Lubna Jaffery spricht offen über den Tod ihrer Mutter: "Die Oscar-Hoffnung hat mich hart getroffen"
Es sind nur noch wenige Tage bis zur glamourösesten Filmnacht in Hollywood, und auch in Norwegen steigt die Spannung. Joachim Trier, Renate Reinsve und Inga Ibsdotter Lilleaas sind bereit, ihr Land auf dem roten Teppich mit "Der schlimmste Mensch der Welt" zu vertreten. Doch nicht nur in der Filmbranche schlagen die Emotionen hoch. Kulturministerin Lubna Jaffery gibt zu, dass das diesjährige Oscar-Rennen für sie persönlich einen ganz besonderen Unterton hat.
Ein Verlust, der Spuren hinterlässt
Vor einigen Jahren verlor Lubna Jaffery ihre Mutter. In Interviews sprach sie bereits offen über die enge Bindung der beiden und darüber, wie sehr ihre Mutter sie stets ermutigte, eigene Wege zu gehen. Nun, mitten in der Oscar-Euphorie, kehren die Erinnerungen mit voller Wucht zurück.
– Es ist seltsam, wie Kunst einen mitten ins Herz treffen kann, wenn man es am wenigsten erwartet. Ich habe "Der schlimmste Mensch der Welt" zusammen mit meiner Mutter gesehen, als er im Kino lief, erzählt Jaffery in einem Interview.
Sie beschreibt die Szene, in der die Hauptfigur Julie eine nahestehende Person verliert, als im Nachhinein kaum erträglich stark.
– Meine Mutter liebte Filme und Geschichten. Sie hätte es geliebt, dieses norwegische Team in Los Angeles strahlen zu sehen. Deshalb fühlt sich die Oscar-Hoffnung für mich fast wie ein Echo ihres Glaubens an mich – und an die norwegische Kultur, sagt eine sichtlich bewegte Jaffery.
Bruderliebe und Alltagsfreuden
Während der Geist ihrer Mutter über dem Ministeramt schwebt, ist es ein anderer Mann in ihrem Leben, der dafür sorgt, dass die Stimmung hoch bleibt: ihr kleiner Bruder. In den sozialen Medien hat er seine Follower zuletzt mit seinen "nervigen" Einfällen unterhalten – vom Klauen des letzten Schokoladenstücks bis zum unangemeldeten Auftauchen in ihrem Büro mit Kaffee.
- "Süßer Bruder" – wie sie ihn liebevoll nennt – ist in den Kommentarspalten zu einer kleinen Sensation geworden.
- "Nervig, aber unverzichtbar", schrieb Jaffery kürzlich in einem Social-Media-Post und erntete tausende Likes.
- Viele loben sie dafür, inmitten des hektischen Alltags eine ungezwungene und warmherzige Seite der Politik zu zeigen.
– Er ist mein Bruder, und er ist genau wie die meisten kleinen Brüder: ein bisschen lästig, aber immer da, wenn es darauf ankommt. Es ist gut, jemanden zum Lachen zu haben, wenn die Welt zu ernst wird, sagt sie lächelnd.
Die Rolle der Kulturministerin im norwegischen Film
Abseits der persönlichen Geschichten ist Lubna Jaffery auch die wichtigste kulturpolitische Stimme Norwegens. Sie hat deutlich gemacht, dass sie die norwegische Filmproduktion stärken möchte, und sieht die Oscar-Nominierung als Beleg dafür, dass norwegische Geschichten international ankommen.
– Das ist nicht nur eine Leistung von Joachim, Renate und Inga. Es ist ein Sieg für die gesamte norwegische Filmbranche, für alle, die hinter den Kulissen arbeiten, und für das Publikum, das sich endlich selbst auf der großen Leinwand sehen kann, sagt sie.
Sie betont, dass Filme wie "Der schlimmste Mensch der Welt" Norwegen auf die Landkarte setzen und Türen für neue Talente öffnen.
Eine persönliche und politische Reise
Für Lubna Jaffery war der Weg von der Obhut ihrer Mutter bis zum heutigen Ministerposten lang, aber geprägt von demselben Antrieb: etwas Sinnvolles zu schaffen. Wenn sie die Oscar-Verleihung von zu Hause aus verfolgt, dann mit einem Herzen, das sowohl für ihr Fachgebiet schlägt als auch für die Menschen, die sie auf diesem Weg verloren hat.
– Ich weiß, dass meine Mutter wie gebannt vor dem Bildschirm gesessen hätte, genau wie ich. Und ich weiß, dass sie alle norwegischen Teilnehmer angefeuert hätte. Das tue ich auch – ihretwegen und für uns alle, die die norwegische Kultur lieben, schließt sie ab.