Startseite > Kultur > Artikel

Nicholas Brendon: Das Herz von Sunnydale – zum Gedenken an eine tiefe Verbundenheit mit seinen irischen Fans

Kultur ✍️ Ciarán O’Connell 🕒 2026-03-21 12:00 🔥 Aufrufe: 2

Es gibt diese Nachrichten, bei denen man mitten im Satz innehält. Man hört sie und plötzlich ist man nicht mehr in der eigenen Küche in Wien oder Graz, sondern wieder auf dem Sofa, irgendwann Ende der 90er, und die VHS-Kassette läuft zum dritten Mal an diesem Abend. Nicholas Brendon, der Schauspieler, der in Buffy – Im Bann der Dämonen Xander Harris zum Leben erweckt hat, ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Für eine Generation, die mit dieser Serie aufgewachsen ist – und seien wir ehrlich, bei uns in Österreich war das nicht anders –, fühlt es sich an, als hätten wir das Herz der Scooby-Gang verloren.

Wenn du in diesen goldenen Jahren hier aufgewachsen bist, als wir nach Hause gerannt sind, um noch rechtzeitig vor dem Fernseher zu sein, weißt du genau, wovon ich rede. Buffy war ein Freitagabend-Ritual. Aber während wir alle Buffys Stärke und Willows Klugheit liebten, hatte Xander etwas auf eine ganz eigene Art Bodenständiges. Er war der Typ ohne Superkräfte, ohne mystisches Schicksal, nur mit diesem albernen Grinsen und einem riesengroßen Herz. Er war der, der mit einer geliehenen Armee-Raketenwerfer anrückte, um den Tag zu retten, einfach weil es das Richtige war. Nicholas Brendon hat diese Rolle nicht nur gespielt; er verkörperte das Gefühl, der ganz normale Jugendliche in einer absolut außergewöhnlichen Situation zu sein.

Nicholas Brendon

Im Laufe der Jahre sprach Brendon unglaublich offen über seine eigenen Kämpfe, die parallel zu Xanders Reise von einem verängstigten Teenager zu einem Mann, der seinen Platz im Leben suchte, verliefen. Das machte ihn für uns so echt. Vor ein paar Jahren, als er seine Memoiren, Into Every Generation a Slayer Is Born: How Buffy Staked Our Hearts, promotete, gab es ein paar virtuelle Signierstunden, die auch zu uns herüberreichten. Ich erinnere mich, wie ich bei einer zusah, in der er darüber sprach, wie viel ihm die internationalen Fans – und er erwähnte ausdrücklich die Treue des Publikums hier – bedeuteten. Er machte das nicht nur aus Pflichtgefühl; man konnte sehen, dass er die Liebe, die wir ihm zurückschickten, wirklich spürte.

Für die Sammler unter uns trifft diese Nachricht besonders hart, wenn man an das Vermächtnis denkt, das er hinterlässt. Sein Gesicht findet man noch immer in den Regalen der lokalen Comichändler oder in der Graphic-Novel-Abteilung. Ob es nun die Buffy Season 10 Library Ed Volume 3 ist, in der seine Geschichte fortgesetzt wird, oder die originalen DVD-Boxen, die wir durch häufiges Ansehen schon fast abgenutzt haben. Xander war immer da, die beständige Präsenz, die den Zusammenhalt der Gruppe sicherstellte, wenn die Lage wirklich apokalyptisch wurde.

Was er hinterlässt, geht weit über den Bildschirm hinaus. Es ist ein Vermächtnis, das auf Momenten beruht, die uns noch immer treffen:

  • Das Herz der Gruppe – die Erinnerung daran, dass Mut nichts mit Kräften zu tun hat, sondern damit, da zu sein.
  • Der Witz – diese Sprüche, die die Spannung brachen, aber niemals aus der Figur fielen.
  • Die Loyalität gegenüber den Fans – er hat die Zuneigung nie als selbstverständlich angesehen, besonders nicht von denen, die mit ihm auf der anderen Seite des Atlantiks aufgewachsen sind.
  • Seine Worte auf Papier – in Into Every Generation hat er ungefiltert dargelegt, was die Serie für ihn und für uns bedeutete.

Wenn man auf den kulturellen Fußabdruck zurückblickt, den er hinterlässt, ist dieser enorm. Für eine Serie, die damals von manchen Kritikern als "reine Teenager-Dramedy" abgetan wurde, ist Buffy zu einem Eckpfeiler des modernen Fernsehens geworden. Und Nicholas Brendon war ein Eckpfeiler dieses Eckpfeilers. Es ging nicht nur darum, Vampire zu jagen; es ging um die Momente dazwischen. Die Witze in der Bibliothek. Die Freundschaft. Die Idee, dass man den Willen hat, auch wenn einem die Macht fehlt.

Es gibt einen Grund, warum die Scooby-Gang bei uns so tiefe Resonanz gefunden hat. Wir sind ein Land, das Geschichten liebt, das den Wert einer verschworenen Gemeinschaft versteht, die mit einer Portion Spaß und einer Menge Herz scheinbar unüberwindbaren Hindernissen gegenübersteht. Xander Harris war die Verkörperung dieses Geistes.

Wenn du dich richtig an ihn erinnern willst, dann scroll nicht einfach durch die Schlagzeilen. Hol heute Abend die alte Box hervor. Schau dir "Der Zeppo" an, die Episode, die bewiesen hat, dass Xander mehr war als nur die comische Erleichterung. Oder lies in seinem Buch die Passage, in der er von der Verantwortung spricht, die er gegenüber den Fans empfand. Denn letztendlich war Nicholas Brendon nicht nur ein Schauspieler, der eine Rolle gespielt hat. Für eine Generation österreichischer Kinder, die lange aufblieben, um einer Blondine dabei zuzusehen, wie sie Vampiren den Arsch versohlte, war er einer von uns – der Typ in der Freundesgruppe, auf den man immer zählen konnte, auch wenn er selbst zu Tode erschrocken war.

Ruhe in Frieden, Xander. Du hast die Welt gerettet. Und das nicht nur einmal.