James Tolkan: Erinnerung an den Mann, der uns aufrecht sitzen liess
Es gibt Schauspieler, und dann gibt es Ikonen. James Tolkan, der diese Woche im Alter von 94 Jahren gestorben ist, gehörte eindeutig zur letzteren Kategorie. Wenn Sie in den 80ern aufgewachsen sind – oder auch nur eine gewisse Liebe für die goldene Ära der Blockbuster hegen – dann haben sich sein Gesicht und seine Art fest in Ihr Gedächtnis eingebrannt. Er war nicht einfach nur ein Schauspieler; er war die Verkörperung jeder strengen Autoritätsperson, der man jemals begegnet ist. Und meine Güte, war er darin brillant.
Bei einem Mann mit einer so beeindruckenden Präsenz fällt der Abschied nicht leicht. Die Nachricht kam am vergangenen Freitag heraus, und es fühlt sich an, als hätten wir den Rektor verloren, der selbst die wildesten Schüler in Schach halten konnte. Aber Tolkan war so viel mehr als nur Mr. Strickland. Er war der Mann, der im Cockpit von Top Gun eine eiskalte, berechnende Spannung erzeugte. Er war der Typ, der einem glauben machte, dass man bis ins Jahr 2050 nachsitzen müsste, wenn man sich nicht zusammenriss.
Der Mann, der aus «Drückeberger» ein Schimpfwort machte
Seien wir ehrlich: Wenn man an Zurück in die Zukunft denkt, hat man Michael J. Fox auf dem Skateboard vor Augen oder den DeLorean, der im Blitz verschwindet. Aber James Tolkans Rektor Strickland war der perfekte Gegenpart. Er war der Antagonist, den man gerne hasste, bei dem man aber auch wusste, dass er recht hatte. Marty McFly war ein Drückeberger. Tolkan spielte diese Rolle mit einer solch unnachgiebigen Hingabe, dass sie legendär wurde. Die Art, wie er «Drückeberger!» hervorstieß, war nicht einfach nur ein Satz; es war ein kultureller Moment. Es definierte einen Archetyp.
Ich erinnere mich, wie ich mir diese Filme als Kind ansah und wirklich ein flaues Gefühl im Magen hatte, sobald er auf dem Bildschirm erschien. Das ist das Zeichen eines echten Charakterdarstellers. Er brauchte nicht die Hauptrolle, um eine Szene zu stehlen. Es reichte, wenn er seine Brille zurechtrückte, sich nach vorne lehnte und einen Satz mit dieser charakteristischen, näselnden Intensität von sich gab. Kein Wunder, dass Michael J. Fox und Christopher Lloyd zu den ersten gehörten, die ihre Anteilnahme ausdrückten; Tolkan war der Kitt, der die Hill Valley High zusammenhielt, auch wenn er versuchte, sie auseinanderzunehmen.
Mehr als ein Rektor: Das Vermächtnis von Stinger
Wenn Sie ein Fan der Marineluftfahrt sind, hat James Tolkan natürlich eine ganz andere Bedeutung. Als Commander «Stinger» Jordan in Top Gun war er die Stimme eiserner Disziplin in einer Welt voller Einzelgänger. Er war nicht der laute, schreiende Typ wie Strickland; er war der ruhige, bedachte Anführer, dessen Enttäuschung tausendmal schlimmer war als jeder Schrei. «Sie sind jedermanns Problem. Das liegt daran, dass Sie jedes Mal, wenn Sie nach oben gehen, unsicher sind. Ich mag Sie nicht, weil Sie gefährlich sind.» Diese Szene ist ein Meisterkurs in stiller Einschüchterung. Er brachte Tom Cruises Pete «Maverick» Mitchell wie einen nervösen Teenager aussehen – keine kleine Leistung.
Wenn man auf seine Filmografie zurückblickt, ist es erstaunlich, wie viele unserer kollektiven Kindheitserinnerungen er berührt hat:
- Zurück in die Zukunft (1985) & Teil II (1989): Der ewige Mr. Strickland, der Marty durch die Zeit jagt.
- Top Gun (1986): Der stoische Stinger, der Maverick auf den Boden der Tatsachen zurückholt.
- Masters of the Universe (1987): Detective Lubic, der mit seiner bodenständigen Art in die Welt von Eternia einzieht.
- WarGames – Kriegsspiele (1983): Eine kleine, aber denkwürdige Rolle als Militäroffizier, die bewies, dass er das Genre der Autoritätsfigur schon vor dem Höhepunkt der 80er für sich gepachtet hatte.
Was ich an Tolkan immer bewundert habe, war, dass er nie den Eindruck machte, sich zu sehr anzustrengen. Er war kein Hollywood-Herzschmerz oder Actionheld; er war der Mann, den man engagierte, wenn das Publikum aufrecht sitzen und aufpassen sollte. Diese Energie trug er auch abseits der Kamera mit sich. Nach allem, was ich im Laufe der Jahre erfahren habe – und den vielen Nachrufen, die jetzt eintreffen –, war er ein äusserst professioneller Schauspieler. Ein gebürtiger New Yorker mit Theaterhintergrund, der diesen «mürrischen alten Männern» eine Tiefe verlieh, die sie von Karikaturen zu Kunst erhob.
Er hinterlässt ein Werk, das wie eine Zeitkapsel der unterhaltsamsten Ära des amerikanischen Kinos wirkt. Der Verlust schmerzt, aber sein Vermächtnis ist gewaltig. Jedes Mal, wenn ich einen Teenager mit krummem Rücken im Bus sitzen sehe, werde ich diese Stimme in meinem Kopf hören. Und ehrlich? Ich werde lächeln.
Ruhen Sie in Frieden, Mr. Strickland. Sie haben endlich das letzte Wort gehabt.