Stefanos Tsitsipas: Krise in Indian Wells, aber der Glaube an den Grand-Slam-Titel bleibt ungebrochen
Es gibt ein Bild, das die aktuelle Situation von Stefanos Tsitsipas in der kalifornischen Wüste besser beschreibt als tausend Worte. Es ist nicht das eines siegbringenden Vorhands oder eines perfekten Stoppballs, sondern sein Gesichtsausdruck nach dem letzten verlorenen Punkt gegen einen Gegner, der auf dem Papier in seiner Reichweite hätte liegen müssen. Indian Wells, das fünfte Grand-Slam-Turnier, wie es viele nennen, entpuppt sich für den Griechen als Friedhof der Gewissheiten. Doch wer ihm in den Katakomben des Tennis Garden begegnet ist, berichtet von einem anderen Blick: nichts zu tun mit dem zerstörten jungen Mann nach gewissen schweren Niederlagen. Steckt Methode in dieser scheinbaren Krise?
Der Wüstensand und die Risse, die man übersehen sollte
Sagen wir es klar: In Indian Wells früh auszuscheiden, brennt. Besonders für jemanden wie Tsitsipas, der nach der Enttäuschung des letzten Jahres einen Schlussstrich unter dieses Turnier ziehen wollte. Der langsame Platz in Kalifornien war zwar nie sein Lieblingsbelag, aber für einen potenziellen Grand-Slam-Champion dürfte es solche Unterscheidungen eigentlich nicht geben. Warum also setzen trotz des Ausrutschers immer noch einige auf ihn? Weil er im Presseraum nicht die weiße Fahne gehisst hat, im Gegenteil. "Ich kann einen Grand-Slam-Titel gewinnen", wiederholte er, jedes Wort betonend. Es ist nicht der übliche Spruch: Es ist das Mantra, das er seit Monaten mit sich herumträgt, der Pfeiler seiner "Champion-Mentalität".
Ich spreche von jener Philosophie, die er in seinem Buch schwarz auf weiß festgehalten hat, "Champion Mindset: Coach Yourself to Win at Life". Es ist kein einfaches Handbüchlein für Tennisspieler, sondern ein regelrechter Leitfaden, den Stef nutzte, um Niederlagen in Lektionen zu verwandeln. Jedes Mal, wenn man ihn mit gesenktem Kopf vom Platz gehen sieht, weiß man, dass er innerlich bereits alles verarbeitet: Fehler, Schläge, Emotionen. In Indian Wells hatte er reichlich Material, an dem er arbeiten konnte, das versichere ich euch.
Djokovic, Kyrgios und die anderen: Der ultimative Test
Um zu verstehen, wo Tsitsipas heute steht, genügt ein Blick in den Spiegel der letzten zwölf Monate. Auf der einen Seite der Vergleich mit dem Kannibalen Djokovic: Djokovic gegen Tsitsipas ist zu einem Klassiker geworden, fast schon eine Pflichtübung für den Griechen in den wichtigen Turnieren. Auf der anderen Seite das emotionale Duell mit Nick Kyrgios. Damals in Wimbledon, Nick Kyrgios (AUS) gegen Stefanos Tsitsipas (GRE), war das nicht nur ein Spiel, es war eine Explosion aus Nerven und purem Talent, denkwürdig. Zwei Begegnungen, die Stefanos' Charakter mehr geprägt haben als jeder Sieg bei einem ATP-250-Turnier.
- Gegen Djokovic: lernte er, dass mentale Stärke Talent schlägt, wenn man es nicht mit dem Kopf begleitet.
- Gegen Kyrgios: begriff er, dass man sich manchmal gegen das Chaos verteidigen können muss, und es vielleicht sogar für sein Wachstum nutzen kann.
- Die Lektion: Gut zu spielen reicht nicht, du musst dich selbst davon überzeugen, dass du dort mitmischen kannst, mit diesen beiden, und sie besiegen kannst.
Ich glaube immer noch daran, es schaffen zu können
Wahre Champions erkennt man in schwierigen Momenten. Heute steckt Tsitsipas in einer Grauzone, das sehen wir alle. Aber der Unterschied zwischen ihm und so vielen anderen ist, dass er es weiterhin verkündet, es fast herausbrüllt: "Ich glaube immer noch, dass ich einen Slam gewinnen kann". Das ist keine Arroganz, es ist sein Rettungsanker im aufgewühlten Meer der Ranglisten und Kritiken. In Indian Wells hat er eine Schlacht verloren, aber der Krieg um seinen ersten Grand-Slam-Titel ist noch nicht entschieden. Und wenn es eines gibt, das wir in all den Jahren, in denen wir ihn verfolgen, gelernt haben, dann, dass Stefanos unerbittlich wird, sobald er etwas ins Visier nimmt.
Behaltet also die kommenden Monate im Auge. Der Sandplatz kommt bald, und dort kann sein Tennis wieder aufblühen. Die Krise von Indian Wells? Nur ein Kapitel in einem Buch, das er selbst schreibt, auf seine eigene Art, als echter Hauptdarsteller.