Beweis dafür, dass der Name Aston Villa FC allein dem Gegner inzwischen gehörig Respekt einflößt.
In dieser Gemengelage richtet sich der Fokus der Fans natürlich auf den nächsten Gegner. Die Rede ist vom Duell zwischen Go Ahead Eagles und Aston Villa in den Niederlanden. Da diese Begegnung im K.-o.-System des Europapokals sehr wahrscheinlich ist, ist die Videoabteilung von Villa schon voll im Einsatz. Auch wenn „Go Ahead Eagles“ ein eher unbekannter Gegner ist – wenn man bedenkt, wie konzentriert und fokussiert die Mannschaft diese Saison auch gegen vermeintlich kleinere Teams in Europa zu Werke geht, kann man wohl beruhigt sein.
Was hat Villa verändert? Die drei entscheidenden Faktoren
Einst als „Fahrstuhlmannschaft“ zwischen Auf- und Abstieg verschrien, lässt sich Villas Metamorphose auf drei Punkte herunterbrechen:
- Eine Festung in der Defensive: Schluss mit der Anfälligkeit, mit dem ersten Gegentreffer gleich in sich zusammenzufallen. Die Sicherheit im Aufbauspiel ist eine komplett andere. Wie ein Insider aus der Region bestätigt: „Allein die Ruhe, mit der sie den Ball in der Abwehrkette zirkulieren lassen, ist im Vergleich zum Vorjahr eine andere Liga.“
- Der entscheidende Faktor Ollie Watkins: Ein Leader, der in entscheidenden Momenten zuschlägt, gibt der gesamten Mannschaft die nötige mentale Stabilität. Wenn man einen Spieler hat, der die entscheidenden Dinger macht, gerät das Team nicht ins Wanken.
- Die Rückeroberung des „Villa Parks“ als Heimfestung: War der Platz früher „nur“ ein schwer auswärts zu bespielendes Pflaster, ist er jetzt zu einer echten Burg geworden. Der Schlachtruf, der gegen Juventus losging, ist legendär – schon vor dem Spiel klagen die Gegner über die immense Atmosphäre.
Jetzt wird der Spielplan noch intensiver. Da man auch in der Liga um den Europapokal kämpft, wird das Management des Spielerkaders eine entscheidende Rolle spielen. Aber bei der aktuellen Stimmung traue ich dieser Mannschaft alles zu. Die Reise von Aston Villa zurück zu alter Größe aus den 90ern macht einfach süchtig. Ich bin schon gespannt auf das nächste Spiel.