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Meningokokken-Ausbruch in England: Müssen wir uns in der Schweiz Sorgen machen?

Gesundheit ✍️ Emma van den Berg 🕒 2026-03-19 16:05 🔥 Aufrufe: 1
Meningokokken-Ausbruch in England

Ich bin schon seit Jahren im Schweizer Gesundheitswesen tätig, und ich kann Ihnen sagen: Wenn man die Nachrichten ein bisschen verfolgt, erschrickt man schon, was da in England abgeht. Man sieht es ja: Schlangen von Jugendlichen, die für vorbeugende Antibiotika anstehen. Ein richtiger Meningokokken-Ausbruch. Mein erster Gedanke, und der von vielen Leuten um mich herum, ist natürlich: Kommt das auch zu uns? Bleiben wir mal gelassen und schauen, was das für uns bedeutet.

Was spielt sich jenseits des Ärmelkanals ab?

Die Lage dort ist nicht ohne. Nach mehreren Ansteckungen mit dem Meningokokken-Bakterium – das kann zu Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung führen – verteilt man dort grossflächig Antibiotika an enge Kontaktpersonen. Man sah sie in den Schlangen stehen, vorsorglich. Fachleute flüstern bereits, dass wir solche Ausbrüche häufiger sehen werden. Aber gilt das auch für uns hier in der Schweiz?

Wie sieht es mit dem Risiko hier aus?

Im Moment ist die Wahrscheinlichkeit eines grossen Ausbruchs in der Schweiz zum Glück gering. Unser Durchimpfungsgrad ist hoch, wir haben in den letzten Jahren stark auf Impfungen für Säuglinge und Jugendliche gegen dieses Bakterium gesetzt. Trotzdem bedeutet 'gering' nicht, dass wir uns zurücklehnen können. Gerade wenn Sie Kinder haben, die noch nicht alle Spritzen hatten, oder wenn Sie in der Nähe von jemandem waren, der vielleicht angesteckt ist, ist es wichtig zu wissen, worauf man achten muss.

Symptome: ein einfacher Leitfaden

Die Symptome ähneln anfangs oft einer starken Grippe, können sich aber rasant verschlimmern. Das ist kein Moment, um auf bessere Zeiten zu warten. Hier ist ein übersichtlicher Leitfaden mit dem, worauf Sie achten müssen:

  • Plötzlich hohes Fieber, oft mit Schüttelfrost.
  • Starke Kopfschmerzen, die nicht weggehen, manchmal mit Übelkeit und Erbrechen.
  • Nackensteifigkeit: das Kinn nicht auf die Brust bekommen.
  • Lichtempfindlichkeit.
  • Flecken oder punktförmige Einblutungen in der Haut, die sich nicht wegdrücken lassen (Petechien). Das ist ein Alarmzeichen.

Sehen Sie eines dieser Anzeichen bei sich, Ihrem Kind oder jemandem in Ihrer Umgebung? Dann rufen Sie sofort Ihre Hausärztin / Ihren Hausarzt oder die Notrufnummer 144 an. Schnelles Handeln ist entscheidend.

Was können Sie selbst tun? Ein kurzer Überblick

Sie können sich vorbereiten, ohne in Panik zu geraten. Eine praktische Übersicht der wichtigsten Schritte, die man in Betracht ziehen sollte:

  • Checken Sie Ihren Impfstatus: In der Schweiz werden Säuglinge gegen Meningokokken der Gruppe C geimpft. Die Impfung gegen die Gruppen ACWY wird für Jugendliche empfohlen. Sind Sie älter und nicht geimpft? Erkundigen Sie sich bei Ihrem Hausarzt oder dem kantonsärztlichen Dienst, ob eine Nachholimpfung für Sie infrage kommt. Es ist ein kleiner Aufwand.
  • Achten Sie auf Symptome: Nutzen Sie den obigen Leitfaden. Meningokokken können sich innerhalb von Stunden verschlimmern, warten Sie also nicht ab, bis es 'von selbst' wieder vorbeigeht.
  • Halten Sie es mit der Hygiene einfach: Das Bakterium verbreitet sich durch Husten und Niesen sowie beim Küssen. Vermeiden Sie also engen Kontakt mit Menschen, die offensichtlich krank sind.
  • Antibiotika bei engem Kontakt: Waren Sie in engem Kontakt mit jemandem, der tatsächlich Meningokokken hat? Dann erhalten Sie auch in der Schweiz vorbeugend Antibiotika. Das ist das übliche Vorgehen.

Dieser Leitfaden gibt Ihnen Orientierung, damit Sie wissen, was zu tun ist, ohne dass Sie Angst haben müssen. Denn wie wir hier sagen: Gewarnt ist gar nüt.

Bleiben Sie gelassen, aber wachsam

Ich kenne die schweizerische Gelassenheit; wir geraten nicht schnell in Panik. Aber gerade darum ist es gut, jetzt schon zu wissen, was zu tun ist. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs wie in England ist gering, aber die Signale aus dem Ausland sind nicht umsonst. Fachleute warnen, dass wir häufiger mit solchen Ausbrüchen rechnen müssen, auch bei uns. Sorgen Sie also dafür, dass Sie die Symptome erkennen, wissen, was zu tun ist, und Ihren Impfstatus checken. Einfach, sicherheitshalber. Für sich selbst, für Ihre Familie und für die Menschen um Sie herum.