Nicholas Brendon: Das Herz von Sunnydale – und seine besondere Verbindung zu irischen Fans
Es gibt diese Nachrichten, bei denen man mitten im Satz innehält. Man hört sie und plötzlich ist man nicht mehr in der eigenen Küche in Berlin oder München, sondern sitzt wieder auf dem Sofa in den späten Neunzigern, während man die VHS-Kassette zum dritten Mal an diesem Abend zurückspult. Nicholas Brendon, der Schauspieler, der in Buffy – Im Bann der Dämonen Xander Harris zum Leben erweckte, ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Für eine Generation, die mit dieser Serie aufgewachsen ist – und seien wir ehrlich, das gilt für uns hier genauso wie überall sonst –, fühlt es sich an, als hätten wir das Herz der Scooby-Gang verloren.
Wenn du in jenen goldenen Jahren hier aufgewachsen bist, als wir nach Hause gerast sind, um die Glotze anzuwerfen, dann weißt du genau, was ich meine. Buffy war ein Freitagabend-Ritual. Aber während wir alle Buffys Stärke und Willows Cleverness liebten, hatte Xander etwas, das uns auf besondere Weise geerdet hat. Er war der Typ ohne Superkräfte, ohne mystisches Schicksal, einfach nur mit einem albernen Grinsen und einem riesengroßen Herz. Er war derjenige, der mit einem geliehenen Armee-Raketenwerfer aufkreuzte, um den Tag zu retten, einfach weil es das Richtige war. Nicholas Brendon hat diese Rolle nicht nur gespielt; er verkörperte das Gefühl, der ganz normale Jugendliche in einer völlig außergewöhnlichen Situation zu sein.
Im Laufe der Jahre sprach Brendon unglaublich offen über seine eigenen Kämpfe, die sich wie ein Schatten neben Xanders Weg vom verängstigten Teenager zum Mann, der seinen Platz im Leben suchte, zogen. Das machte ihn für uns so echt. Vor ein paar Jahren, als er für seine Memoiren Into Every Generation a Slayer Is Born: How Buffy Staked Our Hearts warb, gab es ein paar virtuelle Signierstunden, die auch zu uns rüberkamen. Ich erinnere mich, wie ich bei einer davon zusah, wie er davon sprach, wie viel ihm die internationalen Fans bedeuteten – und erwähnte dabei ausdrücklich die Treue des Publikums hier. Das war keine Pflichtveranstaltung; man konnte sehen, wie sehr er die Liebe, die wir ihm zurückschickten, wirklich spürte.
Für die Sammler unter uns trifft diese Nachricht besonders hart, wenn man an das Vermächtnis denkt, das er hinterlässt. Man wird sein Gesicht weiterhin in den Regalen der örtlichen Comichendlungen oder in der Graphic-Novel-Abteilung finden. Ob es nun der Buffy Season 10 Library Ed Volume 3 ist, in dem sein Abbild die Geschichte fortschreibt, oder die originalen DVD-Boxen, die wir durch ständiges Ansehen schon abgenutzt haben. Xander war immer da, die beständige Präsenz, die die Gruppe zusammenhielt, wenn es wirklich apokalyptisch wurde.
Was er hinterlässt, geht weit über die Leinwand hinaus. Es ist ein Vermächtnis, das auf Momenten beruht, die uns noch heute treffen:
- Das Herz der Gruppe – die Erinnerung daran, dass Mut nichts mit Kräften zu tun hat, sondern damit, da zu sein.
- Der Witz – diese flotten Sprüche, die die Spannung lösten, aber nie aus der Figur fielen.
- Die Loyalität zu den Fans – er hat die Liebe nie als selbstverständlich hingenommen, besonders nicht von denen von uns, die mit ihm am anderen Ende des Atlantiks aufgewachsen sind.
- Seine Worte auf Papier – in Into Every Generation hat er ungefiltert dargelegt, was die Serie ihm und uns bedeutete.
Blickt man auf den kulturellen Fußabdruck zurück, den er hinterlässt, ist dieser gewaltig. Für eine Serie, die damals von manchen Kritikern als „reine Teenie-Dramedy“ abgetan wurde, ist Buffy zu einem Eckpfeiler des modernen Fernsehens geworden. Und Nicholas Brendon war ein Eckpfeiler dieses Eckpfeilers. Es ging nicht nur darum, Vampire zu jagen; es ging um die Momente dazwischen. Die Witze in der Bibliothek. Die Freundschaft. Die Idee, dass man, selbst wenn man nicht die Macht hat, den Willen haben kann.
Es gibt einen Grund, warum die Scooby-Gang hier so sehr nachhallte. Wir sind eine Nation, die das Geschichtenerzählen liebt, die den Wert einer verschworenen Gemeinschaft versteht, die sich unmöglichen Widrigkeiten mit einer ordentlichen Portion Humor und viel Herz stellt. Xander Harris war die Verkörperung dieses Geistes.
Wenn du dich richtig an ihn erinnern willst, dann scrolle nicht einfach durch die Schlagzeilen. Hol heute Abend die alte Box raus. Schau dir „Der Zeppo“ an, die Episode, die bewies, dass Xander mehr war als nur die komische Einlage. Oder lies die Passage in seinem Buch, in der er darüber spricht, welche Verantwortung er gegenüber den Fans empfand. Denn am Ende war Nicholas Brendon nicht nur ein Schauspieler, der eine Rolle spielte. Für eine Generation irischer Kinder, die lange aufblieben, um eine Blondine beim Vampir-Kloppen zuzusehen, war er einer von uns – der Typ in der Freundesgruppe, auf den man immer zählen konnte, selbst wenn er selbst zu Tode erschrocken war.
Ruhe in Frieden, Xander. Du hast die Welt gerettet. Und das nicht nur einmal.