Arouca gegen Benfica: Ein frustrierender Abend in Vila das Aves
Es war einer dieser Abende, an denen alles in Reichweite schien, aber die Schlussminuten wurden für Arouca zum reinen Albtraum. Als der Schlusspfiff im Estádio do Clube Desportivo das Aves ertönte, stand fest, dass Benfica das Spiel gedreht und gewonnen hatte, aber in den Gängen drehte sich die Diskussion genauso sehr um das, was hätte sein können. Der Autor war vor Ort und verfolgte ein Arouca, das zum ersten Mal seit langer Zeit so aussah, als könnte es dem großen Klub aus Lissabon Paroli bieten.
Eine erste Halbzeit, auf der man aufbauen kann
Arouca kam mit einem Gameplan heraus, der wie angegossen saß. Sie lagen richtig im Pressing, stopften die Räume zu und ließen fast nichts im Zentrum zu. Es war eine reife Leistung gegen ein Benfica, das zu Beginn harmlos wirkte. Die erste Halbzeit bot einen intensiven Kampf im Mittelfeld, und obwohl die Heimmannschaft keine Unmengen an heißen Chancen kreierte, hatte man das Gefühl, dass sie die Kontrolle hatten. Man sah, dass die Spieler den Matchplan zu hundert Prozent kauften. Genau das machte das Ende so bitter.
Diogo Monteiro: "Wir hätten Zweiter oder Dritter werden können"
Besonders erfreulich für uns Schweden war es, den jungen Innenverteidiger Diogo Monteiro von seiner besten Seite zu sehen. Der ehemalige IFK Göteborg-Spieler, der heute zu Arouca gehört, war über weite Strecken des Spiels einer der absolut besten Spieler auf dem Platz. Er las das Spiel phänomenal, gewann die Zweikämpfe und zeigte eine Abgeklärtheit, die nur wenige andere in seinem Alter besitzen. Nach dem Spiel schnappte ich mir ihn für einen kurzen Kommentar, und die Enttäuschung war nicht zu übersehen. "Wir waren wirklich gut gegen die großen Teams in diesem Jahr, es ist schade um diese Tore, die wir in den Schlussminuten kassieren", sagte er mit einer Stimme, die noch die Frustration des Spiels in sich trug.
Genau dieses Gefühl teilt gerade das gesamte Arouca-Lager. Sie hatten Benfica dort, wo sie ihn haben wollten. Monteiro und seine Kollegen in der Abwehrkette hielten dicht, und nach vorne sahen sie bei Kontern gefährlich aus. Sie spielten mit Leidenschaft und Einsatz und verdienten mindestens einen Punkt. Diogo beendete seine kurze Analyse mit der Feststellung des Offensichtlichen: "Wir hätten definitiv auf den zweiten oder dritten Platz in der Tabelle springen können, wenn wir diese Punkte mitgenommen hätten". Ein bittersüßes Gefühl eines möglichen Erfolgserlebnisses, das ihnen durch die Finger glitt.
Späte Tore brachten Arouca zu Fall
Es war eine klassische Geschichte von späten Toren. Benfica, das Probleme hatte, Aroucas kompakte Abwehr zu knacken, wurde erst belohnt, als die Luft aus der Heimmannschaft raus war. Es war, als würde man einen Boxkampf verfolgen, in dem ein Boxer zwölf Runden gegen einen schwereren Gegner gegangen ist und schließlich in der letzten Sekunde von diesem ermüdenden Körperschwinger getroffen wird. Aroucas Plan war glasklar und sie hielten ihn 85 Minuten lang, aber Fußball kann gnadenlos sein.
Hier sind die drei Hauptgründe, warum Arouca trotz einer starken Leistung verlor. Das ist der Kern jeder seriösen Arouca gegen Benfica Analyse, die diesen Namen verdient:
- Die fehlende Kaltschnäuzigkeit im Abschluss: "Früh zeichneten sich Chancen ab, aber es gab keine Punkte", wie jemand aus meinem Coachteam hinterher sagte. Arouca schuf genug Halbchancen, um das Spiel zumachen zu können, aber der letzte Schliff fehlte. Man hätte eine zweite oder dritte Spitze gebraucht, um Benfica endgültig zu erledigen.
- Benficas individuelle Klasse: Auch wenn die Mannschaft insgesamt blass war, reicht oft eine individuelle Leistung in dieser Liga. Sobald Benfica Räume zum Arbeiten bekam, waren es Spieler von höchstem Kaliber, die hervortraten und entschieden. Das ist dieses kleine Extra, diese zehn Prozent, die die Teams unterscheiden.
- Verlorene Konzentration in den Schlussminuten: Nachdem sie fast das gesamte Spiel über standgehalten hatten, sank das Team etwas zu tief und lud zum Pressing ein. Gegen ein Team wie Benfica ist das reiner Selbstmord. Die beiden späten Tore waren eine direkte Folge der einsetzenden mentalen und physischen Erschöpfung.
Also, wie nutzt man dieses Spiel als Leitfaden für die Zukunft? Für Arouca geht es darum, das gute Gefühl aus den ersten 80 Minuten mitzunehmen und zu lernen, die letzten zehn zu managen. Diese Art von Spielbild zeigt eine Mannschaft, die auf dem richtigen Weg ist, aber in beiden Strafräumen abgezockter werden muss. Für uns Neutrale, und vor allem für uns mit einem schwedischen Auge auf Diogo Monteiro, war es ein Spiel, das nach mehr verlangt. Arouca ist keine Mannschaft, die man unterschätzen sollte, und mit etwas Glück können sie durchaus um eine unerwartet hohe Platzierung mitkämpfen. Aber gerade heute Abend verließen sie Vila das Aves mit einem Gefühl des 'Was wäre wenn', während Benfica mit drei völlig unsexyen, aber ach so wichtigen Punkten nach Hause fahren konnte.