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Armand Duplantis: Darum kann „Mondo“ höher fliegen, als man ahnt – und das hat er von seinem Vater

Sport ✍️ Mikkel Jensen 🕒 2026-03-21 21:14 🔥 Aufrufe: 2

Armand Duplantis im vollen Schwung

Wer glaubt, wir hätten bereits das Beste von Armand Duplantis gesehen, der irrt. Nach einer weiteren Saison, in der er das Unmögliche zur Gewohnheit gemacht hat, stellt sich nicht mehr die Frage, ob er gewinnt, sondern wann er die Grenze dessen, was ein Mensch mit einem Stab in der Hand erreichen kann, das nächste Mal verschiebt. Für alle, die der Leichtathletik folgen, ist Armand Duplantis längst ein Naturphänomen, mehr als nur ein gewöhnlicher Athlet. Aber was treibt den jungen Schweden eigentlich an? Und wie hoch kann er wirklich springen?

Familien-DNA: Von Louisiana bis zum Weltrekord

Die Erklärung für «Mondos» außergewöhnliches Talent muss man nicht lange suchen. Sie liegt ihm buchstäblich im Blut. Hinter dem ruhigen Schweden steht eine Familiengeschichte, die amerikanischer ist als skandinavisch. Sein Vater, Greg Duplantis, war selbst ein talentierter Stabhochspringer im College in den USA, doch als Trainer und Visionär hat er seine Spuren hinterlassen. Gemeinsam mit seiner Frau Helena Duplantis, einer ehemaligen schwedischen Volleyballspielerin und Siebenkampf-Meisterin, haben sie in Louisiana einen Hinterhof geschaffen, der einem hochtechnologischen Labor für den Stabhochsprung gleicht.

In der Welt des Sports spricht man selten so einhellig über eine Familie. Greg hat die Anlage gebaut, Helena kümmert sich um den mentalen und physiologischen Bereich, und dann ist da Armand, der einfach genetisch mit der perfekten Kombination aus Explosivität und technischem Verständnis gesegnet ist. Das ist kein Zufall. Das ist seit Kindesbeinen an so konstruiert.

Wer kann Mondo fordern? Der Grieche, der nicht aufgeben will

Während Duplantis in seiner eigenen Liga thront, gibt es dennoch einen Mann, der sich weigert, die Rolle des Statisten zu spielen. Emmanouil Karalis aus Griechenland hat in dieser Saison gezeigt, dass er den Schweden auf eine Weise fordern kann, wie wir es seit den Zeiten von Sam Kendricks nicht mehr gesehen haben. Bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Nanjing war es enger denn je. Karalis springt nicht einfach nur mit; er hat eine Konstanz gefunden, die ihn derzeit zum Einzigen macht, der Mondo die Schlagzeilen streitig machen kann.

Aber seien wir ehrlich. Selbst wenn Karalis sein Maximum erreicht, scheint Duplantis einfach noch eine Schippe drauflegen zu können. Das erinnert mich an die Zeit, als Sergej Bubka dominierte. Der Unterschied ist nur, dass Mondo über eine Rohkraft und eine Geschwindigkeit auf der Anlaufbahn verfügt, die Bubka nie hatte.

Kann er 6,40 Meter springen? Die kühne Theorie der Experten

Die ganz große Frage ist natürlich: Wo soll das enden? In Leichtathletik-Kreisen wurde lange über 6,30 Meter gemunkelt. Doch nach den Trainingsvideos und technischen Anpassungen der letzten Wochen, bei denen Greg Duplantis Mondos Anlauf erneut feinjustiert hat, hat sich die Frage verschoben. Insider deuten an: Wenn man Mondos körperliches Potenzial isoliert betrachtet, sei 6,40 Meter kein unmöglicher Traum mehr.

Es klingt absurd, das weiß ich. Aber wenn man die Daten betrachtet, mit denen sein Vater und das Team arbeiten, geht es darum, die Geschwindigkeit auf den letzten Metern zu maximieren. Wenn sie diesen Code knacken, haben wir plötzlich einen neuen Standard, der Generationen Bestand haben könnte. Es geht nicht mehr um die Frage «ob», sondern darum, «wann» wir uns daran gewöhnen müssen, 6,40 auf der Anzeigetafel zu sehen.

Fokus auf «Auf zu neuen Höhen» und die mentale Ruhe

Die Dokumentation Duplantis – Auf zu neuen Höhen gab uns einen seltenen Einblick in seine mentale Herangehensweise. Vielen wurde klar, dass Armand nicht einfach eine Maschine ist, die Rekorde niedermäht. Er ist ein junger Mann, der einen enormen Druck trägt, aber einen Weg gefunden hat, daraus ein Spiel zu machen. Hier kommt Jesse Duplantis (sein älterer Bruder, Anm. d. Red.) ins Spiel. Als Videograf und enger Vertrauter trägt er dazu bei, die Stimmung locker und familiär zu halten, selbst wenn die Welt zusieht.

Sie haben eine Blase geschaffen. Eine Blase, in der der Vater der harte Techniker ist, die Mutter das Fundament, und die Brüder dafür sorgen, dass Mondo einfach Mondo sein kann. Das ist die perfekte Mischung.

Warum das Phänomen Duplantis größer ist als der Stabhochsprung

Was Armand Duplantis so faszinierend macht, sind nicht nur die Zentimeter. Es ist das Gesamtpaket:

  • Die pure Power: Er verbindet die Geschwindigkeit eines Sprinters mit der Körperkontrolle eines Turners.
  • Die Familiengeschichte: Die Geschichte von Greg und Helena, die im eigenen Hinterhof einen Weltmeister aufbauten, ist Stoff für einen Hollywood-Film.
  • Die Konstanz: Er enttäuscht praktisch nie. In einer Sportart, in der so viel schiefgehen kann, ist er die Garantie für eine großartige Show.

Wenn du Armand Duplantis das nächste Mal den Stab greifen siehst, achte auf die kleine Gruppe auf den Tribünen. Das ist der Vater, der mit verschränkten Armen dasteht, die Mutter, die sich auf die Lippen beißt, und die Brüder, die filmen. Denn da springt nicht einfach nur ein Sportler. Das ist eine Familie, die auf der Jagd nach Perfektion ist. Und wenn jemand die 6,40 Meter erreichen kann, dann diese Familie.