Newcastle gegen Man. United: Rote Karte und Drama bei Carricks erster Bewährungsprobe
Es sollte ein Abend werden, den so schnell keiner bei Manchester United vergisst. Im St. James' Park ging für Michael Carricks Männer alles schief, als sich Newcastle gegen Man. United zu einem Albtraum entwickelte. Rote Karte, verschossener Elfmeter und eine gehörige Klatsche für Interimstrainer Carrick – der damit seine erste Niederlage seit seiner Amtsübernahme kassierte. Das war weit weg von dem Weihnachtsgeschenk, auf das die Roten Teufel gehofft hatten.
Rote Karte ändert alles
Das Spiel begann eigentlich ganz ordentlich für die Gäste. Christian Eriksen versuchte, das Spiel von Mittelfeld aus zu lenken, aber der Däne tat sich schwer, seine gewohnt klugen Pässe anzubringen. Viele im St. James' Park erinnerte die Situation an einen klassischen Schiedsrichter, der schlichtweg den Spielfluss nicht versteht – ein spätes Einsteigen kurz vor der Pause, das den Platzverweis zur Folge hatte. Ein Mitarbeiter in der Kabine, mit dem ich nach dem Spiel sprach, meinte, es sei völlig daneben gewesen, aber Fakt ist, dass die Mannschaft über eine Stunde in Unterzahl spielen musste.
Carricks erste Bewährungsprobe
Für Michael Carrick war dies ein brutales Erwachen. Nach einem vielversprechenden Start als Interimstrainer kam nun die erste Niederlage, und sie hätte kaum schmerzhafter sein können. Das Team tat sich schwer, Chancen zu erspielen, und die wenigen Gelegenheiten, die sich boten, wurden vergeben. Man hätte sich fast einen Spieler vom Schlage eines Clint Dempsey gewünscht – jemanden, der immer dann im Strafraum auftaucht, wenn es drauf ankommt. Stattdessen witterte die Heimmannschaft Morgenluft und drängte United immer weiter in die eigene Hälfte.
Newcastle-Helden und alte Erinnerungen
Daheim konnten die Newcastle-Fans jubeln. Deren Mittelfeld erinnerte an alte Zeiten – vielleicht besonders an die Ära, als Georginio Wijnaldum in Schwarz-Weiß wütete. Der Niederländer ist zwar jetzt in Rom, aber sein Geist schwebt noch immer über dem St. James' Park. Die heutigen Youngster zeigten denselben Elan und Nachdruck, und als das 2:0 fiel, explodierte der ganze Norden Englands. Ich wette, der Jubel war bis nach Carlisle und darüber hinaus zu hören – denn das war ein Sieg, der in einem ansonsten schwierigen Aufstiegsjahr wirklich gut tat.
Die Kaderbreite von United
Wenn wir über Uniteds Probleme sprechen, ist es leicht, auf die mangelnde Breite hinzuweisen. Die Scoutings des Klubs waren überall – von FK Željezničar Sarajevo bis nach Südamerika – um Talente zu finden. Dennoch fehlt dem Team die Abgezocktheit, um enge Spiele für sich zu entscheiden. An diesem Abend übernahm niemand Verantwortung, und ohne einen klaren Anführer auf dem Feld irrten zehn Mann planlos umher. Zwar war ein Spieler des Feldes verwiesen, aber schon vorher hing der Laden nicht zusammen.
Drei Knackpunkte für United
- Disziplin bei Roten Karten: Schon wieder wird United für unnötige Fouls bestraft. Das muss in der Kabine thematisiert werden.
- Fehlende Torabschlüsse: Weder Eriksen noch andere konnten den Heimkeeper ernsthaft prüfen. Die Sehnsucht nach einem knallharten Stürmer ist offensichtlich.
- Carricks Feuertaufe: Die erste Niederlage als Trainer – wie wird er die Mannschaft davon erholen lassen?
Newcastle auf der anderen Seite zeigte, dass sie mit den Großen mithalten können, auch wenn die Saison bisher Achterbahn gefahren ist. Mit diesem Sieg können sie optimistischer in die Zukunft blicken. Für Manchester United steht ein schweres Weihnachtsfest bevor, und Carrick muss einen Weg finden, eine Truppe wiederzubeleben, die im Moment völlig konzeptlos wirkt. Newcastle gegen Man. United endete in purer Heimeuphorie und einem gewaltigen Tiefschlag für die Roten aus Manchester.