Predators gegen Kraken: Kampfgeist, Tore und eine Militärwochen-Party in Seattle

Wer sich gestern Abend in der Nähe der Climate Pledge Arena in Seattle aufhielt, hat es gespürt. Das Grollen kam nicht nur vom üblichen Frühlingserwachen in Seattle – es war der Lärm tausender Fans, die aus der Ford Military Week Plaza Party strömten und mit erhobenen Stimmen und stolz präsentierten Trikots in die Arena marschierten. Das Duell Predators gegen Kraken am 10. März war kein gewöhnliches Dienstagsspiel; es war ein Statement.
Vor der Partie drehte sich alles um die Transfers der Nashville Predators vor der Handelsschluss. Während andere Teams alles auf eine Karte setzen, haben die Preds Kaderbereinigung vorgenommen, aber eines klargestellt: Sie geben die Saison noch nicht auf. Als sie in Seattle ankamen, war die Stimmung weniger von einem Neuaufbau geprägt, sondern eher von einer "Neuausrichtung im laufenden Betrieb". Und Mann, haben sie diesen Kampfgeist auf das Eis gebracht.
Die Kraken wiederum freuten sich auf die Herausforderung. Vor heimischem Publikum, das noch von der Plaza Party aufgeheizt war, wollte Seattle beweisen, dass es mit den Schwergewichten der Western Conference mithalten kann. Dieses Spiel hatte alle Zutaten für einen Klassiker: Geschwindigkeit gegen Erfahrung, Jugend gegen clevere Veteranen.
Erstes Drittel mit Feuerwerk
Der Auftakt war ein wahres Eishockey-Fest. Beide Teams kamen gut ins Spiel, aber es war das Unterzahlspiel der Predators, das früh die Show stahl. Nach einer fragwürdigen Behinderungsstrafe wurde Nashbournes Penalty-Killing-Einheit, angeführt von ihren schussblockierenden Verteidigern, zu einer Mauer. Juuse Saros war hellwach und zauberte die Fanghand bei einem One-Timer, der die meisten Torhüter kalt erwischt hätte. Man konnte das kollektive Aufstöhnen der Seattle-Fans hören – sie wussten, dass es eine lange Nacht werden könnte, wenn sie die finnische Wand nicht überwinden.
Die entscheidenden Duelle des Spiels
Vergessen Sie für einen Moment die komplexen Statistiken; dieses Spiel wurde in den Gräben entschieden. Hier sind die Duelle, die uns in Atem hielten:
- Forsberg gegen Dunn: Die ehemaligen Teamkollegen lieferten sich die ganze Nacht über intensive Duelle. Filip Forsberg schirmte den Puck mit seinem Körper ab, während Vince Dunn mit Stockchecks konterte, die Nashvilles Spiel im Aufbau störten. Es war Schach auf dem Eis.
- McCanns Scharfschützentalent gegen Josis Ruhe: Jared McCann suchte seine Abschlusspositionen, aber Roman Josi, der Kapitän der Preds, war ein Dauerbrenner, der Angriffe souverän unterband und das Offensivspiel einleitete.
- Die Neuzugänge: Kurz nach der Handelsschluss waren alle Augen auf mögliche neue Gesichter gerichtet. Nashvilles Reihenspieler brachten körperliche Präsenz und checkten die Verteidiger der Kraken immer wieder in Bedrängnis.
Mit fortschreitender Spieldauer stieg die Spannung. Die Kraken erzielten schließlich im zweiten Drittel durch ein mustergültiges Powerplay-Tor den Führungstreffer und brachten damit die laute Predators-Bank zum Verstummen. Doch Nashville steckte nicht auf. Getreu ihrem Motto "Weitermachen" kamen sie zu Beginn des dritten Drittels zurück. Ein Schuss von Josi von der blauen Linie fand den Weg durch den Verkehr, und Ryan O'Reilly verwertete den Abpraller zum Ausgleich.
Die Schlussminuten waren Eishockey vom Feinsten, wie man es aus den Playoffs kennt. Die Spieler flogen über das Eis, Torhüter wurden entzaubert, und die Menge wechselte zwischen Jubel und Stöhnen. Die Verlängerung schien unausweichlich und als sie kam, enttäuschte sie nicht. Drei-gegen-drei ist eine Zurschaustellung von Können, und beide Teams schickten ihre Stars aufs Eis. Schließlich war es ein Querpass von Matty Beniers auf Oliver Bjorkstrand, der per One-Timer an Saros vorbei den Siegtreffer erzielte. Die Kraken-Bank leerte sich, während die Plaza Party auf die Straßen Seattles zurückkehrte, um einen hart erkämpften 3:2-Sieg zu feiern.
Für die Predators ist diese Niederlage schmerzhaft, aber kein K.o.-Schlag. Sie haben gezeigt, dass sie mit jedem mithalten können, und wenn sie diese Leistung in den verbleibenden Spielen konservieren, werden sie für jeden Gegner in der ersten Playoff-Runde ein Albtraum sein. Und für die Kraken? Es wartet bereits die nächste Bewährungsprobe, wenn sie die Florida Panthers empfangen – eine Neuauflage des letztjährigen Finales? Nicht ganz, aber eine weitere Chance zu zeigen, dass sie in der Diskussion um die Spitzenteams ein Wörtchen mitreden wollen.
Wenn Sie dieses Spiel verpasst haben, haben Sie einen Klassiker verpasst. Aber keine Sorge – im sich zuspitzenden Kampf um die Playoff-Plätze ist ein Wiedersehen dieser beiden Teams mit noch höherem Einsatz wahrscheinlich. Und dann könnte die Plaza Party vielleicht sogar eine Stanley-Cup-Blockparty sein.