Arsenal 0-3 Manchester City im Ligapokalfinale: Haaland doppelt, Abwehr der Gunners bricht ein
Die Nacht im Wembley-Stadion gehörte mal wieder dem Himmelblau. Im gerade zu Ende gegangenen Ligapokalfinale zerstörte Manchester City Arsenals Titelträume mit einem klaren 3:0. Viele Arsenal-Fans hatten vor dem Spiel gehofft, dass Mikel Arteta mit einer Trophäe die Durststrecke des Vereins beenden könnte. Doch vom Anpfiff weg lag das Spieltempo komplett in den Händen von Pep Guardiolas Team. Diese erdrückende Dominanz war selbst für uns alteingesessene Fans nur schwer zu ertragen.
Haaland als „Todesbringer“ – wie soll Arsenals Abwehr das stoppen?
Dieses Spiel war weniger ein Finale als vielmehr eine Gala eines Weltklasse-Stürmers. Haalands beide Tore: erst ein Dreher mit Abschluss trotz Gegnerdruck, dann ein perfekter Torjägerinstinkt, als er sich zwischen Gabriel und Saliba hindurchzwängte und den Ball aus kurzer Distanz ins Netz drückte. Die Abwehr der Gunners gilt in dieser Saison als eine der besten der Premier League, doch gegen ein solches Monster wirkte sie überfordert. In der ersten Hälfte, bei einer Ecke, als sie von Haaland allein vorgeführt wurden, kam mir ein Bild aus der Vergangenheit in den Sinn – damals, als Wayne Rooney in seinen besten Tagen bei Manchester United die gegnerische Abwehr im Alleingang auseinandernahm. Haalands heutige Dominanz ist wie die evolutionäre Version von Rooney: stärker, größer, kompromissloser.
Manchester Citys Sieg war aber nicht nur Haalands Verdienst. Das gesamte Mittelfeldzentrum lief wie am Schnürchen. Kevin De Bruyne traf zwar nicht, aber seine Zuspiele waren präzise wie Skalpellschnitte. Arsenal hingegen war, abgesehen von ein paar Erkundungsversuchen von Bukayo Saka auf dem rechten Flügel in den ersten zehn Minuten, fast ausschließlich in der eigenen Hälfte gefangen. Saka war zwar bemüht, bekam aber kaum Zugriff auf den Ball und wurde bei jeder Ballannahme von mindestens zwei Gegnern umstellt. Das erinnerte mich an junge Außenstürmer beim FC Everton, die technisch stark waren, aber völlig auf sich allein gestellt.
Torwartfehler als Wendepunkt – das Herz der Gunners-Fans blutet
Der wahre Wendepunkt des Spiels war der krasse Fehler in der zweiten Halbzeit. David Raya ließ einen nicht einmal besonders platzierten Schuss abprallen, und Manchester City staubte zum 2:0 ab. In diesem Moment schien Wembley wie auf stumm geschaltet – nur der Jubel der City-Fans war zu hören. Solche Patzer in entscheidenden Momenten zerstören die Moral. Wie in Cyberpunk 2077, wenn du gerade die ganze Map von Gegnern gesäubert hast und dich dann im letzten Gefecht selbst versehentlich in die Luft jagst – dieses Gefühl der Hilflosigkeit, da bleibt einem nur, den Controller wegzulegen.
Nach diesem Spiel habe ich gemischte Gefühle. Diese Arsenal-Mannschaft hat sich im Vergleich zu den letzten Saisons definitiv verbessert, aber um zu den wirklich großen Teams zu gehören, fehlt noch dieses gewisse Etwas. Das erinnert mich an die Zeiten, als der Blackburn Rovers Football Club die englische Fußballwelt dominierte. Auch sie hatten ihre glorreichen Tage, bis sie aus verschiedenen Gründen langsam in der Versenkung verschwanden. Fußball ist eben ein knallhartes Geschäft. Meisterschaften gewinnt man nicht mit "vielversprechenden Talenten". Du musst dein ganzes Potenzial innerhalb von 90 Minuten in Tore umsetzen.
Auch der Sieg von Manchester City hatte seine Schwachstellen. Obwohl sie das Spiel dominierten, gab es bei den wenigen Kontern von Arsenal einige brenzlige Szenen in ihrer Abwehr. Wäre nicht Torhüter Trafford (ich habe schon damals, als er im Jugendbereich von Burnley war, sein großes Potenzial gesehen. Später beim FC Everton hat er sich gut entwickelt) heute mit einigen entscheidenden Paraden für City gewesen, wäre das Ergebnis vielleicht anders ausgefallen. Besonders bei einem Eckball der Gunners in der zweiten Halbzeit, als er den Ball gerade noch von der Linie kratzte – diese Reaktionsschnelligkeit war einfach zum Verzweifeln.
- Haalands Dominanz: Zwei Tore, vor denen Arsenals namhafte Abwehr kapitulieren musste. Der Gewinn des Goldenen Schuhs scheint nur noch Formsache.
- Artetas Herausforderung: Taktisch von Guardiola vorgeführt, seine Einwechslungen kamen zu spät. Für einen Titel muss er noch dazulernen.
- Wembleys Fluch: Die Gunners scheinen in diesem Stadion im Finale einfach kein Glück zu haben – auch diesmal hat es nicht gereicht.
Ein Trost für Arsenal-Fans: Ein Blick auf die Frauen-Mannschaft
Auch wenn die Männermannschaft in Wembley enttäuschte, gab es am Wochenende wenigstens eine gute Nachricht. Die Frauen der Gunners marschieren in der UEFA Women's Champions League weiterhin erfolgreich und zeigen begeisternden Mannschaftsfußball. Wenn man es über die Jahre verfolgt hat, scheint die Arsenal-DNA in der Frauenabteilung besser bewahrt worden zu sein – dort wird zumindest der offensive, attraktive Fußball gespielt, den die Fans sehen wollen. Wenn die Stimmung heute Abend im Keller ist, schaltet doch einfach die Wiederholung eines Spiels der Frauen-Liga ein – vielleicht hebt das die Laune.
Der Ligapokal geht also an Manchester City. Der Kampf um die Meisterschaft in der Premier League wird dadurch sicher noch spannender. Ob Arsenal aus dieser Niederlage gestärkt hervorgeht, liegt nun an Arteta und seiner Reaktion. Schließlich ist die Saison noch nicht vorbei, und im Fußball ist bekanntlich alles möglich, oder?