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Cuca holt die Pelé-Methode nach Santos zurück: „Das ist der einzig wahre Weg“

Sport ✍️ Bas van der Kraats 🕒 2026-03-27 11:49 🔥 Aufrufe: 1

Man muss sich im CT Rei Pelé erst einmal ein wenig umgewöhnen, aber die Stimmung ist hervorragend. Wer in den letzten Tagen das Trainingsgelände von Santos FC betreten hat, dem ist etwas aufgefallen, das man eigentlich nur noch aus alten Geschichten kennt. Cuca, der Mann mit dem goldenen Händchen und einer Erfolgsbilanz, die in der brasilianischen Fußballwelt für sich spricht, hat die Uhr buchstäblich zurückgedreht. Er hat die Trainingspläne rigoros umgestellt und setzt dabei auf eine Methode, die noch aus der Glanzzeit des Größten stammt, der je das Trikot von Santos getragen hat: Pelé.

Cuca leitet Training bei Santos mit alter Methode

Früh aufstehen wie früher

Cuca hat das Training in die frühen Morgenstunden verlegt. Keine müden Nachmittage mehr in der brütenden Hitze, sondern Arbeiten, wenn die Sonne gerade aufgeht. Ein Schritt, den man nur wagt, wenn man die Geschichte des Vereins im Blut hat. Und Cuca kennt diese Geschichte. Er bezieht sich auf die alte Pelecanus-Zeit, wie die Trainingsmethode in den 60er Jahren liebevoll genannt wurde. Damals war es üblich, noch vor Sonnenaufgang auf dem Platz zu stehen – ein Rhythmus, der Disziplin und Hingabe einforderte. Ich kann die alte Garde schon schmunzeln hören: „Endlich, die Jungs von heute wissen gar nicht, was hart arbeiten bedeutet.“ Aber es funktioniert, es schafft eine Verbindung, einen Zusammenhalt, den man nicht erzwingen kann.

Das Beste daran ist, dass die aktuellen Stars diesen alten Stil annehmen. Neymar ist bekannt für seine Liebe zum Nachtleben, aber selbst er war diese Woche als Erster auf dem Platz. Kein Gemecker, keine Faxen. Er hat seine Chance genutzt, um zu zeigen, dass er das Erbe der Pelerine – dem traditionellen Umhang, der für die Eleganz und den Status des Spielmachers steht – immer noch in sich trägt. Das ist keine Kleinigkeit. Neymar ist nicht nur der Starspieler, er ist jetzt auch der Kapitän auf dem Platz, der zeigt, dass diese Veränderung keine Strafe ist, sondern eine Hommage.

Der April-Marathon und das Fehlen eines Stars

Die Wahl des Zeitpunkts für Cucas Eingriff ist kein Zufall. Santos steht im April ein echtes Programm bevor. Die Rede ist von einem Marathon an Spielen, der dem Kader alles abverlangen wird. Wochenlang drei Spiele pro Woche – das zehrt an den Kräften. Und dann gibt es noch die Nachricht, dass Neymar einen Teil dieser Serie aufgrund der Länderspielpause verpassen wird. Keine Panik, das war uns klar. Aber es macht Cucas Entscheidung nur noch logischer. Er baut jetzt ein eisernes Fundament, damit die Mannschaft nicht einbricht, sobald die großen Namen mal nicht da sind.

  • Physische Fitness: Indem er das Training vorverlegt, zwingt Cuca die Spieler, ihren Lebensstil anzupassen. Keine langen Nächte mehr, volle Konzentration auf die Regeneration.
  • Mentale Stärke: Das ist keine populäre Entscheidung, aber sie formt die Gruppe. Wer das nicht mitmachen kann, hat im Kampf um den Titel nichts zu suchen.
  • Tradition als Waffe: Im CT Rei Pelé wird der Geist des Königs beschworen. Es geht nicht nur um Taktik, sondern darum, das Gewicht des Trikots zu verstehen.

Ich denke oft an das, was Wayne Rooney einmal über die englische Trainingsweise sagte: „Es geht nicht um die Uhr, es geht um den Willen.“ Cuca hat diesen Willen an die Küste von São Paulo zurückgebracht. Ihm ist egal, was in Europa gerade hip ist, er konzentriert sich auf das, was für Santos funktioniert. Und was funktioniert, ist das Vermächtnis von Pelé: Birth of a Legend. Dieser Film, der den jungen Pelé porträtiert, zeigt genau, worum es geht: einen Jungen, der mit nichts anfing und durch pure Leidenschaft und Disziplin zur Ikone wurde. Das ist die Geschichte, die Cuca seinen Spielern vermitteln will. Nicht mit langen Reden, sondern indem er sie um 6:00 Uhr morgens auf dem Platz stehen lässt, im selben Morgennebel, in dem Pelé einst seine Tricks perfektionierte.

Also ja, die Außenwelt mag über diese „altmodischen“ Methoden lachen. Aber ich habe es zu oft erlebt. Wenn eine Gruppe diese Opfer gemeinsam bringt, bei strömendem Regen oder in der Morgendämmerung die Ärmel hochkrempelt, dann ist sie unschlagbar. Das ist mehr als ein Trainingsplan; es ist eine Erklärung. Santos ist bereit. Und Cuca? Der weiß, dass er den einzig wichtigen Weg geht: den Weg, der einst vom König geebnet wurde.