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Meningokokken-Ausbruch in England: Müssen wir uns in Österreich Sorgen machen?

Gesundheit ✍️ Emma van den Berg 🕒 2026-03-19 16:05 🔥 Aufrufe: 1
Meningokokken-Ausbruch in England

Ich bin schon seit Jahren im österreichischen Gesundheitswesen tätig, und ich kann Ihnen sagen: Wenn man die Nachrichten einigermaßen verfolgt, bekommt man schon einen Schrecken wegen dem, was in England passiert. Man sieht es ja: Schlangen von Jugendlichen, die für vorbeugende Antibiotika anstehen. Ein ordentlicher Meningokokken-Ausbruch. Mein erster Gedanke, und der vieler Leute um mich herum, ist natürlich: Kommt das auch zu uns? Bleiben wir mal gelassen und schauen, was das für uns bedeutet.

Was spielt sich drüben auf der Insel ab?

Die Situation dort ist nicht ohne. Nach einigen Ansteckungen mit dem Meningokokken-Bakterium – das kann zu Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung führen – hat man dort begonnen, in großem Stil Antibiotika an enge Kontaktpersonen zu verteilen. Man hat sie in der Schlange stehen sehen, zur Vorsorge. Leute, die sich auskennen, flüstern bereits, dass wir solche Ausbrüche öfter sehen werden. Aber gilt das auch für uns hier in Österreich?

Wie sieht es mit dem Risiko bei uns aus?

Stand jetzt ist die Wahrscheinlichkeit eines großen Ausbruchs in Österreich zum Glück gering. Unser Durchimpfungsgrad ist hoch, wir haben in den letzten Jahren stark auf Impfungen für Babys und Teenager gegen dieses Bakterium gesetzt. Trotzdem bedeutet 'gering' nicht, dass wir uns zurücklehnen können. Besonders wenn Sie Kinder haben, die noch nicht alle Stiche hatten, oder wenn Sie in der Nähe von jemandem waren, der vielleicht angesteckt ist, ist es wichtig zu wissen, worauf man achten muss.

Symptome: Ein einfacher Leitfaden

Die Symptome ähneln anfangs oft einer starken Grippe, können sich aber rasant verschlimmern. Das ist kein Moment, um auf bessere Zeiten zu warten. Hier ist eine übersichtliche Anleitung mit dem, worauf Sie achten müssen:

  • Plötzlich hohes Fieber, oft mit Schüttelfrost.
  • Starke Kopfschmerzen, die nicht weggehen, manchmal mit Übelkeit und Erbrechen.
  • Nackensteifigkeit: das Kinn nicht auf die Brust bekommen.
  • Lichtempfindlichkeit.
  • Flecken oder punktförmige Einblutungen in der Haut (Petechien), die sich nicht wegdrücken lassen. Das ist ein Alarmsignal.

Sehen Sie eines dieser Dinge bei sich selbst, Ihrem Kind oder jemandem in Ihrer Umgebung? Dann rufen Sie sofort den Hausarzt oder die 144 (Rettung) an. Schnelles Handeln ist entscheidend.

Was können Sie selbst tun? Eine kurze Übersicht

Sie können sich vorbereiten, ohne in Panik zu verfallen. Eine praktische Übersicht der wichtigsten Schritte, die man in Betracht ziehen sollte:

  • Checken Sie Ihren Impfstatus: In Österreich werden Säuglinge geimpft und Jugendliche erhalten eine Impfung. Für Erwachsene empfiehlt das Gesundheitsministerium die Impfung gegen Meningokokken (ACWY) für bestimmte Personengruppen oder auf Wunsch. Bei Unsicherheit am besten in der Hausarztpraxis oder beim Gesundheitsamt nachfragen, ob eine Auffrischung oder Nachholimpfung sinnvoll ist. Es ist eine kleine Mühe.
  • Achten Sie auf Symptome: Verwenden Sie die obige Anleitung. Meningokokken können sich innerhalb weniger Stunden verschlimmern, warten Sie also nicht ab, bis es 'von selbst' wieder vorbeigeht.
  • Halten Sie es einfach mit der Hygiene: Das Bakterium verbreitet sich durch Husten und Niesen und durch Küssen. Vermeiden Sie also engen Kontakt mit Menschen, die offensichtlich krank sind.
  • Antibiotika bei engem Kontakt: Waren Sie in engem Kontakt mit jemandem, der tatsächlich Meningokokken hat? Dann bekommen Sie auch in Österreich vorbeugend Antibiotika. Das ist das Standardprotokoll.

Diese Anleitung gibt Ihnen Orientierung, damit Sie wissen, was zu tun ist, ohne dass Sie Angst haben müssen. Denn wie wir hier sagen: Gewarnt ist gewappnet.

Bleiben Sie gelassen, aber wachsam

Ich kenne die österreichische Gelassenheit; wir geraten nicht schnell in Panik. Aber gerade deshalb ist es gut, jetzt schon zu wissen, was zu tun ist. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs wie in England ist gering, aber die Signale aus dem Ausland sind nicht umsonst. Fachleute warnen, dass wir öfter mit solchen Ausbrüchen rechnen müssen, auch bei uns. Sorgen Sie also dafür, dass Sie die Symptome erkennen, wissen, was zu tun ist und checken Sie Ihren Impfstatus. Einfach so, zur Sicherheit. Für sich selbst, für Ihre Familie und für die Menschen in Ihrer Umgebung.