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Stefanos Tsitsipas: Talfahrt in Indian Wells, aber der Glaube an den Slam bleibt unerschüttert

Sport ✍️ Fabio Petrucci 🕒 2026-03-05 08:57 🔥 Aufrufe: 2

Es gibt ein Bild, das die aktuelle Situation von Stefanos Tsitsipas in der kalifornischen Wüste besser beschreibt als tausend Worte. Es ist nicht das eines siegreichen Vorhandschlags oder eines perfekten Stoppballs, sondern sein Gesichtsausdruck nach dem letzten verlorenen Punkt gegen einen Gegner, der auf dem Papier eigentlich in seiner Reichweite hätte liegen müssen. Indian Wells, das "fünfte Grand-Slam-Turnier", wie viele es nennen, entpuppt sich für den Griechen als Friedhof der Gewissheiten. Doch wer ihm in den Katakomben des Tennis Garden begegnet ist, berichtet von einem anderen Blick: nichts zu tun mit dem am Boden zerstörten Burschen nach manchen schmerzhaften Niederlagen. Steckt Methode in dieser scheinbaren Krise?

Stefanos Tsitsipas auf dem Platz

Der Wüstensand und die Risse, die man übersehen sollte

Sagen wir's klar: Frühzeitig in Indian Wells zu scheitern, das brennt. Besonders für einen wie Tsitsipas, der bei diesem Turnier nach der Enttäuschung im Vorjahr noch eine Rechnung offen hatte. Der langsame Platz in Kalifornien war zwar nie sein Favorit, aber für einen potenziellen Slam-Champion dürfte es solche Unterscheidungen eigentlich nicht geben. Und warum setzen trotz des Ausrutschers immer noch einige auf ihn? Weil er im Presseraum nicht die weiße Fahne gehisst hat, im Gegenteil. "Ich kann einen Grand-Slam-Titel gewinnen", wiederholte er, jedes Wort betonend. Es ist nicht die übliche Floskel: Es ist das Mantra, das er seit Monaten mit sich trägt, der Eckpfeiler seiner "Champion-Mentalität".

Ich spreche von jener Philosophie, die er in seinem Buch "Champion Mindset: Coach Yourself to Win at Life" schriftlich festgehalten hat. Es ist kein simpler Ratgeber für Tennisspieler, sondern ein echtes Vademekum, das Stef genutzt hat, um Niederlagen in Lehren zu verwandeln. Jedes Mal, wenn man ihn mit gesenktem Kopf vom Platz gehen sieht, weiß man, dass er innerlich bereits alles verarbeitet: Fehler, Schläge, Emotionen. In Indian Wells hatte er reichlich Material zum Arbeiten, das kann ich euch versichern.

Djokovic, Kyrgios und die anderen: Die Bewährungsprobe

Um zu verstehen, wo Tsitsipas heute steht, genügt ein Blick in den Spiegel der letzten zwölf Monate. Auf der einen Seite der Vergleich mit dem Kannibalen Djokovic: Djokovic gegen Tsitsipas ist zu einem Klassiker geworden, fast schon eine Pflichtübung für den Griechen bei den Turnieren, die zählen. Auf der anderen Seite das emotionale Duell mit Nick Kyrgios. Damals in Wimbledon, Nick Kyrgios (AUS) gegen Stefanos Tsitsipas (GRE), war das nicht nur ein Match, das war eine Explosion aus Nerven und purem Talent, unvergesslich. Zwei Duelle, die den Charakter von Stefanos mehr geprägt haben als so mancher Sieg bei einem ATP-250-Turnier.

  • Gegen Djokovic: hat er gelernt, dass mentale Stärke Talent schlägt, wenn man es nicht mit dem Kopf begleitet.
  • Gegen Kyrgios: hat er begriffen, dass man sich manchmal gegen das Chaos verteidigen können muss – und es vielleicht sogar nutzen kann, um zu wachsen.
  • Die Lektion: Es reicht nicht, gut zu spielen, man muss sich selbst überzeugen, dass man dort hingehört, mit diesen beiden, und sie besiegen kann.

Ich glaube immer noch daran, dass ich es schaffen kann

Die wahren Champions erkennt man in schwierigen Momenten. Heute steckt Tsitsipas in einer Grauzone, das sehen wir alle. Aber der Unterschied zwischen ihm und so vielen anderen ist, dass er es immer wieder verkündet, es fast hinausschreit: "Ich glaube immer noch, dass ich einen Slam gewinnen kann." Das ist keine Arroganz, das ist sein Rettungsanker im aufgewühlten Meer der Rankings und Kritiken. In Indian Wells hat er eine Schlacht verloren, aber der Krieg um seinen ersten Grand-Slam-Titel ist noch offen. Und wenn es eines gibt, das wir in all den Jahren, in denen wir ihn verfolgen, gelernt haben, dann: Wenn Stefanos sich etwas vornimmt, wird er unerbittlich.

Also behaltet die nächsten Monate im Auge. Die Sandplatzsaison steht vor der Tür, und dort kann sein Tennis wieder aufblühen. Die Krise von Indian Wells? Nur ein Kapitel in einem Buch, das er selbst schreibt, auf seine eigene Art, als echter Hauptdarsteller.