Jacob Elordi: Vom „Frankenstein“-Star bis zum Oscar – das Phänomen, das Italien im Sturm erobert
Wer dachte, dass das Fieber um Jacob Elordi nach dem Erfolg von „Euphoria“ und „Priscilla“ wieder abklingen würde, der wird jetzt eines Besseren belehrt. Im letzten Jahr hat der australische Schauspieler einen gewaltigen Satz nach vorne gemacht, der ihn in eine völlig neue Sphäre katapultiert hat – in die der ganz Großen in Hollywood. Und der Motor dieses rasanten Aufstiegs hat einen ganz bestimmten Namen: „Frankenstein: Written and Directed by Guillermo Del Toro“.
Ich weiß, es klingt seltsam, von Frankenstein als Sprungbrett für einen Star zu sprechen, aber hier haben wir es nicht mit dem üblichen Monster zu tun. Mit Guillermo Del Toro hinter der Kamera darf man ein wahrhaft intensives Meisterwerk erwarten. Und wenn man den ersten Flüstergerüchten aus Branchenkreisen und dem Echo bei den Kritikern Glauben schenken darf, liefert Elordi eine so körperliche und zerrissene Darstellung, dass sie die Academy verzaubert hat. Ja, ihr habt richtig gehört: Der Junge, der einst in einer TV-Serie die Show stahl, ist jetzt offiziell für den Oscar nominiert. Und das ist keine dieser Nominierungen, die nur Beiwerk sind. Es wird durchaus über einen möglichen Sieg gesprochen.
Seit die Nachricht von der Nominierung die Runde machte, ist die Aufmerksamkeit explodiert. Aber was mich wirklich fasziniert, ist wie Italien dieses Phänomen erlebt. Es ist nicht einfach nur die altbekannte Geschichte eines gutaussehenden Schauspielers, der beim weiblichen Publikum gut ankommt. Hier findet eine totale kulturelle Aneignung statt. Macht einen Spaziergang durch das Zentrum von Mailand oder Rom und ihr werdet sehen, was ich meine: Die „I Love Jacob Elordi“-T-Shirts sind bei den Unter-25-Jährigen zum absoluten Must-have geworden, aber man sieht sie auch an Fünfzigjährigen, die ihn durch die künstlerische Ausrichtung seiner Karriere entdeckt haben.
Und dann gibt es noch die Pop-Seite, die mich wirklich zum Schmunzeln bringt. Ihr wisst schon, diese lebensgroßen Celebrity-Cutouts aus Pappe? Die limitierten Auflagen mit seiner Figur, oft im Frankenstein-Look, aber auch als klassische „Standee“ aus der Spielhalle, sind absolute Renner. Ich habe einige in Hipster-Lokalen in Bologna gesehen, und in Napoli wurden sie für einen Flashmob vor der Veröffentlichung des ersten Trailers genutzt. Es ist zu einem viralen Phänomen geworden, das weit über simple Film-Fan-Begeisterung hinausgeht.
Um zu verstehen, wie groß der Hype gerade ist, genügt ein Blick auf das, was vor ein paar Wochen passierte. Es gab dieses große Durcheinander um eine angebliche „Abschiebung“ bei einer Grenzkontrolle – eine Fake News, die irgendwo ihren Ursprung hatte und in den sozialen Medien die Runde machte. In Wirklichkeit war es, nach Informationen aus dem Umfeld des Schauspielers, gar nicht so dramatisch: nur die übliche genaue Kontrolle bei einem Arbeitsvisum. Die Geschichte machte trotzdem viel Aufsehen, weil sie zeigte, wie hoch die Spannung um seine Person ist. Bei uns haben die Klatschblätter daraus Kapital geschlagen, aber das Publikum reagierte mit einer wahnsinnigen Welle der Solidarität und verwandelte den Vorfall in einen weiteren Beweis für seinen Status als Ikone.
Diese Mischung aus Kunst und Popkultur ist seine wahre Stärke. Auf der einen Seite haben wir den jungen Mann, der sich von Guillermo Del Toro Regie führen lässt und mit „Weak in Comparison to Dreams: A Novel“ (dem Nebenprojekt, über das wenig gesprochen wird, das ihm aber literarische Glaubwürdigkeit verleiht) zeigt, dass er eine solide Karriere aufbauen will. Auf der anderen Seite steht der Charakter, der auf Merchandise-Artikeln, auf T-Shirts landet und den die Leute als Pappaufsteller bei sich zu Hause haben wollen. Es ist ein schwieriger Balanceakt, aber er meistert ihn mit einer surrealen Ruhe.
Das macht diesen Moment besonders:
- Der Oscar ist zum Greifen nah: Sollte er gewinnen, wäre er der jüngste Schauspieler, der seit Jahren die Trophäe für eine Horror-/Literaturrolle nach Hause holt – und würde damit die Latte für seine Karriere endgültig höher legen.
- Italien liebt ihn: Er ist nicht nur ein Schauspieler, er ist eine ästhetische Obsession. Junge Italiener haben ihn zum Stilvorbild erkoren, und es gibt kein gesellschaftliches Event, das nicht irgendeinen Bezug zu ihm herstellt.
- Die Erzählung vom „Monster“: Dank Del Toro wird die Geschichte von Frankenstein zur perfekten Metapher für seinen Ruhm: eine Ikone, die stückweise zusammengesetzt wurde, gleichermaßen geliebt und gefürchtet, und die nun in der Anerkennung der Branche ihre Menschlichkeit sucht.
Also, haltet euch fest. Denn was wir hier sehen, ist nicht nur die Promotion für einen Film. Es ist die endgültige Krönung eines Schauspielers, der sich nicht in eine Schublade stecken lassen wollte. Ob mit oder ohne Oscar, mit dem T-Shirt oder dem Pappaufsteller im Kinderzimmer – Jacob Elordi ist offiziell in unser aller Alltag angekommen. Und manche wetten, dass dies erst der Anfang einer sehr, sehr langen Herrschaft ist.