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Lubna Jaffery öffnet sich zum Tod ihrer Mutter: «Die Oscar-Hoffnung trifft mich tief»

Kultur ✍️ Ingrid Holm 🕒 2026-03-15 02:08 🔥 Aufrufe: 1
Kulturministerin Lubna Jaffery

Es sind nur noch wenige Tage bis zur glamourösesten Filmnacht Hollywoods, und auch in Norwegen steigt die Spannung. Joachim Trier, Renate Reinsve und Inga Ibsdotter Lilleaas sind bereit, ihr Land mit «Der schlimmste Mensch der Welt» auf dem roten Teppich zu vertreten. Doch nicht nur die Filmbranche ist emotional berührt. Kulturministerin Lubna Jaffery gibt zu, dass das diesjährige Oscar-Rennen für sie persönlich einen ganz besonderen Unterton hat.

Ein Verlust, der Spuren hinterlässt

Vor einigen Jahren verlor Lubna Jaffery ihre Mutter. In Interviews hat sie bereits früher offen über die enge Bindung der beiden gesprochen und darüber, wie sehr ihre Mutter sie stets ermutigte, eigene Wege zu gehen. Nun, mitten im Oscar-Fieber, kehren die Erinnerungen mit voller Wucht zurück.

– Es ist seltsam, wie Kunst einen mitten ins Herz treffen kann, wenn man es am wenigsten erwartet. Ich habe «Der schlimmste Mensch der Welt» zusammen mit meiner Mutter gesehen, als er im Kino lief, erzählt Jaffery in einem Interview.

Sie beschreibt die Szene, in der die Hauptfigur Julie eine nahestehende Person verliert, als im Nachhinein fast unerträglich stark.

– Meine Mutter liebte Filme und Erzählungen. Sie hätte es geliebt, dieses norwegische Team in Los Angeles strahlen zu sehen. Deshalb fühlt sich die Oscar-Hoffnung fast wie ein Echo ihres Glaubens an mich – und an die norwegische Kultur an, sagt eine sichtlich bewegte Jaffery.

Geschwisterbande und Alltagsfreuden

Während der Geist der Mutter über dem Ministerbüro schwebt, ist es ein anderer Mann in ihrem Leben, der dafür sorgt, dass die Stimmung hoch bleibt: ihr kleiner Bruder. In den sozialen Medien hat er die letzten Monate seine Follower mit «nervigen» Späßen unterhalten – vom Klauen des letzten Schokoladenstücks bis zum unangemeldeten Auftauchen in ihrem Büro mit Kaffee.

  • «Süsse Nervensäge» – wie sie ihn liebevoll nennt – ist in den Kommentarspalten zu einer kleinen Sensation geworden.
  • «Nervig, aber unverzichtbar», schrieb Jaffery kürzlich in einem Social-Media-Post und erhielt tausende Likes.
  • Viele loben sie dafür, mitten im hektischen Alltag eine ungezwungene und warmherzige Seite der Politik zu zeigen.

– Er ist mein Bruder, und er ist genau wie die meisten kleinen Brüder: manchmal lästig, aber immer da, wenn es drauf ankommt. Es tut gut, jemanden zum Lachen zu haben, wenn die Welt zu ernst wird, sagt sie lächelnd.

Die Rolle der Kulturministerin im norwegischen Film

Abseits der persönlichen Geschichten ist Lubna Jaffery auch Norwegens wichtigste kulturpolitische Stimme. Sie hat deutlich gemacht, dass sie die norwegische Filmproduktion stärken möchte, und sieht die Oscar-Nominierung als Beleg dafür, dass norwegische Geschichten Gehör finden.

– Das ist nicht nur eine Leistung für Joachim, Renate und Inga. Es ist ein Sieg für die gesamte norwegische Filmbranche, für alle, die hinter den Kulissen arbeiten, und für das Publikum, das sich endlich selbst auf der grossen Leinwand sieht, sagt sie.

Sie hebt hervor, dass Filme wie «Der schlimmste Mensch der Welt» Norwegen auf die Landkarte setzen und Türen für neue Talente öffnen.

Eine persönliche und politische Reise

Für Lubna Jaffery war der Weg von der Fürsorge ihrer Mutter bis zum heutigen Ministerinnensessel lang, aber von derselben Triebfeder erfüllt: etwas Sinnvolles zu schaffen. Wenn sie die Oscar-Verleihung zu Hause verfolgt, wird ihr Herz sowohl für ihr Fachgebiet als auch für diejenigen schlagen, die sie unterwegs verloren hat.

– Ich weiss, dass meine Mutter wie gebannt vor dem Bildschirm gesessen hätte, genau wie ich. Und ich weiss, dass sie alle norwegischen Teilnehmer angefeuert hätte. Das tue ich auch – ihretwegen und für uns alle, die die norwegische Kultur lieben, schliesst sie.