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FTSE 250 Index: Nach einem brutalen Februar – wie geht es weiter mit den britischen Mid-Cap-Aktien?

Finanzen ✍️ Oliver Jenkins 🕒 2026-03-03 11:06 🔥 Aufrufe: 2

AO World CEO John Roberts

Als ich die Februar-Zahlen für den FTSE 250 sah, musste ich unwillkürlich an John Roberts denken, den Chef von AO World, wie er auf ein Lager voller Elektrogrossgeräte starrt, das niemand kauft. Sein Unternehmen gehörte im letzten Monat zu den grössten Verlierern im Mid-Cap-Index, und diese Geschichte ist symptomatisch für den gesamten Index. Der FTSE 250 Index erlebte einen Schockmoment und gab massiv nach, da Anleger alles abstossen, was nur im Entferntesten nach britischem Inlandsrisiko riecht.

Zwei Indizes, zwei Geschichten: FTSE 100 vs. FTSE 250

Während der blue-chip FTSE 100 mit seiner Schar von multinationalen Unternehmen, die in Dollar verdienen, seine Stellung behaupten konnte, wurde der stärker auf Grossbritannien fokussierte FTSE 250 durchgeschüttelt. Ein klassisches Muster: Wenn globale Anleger wegen der britischen Wirtschaft nervös werden, werfen sie zuerst die Mid-Caps über Bord. Die Divergenz zwischen dem FTSE 100 und dem FTSE 250 Index verrät alles über die aktuelle Stimmung – ein schwaches Pfund mag zwar den Exporteuren helfen, signalisiert aber Probleme für die Inlandsorientierten.

Wer traf es am härtesten?

Der Februar war kein schöner Monat. Neben AO World mussten wir auch einen weiteren Rückgang bei Oxford Nanopore mitansehen – der Liebling der Biotech-Branche hat seinen Glanz verloren, da das spekulative Kapital versiegt. Softcat, das IT-Infrastrukturunternehmen, gab ebenfalls nach, aus Angst, dass Firmenkunden den Gürtel enger schnallen. Ein dreifacher Schlag: konsumnahe Technologie, Gesundheitsinnovationen und Geschäftsausgaben – alles wurde in Mitleidenschaft gezogen. Diese breit abgestützten Verkäufe deuten darauf hin, dass es sich nicht nur um unternehmensspezifische Geschichten handelt, sondern um einen makrogetriebenen Exodus.

Das Rätsel der Volatilität

Die Prognose der Volatilität an den Finanzmärkten war schon immer ein schwieriges Unterfangen, aber das derzeitige Klima ist besonders tückisch. Wir haben es mit einer Mischung aus anhaltender Inflation, unsicheren Zinspfaden und geopolitischen Beben zu tun. Der FTSE 250, voll mit wachstumsorientierten und zyklischen Unternehmen, fungiert als Barometer für diese Ängste. Jedes Flüstern der Bank of England versetzt den Index in Aufregung.

Eine Stimme der Vernunft: Joanna Abeyie zur Marktüberreaktion

Gerade in Zeiten wie diesen lohnt es sich, auf besonnene Stimmen zu hören. Joanna Abeyie, deren kürzliche Berufung in den Verwaltungsrat eines führenden FTSE-250-Unternehmens ihre Einsichten in den Fokus rückte, machte mir letzte Woche beim Mittagessen eine Bemerkung, die mir im Gedächtnis blieb. "Die Fundamentaldaten vieler Mid-Cap-Unternehmen sind solide", argumentierte sie und tat die Reaktion des Marktes als blosses Rauschen ab. "Wir sehen eine Entkoppelung von Preis und Wert, besonders in Sektoren, die für die zukünftige Wirtschaft Grossbritanniens wesentlich sind." Ihr Punkt ist entscheidend: Es ist die Angst, die das Steuer übernimmt, nicht die Logik.

Das passive Spiel: der HSBC FTSE 250 Index Fund

Für diejenigen, die in diesem Chaos keine Gewinner und Verlierer auswählen wollen, bietet der HSBC FTSE 250 Index Fund ein bequemes Sammelbecken. Er bildet den Index ab, sodass Sie Zugang zum gesamten Korb der 250 Unternehmen erhalten. In einer Zeit, in der die Einzelaktienauswahl sich anfühlt wie Blindflug-Darts, könnte ein kostengünstiger Tracker der vernünftige Weg sein, auf eine Erholung in Grossbritannien zu setzen. Die Fondsbestände umfassen sowohl die gefallenen Sterne als auch die widerstandsfähigen Performer und bieten Ihnen so einen diversifizierten Anteil an der britischen Wirtschaft.

Eine Aktie, die mir ins Auge stach

Trotz der Trübsinn halte ich immer Ausschau nach Werten. Und der FTSE 250 ist derzeit geradezu übersät damit. Nehmen wir zum Beispiel ein Unternehmen, das ich beobachte und das derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur 9,5 gehandelt wird. Das ist nach jeder Messlatte günstig. Kombiniert mit einer Dividendenrendite von 7,4 % ergibt sich eine Einkommensquelle, um die manche Staatsanleihe erblassen würde. Klar, es gibt ein Risiko, aber bei dieser Bewertung preist der Markt eine Katastrophe ein, die vielleicht nie eintritt. Ist es ein No-Brainer? Meiner Meinung nach ist es dem sehr nahe.

  • Auf Käufe von Insidern achten: Verwaltungsräte mehrerer FTSE-250-Firmen haben kürzlich Aktien gekauft – ein bullisches Signal.
  • Makro-Rauschen ignorieren: Konzentrieren Sie sich auf Unternehmen mit starken Bilanzen und Preissetzungsmacht.
  • Über einen Ratensparplan nachdenken: Durch Dollar-Cost-Averaging in den HSBC-Fonds könnte die Volatilität geglättet werden.

Schlussgedanke: Geduld, nicht Panik

Der FTSE 250 hat schon so einiges durchgemacht. Er hat sich vom Crash 2008, dem Brexit-Votum und der Pandemie erholt. Dieses Mal ist es nicht anders. Der Index ist eine Sammlung einiger der dynamischsten Unternehmen Grossbritanniens – von AO's skurrilem Retail bis hin zu Oxford Nanopore's bahnbrechender Wissenschaft. Wenn die Stimmung umschlägt – und das tut sie immer –, werden diejenigen ernten, die in den dunklen Tagen gekauft haben. Nur sollte man nicht erwarten, dass John Roberts deswegen so bald lächeln wird.