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Nicht nur ein Glücksbringer, der Glück verheißt. Die unbekannte Seite des Daruma und die spielerische Seite des Erwachsenseins.

Kultur ✍️ 銀座 文蔵 🕒 2026-03-24 14:59 🔥 Aufrufe: 2
Traditionelle Daruma-Darstellung

Mit dem neuen Jahr sieht man sie wieder häufiger in den Geschäften und an den Hauseingängen: die roten Daruma-Puppen. Für viele sind sie wohl einfach "Glücksbringer" oder "etwas, um sich etwas zu wünschen". Das Ritual, ein Auge zu bemalen und das andere, wenn der Wunsch in Erfüllung geht, ist allseits bekannt. Aber dieser Daruma hat noch viel mehr zu bieten. Heute geht es um das bekannte Kinderspiel, die überraschende Welt des "Fleisch-Daruma" und ein legendäres, etwas versteckt gelegenes Lokal im Tokioter Stadtteil Ueno. Lassen Sie uns die gewohnte rote Gestalt aus einem neuen Blickwinkel betrachten.

Was hinter „Daruma-san ga koronda“ steckt

Als Erstes kommt einem wohl das Spiel in den Sinn: „Daruma-san ga koronda“. Dieses Kinderspiel, das wohl jeder einmal gespielt hat, ist im Ausland als „Red Light, Green Light“ bekannt und heute auf der ganzen Welt beliebt. Aber warum eigentlich „Daruma“? Es heißt, das liegt daran, dass der Daruma als Standpuppe, die selbst nach einem Sturz wieder aufsteht, das Symbol für die „Wiederauferstehung“ ist, für das Nichtaufgeben, egal wie oft man es versucht.

In letzter Zeit gibt es auf der Basis dieses einfachen Spiels auch etwas ausgefallenere Varianten für Erwachsene. Vielleicht haben einige von euch schon den Begriff „Ryōki Erochika Niku-Daruma“ gehört. Der Name klingt wie aus einem Horrorfilm, aber dieses Spiel geht über den reinen Spielspaß hinaus. Es ist eine Art Partyspiel, das die menschliche Psyche und Anspannung bis zum Äußersten ausreizt und bei einem bestimmten Kreis erwachsener Kenner heimlich beliebt ist. Es ist eine neue Form der Unterhaltung, die den traditionellen „Daruma-san ga koronda“ mit modernem Nervenkitzel und Humor verbindet.

Genuss vom Lammgrill bei Nacht in Ueno: Das „Darumaya“

Kommen wir nun zu einem ganz anderen Thema. Wenn man an Daruma denkt, darf eines nicht fehlen: der kulinarische Aspekt. Besonders in der Okachimachi-Gegend im Tokioter Stadtteil Ueno gibt es ein nur Kennern bekanntes Lokal namens „Genghis Khan Daruma Ueno Okachimachi“. Warum genau „Daruma“ im Namen vorkommt, dazu gibt es verschiedene Theorien. Fest steht: Das Lammfleisch-Gericht (Genghis Khan) dieses Restaurants, das seit über 30 Jahren bei den Einheimischen beliebt ist, ist ein wahres „kulinarisches Standbein“. Einmal probiert, vergisst man es nicht; es hat eine einzigartige Präsenz.

Die spezielle Sauce, die den Geschmack des Lammfleisches perfekt zur Geltung bringt, ist seit der Gründung unverändert. Das über Holzkohle gegrillte Fleisch ist frei von unangenehmen Beigeschmack, zart und saftig.

  • Die Spezialität „Rohe Lamm-Schulter“: Trotz der dicken Scheiben erstaunlich zart. Serviert wird sie in runder Form, die an die runde Silhouette eines Daruma erinnert.
  • Die geheime Sauce: Die süß-würzige Sauce auf Apfel- und Gemüsebasis macht süchtig und lässt einen immer wieder hierher zurückkehren.
  • Das Ambiente: Eine rote Laterne dient als Erkennungszeichen. Es ist ein Treffpunkt für Erwachsene aus dem Viertel. Die richtige Art zu genießen ist, nach der Arbeit spontan vorbeizuschauen und bei einem Drink in die Atmosphäre einzutauchen.

Ob der Name „Darumaya“ nun den Wunsch enthält, dass „das Geschäft gut läuft (sich gut dreht)“, oder ob er von der unerschütterlichen Gelassenheit des Inhabers kommt, die an einen Daruma erinnert – die Stammgäste pflegen darüber zu diskutieren, während sie sich heute wieder den heißen Lammgrill schmecken lassen.

Wenn du heute deinem Daruma ein Auge malst

Seit jeher begleitet uns der Daruma mit seiner „Hinfallen, wieder aufstehen, und weitermachen“-Einstellung. Als Kind war es die aufregende, konzentrierte Anspannung bei „Daruma-san ga koronda“. Jetzt als Erwachsener sind ein Drink und der Lammgrill im „Darumaya“ in Ueno kostbare Momente der Entspannung vom Alltagsstress. Oder man genießt einen Abend mit Freunden bei den neuen, bereits erwähnten Spielen.

Der Daruma ist nicht nur ein Glücksbringer; er ist tief in unserem „Spiel“, unserem „Essen“ und unseren „Orten der Begegnung“ verwurzelt. Wenn du diesem Jahr einem Daruma ein Auge malst, dann nutze die Gelegenheit, um auch seine tiefere Bedeutung zu erspüren. Nicht nur, um sich etwas zu wünschen, sondern um neue Energie für den nächsten Tag zu tanken. Und wenn du mal in Ueno bist, halte Ausschau nach der roten Laterne. Sicher wird dich dort ein Daruma erwarten, der dich herzlich willkommen heißt.